Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid im Test: Zurück im Rennen

Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid im Test: Zurück im Rennen
Copyright:

Toyota

Joaquim Oliveira
Joaquim Oliveira
  —  Lesedauer 3 min

Vor mehr als drei Jahrzehnten begründete der RAV4 das SUV-Segment in Europa. In seiner sechsten Generation ist eines der meistverkauften Autos der Welt im Detail verbessert worden. Insbesondere der Plug-in-Hybridantrieb dürfte mit einer elektrischen Reichweite von knapp 140 Kilometern viele Kunden finden.

Toyota hat viele Erfolgsmodelle, doch gerade in Europa dürften viele den Markennamen insbesondere mit dem RAV4 verbinden. Immerhin 2,5 der insgesamt 15 Millionen Fahrzeuge wurden hier verkauft. Optisch stellt der neue RAV4 eine Weiterentwicklung seines Vorgängers dar. Die Front wirkt kraftvoller, die Motorhaube muskulöser und die neuen LED-Rückleuchten am Heck lassen den Japaner moderner als seinen Vorgänger dastehen. Mehr getan hat sich im Inneren, wo das neue Multimediasystem überfällig war, denn hier fuhr auch der RAV4 bisher nicht in den ersten beiden Reihen mit. Die Arene-Softwareplattform bringt einen viermal schnelleren Prozessor, mehr Speicherplatz und eine zeitgemäße Rechenleistung, die verbesserte Vernetzungen, Sprachassistenten, Over-the-Air-Updates oder einen digitalen Schlüssel ermöglicht. Viele dürften sich auch über die beiden 12,3 und 12,9 Zoll großen Bildschirme freuen, die den Japaner aktueller als bisher präsentieren.

Toyota

Die Instrumentierung wurde um vier Zentimeter abgesenkt, um die Sicht nach außen zu verbessern. Optional sind zwei Ablagen zum kabellosen Laden von Mobiltelefonen und zwei 45-Watt-USB-C-Anschlüsse erhältlich. Der Innenraum des 4,60 Meter langen RAV4 bietet Platz für bis zu fünf Erwachsene. Selbst im Fond können Passagiere bis zu 1,90 Meter Größe sitzen, ohne dass ihre Knie die Rückenlehnen der Vordersitze oder ihre Köpfe das Dach berühren. Die Rücksitzlehnen lassen sich asymmetrisch umklappen, wodurch eine ebene Ladefläche entsteht. Allerdings ist der Kofferraum der neuen Generation mit 446 statt bisher 490 Litern Volumen kleiner als der des Vorgängermodells. Endlich serienmäßig: die elektrische Heckklappe.

Die Revolution im Fahrwerk erfolgte bereits in der vorherigen Generation mit Einführung der TNGA-Architektur in 2019. Diese ermöglichte eine deutliche Absenkung des Schwerpunkts des SUV und trug so zu einem wesentlich stabileren Fahrverhalten bei, insbesondere auf Asphalt, wo die meisten RAV4 täglich unterwegs sind. Die Karosserie wurde insbesondere dank Änderungen an den Aufhängungspunkten der Fahrzeugstruktur weiter versteift. Zudem bietet der RAV4 weichere Stoßdämpfer für mehr Fahrkomfort sowie ein elektronisch gesteuertes Bremssystems, um die Bremskraftverteilung um Kurvenfahrten zu erleichtern und so die Fahrdynamik zu verbessern.

Neben den normalen Hybridversionen ist der neue Toyota RAV4 erstmals auch als Plug-in-Hybrid nur mit Frontantrieb zu bekommen. Dieser kombiniert einen 2,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 105 kW (143 PS) und 221 Nm Drehmoment mit einem 150 kW (204 PS) starken Elektromotor und erreicht so eine Systemleistung von 200 kW (272 PS). Aus dem Stand geht es in flotten 7,5 Sekunden auf Tempo 100, bei 180 km/h wird abgeriegelt.

Toyota

Die Batterie des mindestens 49.990 Euro teuren RAV4 PHEV verfügt mit 22,7 kWh über 30 Prozent mehr Kapazität als bisher, was spürbar mehr Reichweite bringt. Die größere Batterie kommt nun auf bis zu 137 Kilometer elektrischer Reichweite – bisher waren es nur 75 Kilometer. Zudem kann diese nun mit 11 bis zu 50 kW nachgeladen werden.

Verbessert zeigt sich auch das kräftige Beschleunigen aus mittleren und hohen Drehzahlen, da das Getriebe bei stärkerem Leistungsbedarf im Hybridmodus herunterschaltet und den Fronttriebler so agliler fahren lässt. Jedoch ist zwischen den einzelnen Fahrmodi kaum ein Unterschied bei Lenkung und Ansprechverhalten des Motors zu spüren. Zwar ist die Lenkung recht direkt und präzise, aber man benötigt ein feines Gespür, um die Veränderung des Lenkgewichts zu spüren.

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Joaquim Oliveira

Joaquim Oliveira

Der gebürtige Brasilianer arbeitet seit Jahren als internationaler Korrespondent für verschiedene Automagazine, wie das brasilianische "Quatro rodas", das englische "AutoExpress" oder den chinesischen "Car & Driver". Für Elektroauto-News.net verfasst er regelmäßig entsprechende Fahr- und Erfahrungsberichte aktueller Elektroauto-Modelle.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Erfahrungsberichte

Range Rover Electric erste Fahrt über Stock und Stein in Gaydon

Range Rover Electric erste Fahrt über Stock und Stein in Gaydon

Sebastian Henßler  —  

Rund 404 kW, 850 Nm und eine Ruhe wie im Kokon: Die erste Fahrt im Range Rover Electric zeigt, wie souverän das E-Flaggschiff durch schweres Gelände kommt.

Erste Fahrt im Mazda CX-6e: Mazdas E-Auto aus China

Erste Fahrt im Mazda CX-6e: Mazdas E-Auto aus China

Wolfgang Plank  —  

Ab 49.990 Euro bringt Mazda mit dem CX-6e sein drittes Elektroauto auf den Markt – gebaut in China, aber mit spürbarem Anspruch auf Premium-Qualität.

Zeekr 8X: Plug-in-Hybrid mit 328 km E-Reichweite

Zeekr 8X: Plug-in-Hybrid mit 328 km E-Reichweite

Wolfgang Gomoll  —  

Der Zeekr 8X hebt das Konzept des Plug-in-Hybriden auf ein neues Niveau – mit mehr als 300 Kilometern rein elektrischer Reichweite und hohen Ladeleistungen.

Opel Grandland-Roadtrip: Eisenach bis Zugspitze ohne Nachladen

Opel Grandland-Roadtrip: Eisenach bis Zugspitze ohne Nachladen

EAN Redaktion  —  

Von Eisenach bis zur Zugspitze: Der Opel Grandland Electric Long Range legt 714 km mit einer Akkuladung zurück, mehr als die WLTP-Angabe von 694 km.

Opel Corsa GSE: 207 kW starker Hot Hatch ab 39.900 Euro

Opel Corsa GSE: 207 kW starker Hot Hatch ab 39.900 Euro

Sebastian Henßler  —  

Der Opel Corsa GSE leistet 207 kW und soll 39.900 Euro kosten. Wir sind das kompakte Hot-Hatch bereits gefahren und teilen diese Eindrücke im Detail.

Mercedes EQS 450+: Letzte Chance für die Elektro S-Klasse

Mercedes EQS 450+: Letzte Chance für die Elektro S-Klasse

Stefan Grundhoff  —  

Der Mercedes EQS 450+ bekommt ein neues 800-Volt-Bordnetz, mehr Batteriekapazität und erstmals ein Steer-by-Wire-Lenksystem. Wir haben ihn im Test geprüft.

Bentley Torcal: So viel Porsche steckt im Elektro-Bentley

Bentley Torcal: So viel Porsche steckt im Elektro-Bentley

Wolfgang Gomoll  —  

Der Bentley Torcal teilt sich Batterie, Plattform und Pouchzellen mit dem Porsche Cayenne Electric, setzt beim Fahrwerk und Sound aber eigene Akzente.