Professor Ulf Henning Richter: „Elektromobilität wird in China als eine Jahrhundertchance verstanden“

Professor Ulf Henning Richter: „Elektromobilität wird in China als eine Jahrhundertchance verstanden“
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 397384153

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Im Interview mit Springer Professional hat sich Professor Ulf Henning Richter zum Thema Elektromobilität in Deutschland, China und den USA ausgelassen. Dabei zeigt Henning Richter auf, wie China Schlüsseltechnologien erfolgreich implementiert und was wir von China noch lernen können. Professor Ulf Henning Richter lehrt und forscht an der Tongji Universität Shanghai. Unternehmensstrategien, Innovation, Verantwortung, Nachhaltigkeit und Governance in Zeiten der Globalisierung sowie nachhaltige Investitionen in aufstrebenden Volkswirtschaften stehen im Fokus seiner Forschung.

Den Einstieg in das Interview begann Springer Professional mit der Fragen, ob mit den derzeitigen gegebenen Voraussetzungen hinsichtlich Technologie und Infrastruktur, das angestrebte Zielt von einer Millionen E-Fahrzeugen zu schaffen ist. Eine ganz klare Antwort darauf gibt es von Ulf Henning Richter nicht. Dennoch gibt er zu verstehen, dass man gerade hinsichtlich bestehender Infrastrukturinvestitionen weit mehr anbieten müsse, um als E-Auto-Land attraktiver zu werden.

Denn aus seiner Sicht sind die Schlüsselfaktoren für einen nachhaltigen Erfolg auf mehreren Säulen verteilt. Hier gehört zum Beispiel „der Aufbau von Ökosystemen, die den Verbraucher nicht nur mit finanziellen Anreizen, sondern auch durch Praktikabilität und vorteilhafte institutionelle Rahmenbedingungen überzeugen“ dazu. Gerade im Vergleich mit Norwegen zeigt sich, dass Deutschland eher zögerlich auf den Wandel zur E-Mobilität reagiert hat. In Norwegen sieht man diese als Chance, bei uns quält man „sich eine der größten Umwälzungen im Bereich Mobilität in den letzten hundert Jahren umzusetzen.“ Dies bremst natürlich den Wandel entsprechend aus.

In China wird die E-Mobilität gar als Jahrhundertchance verstanden. Nicht nur aus der eigenen Geschichte begründet, sondern auch durch den großen innenpolitische Druck eine Reduzierung der Abgase in den Ballungsräumen zu erwirken, da diese die Lebensqualität der urbanen, wohlhabenden Bevölkerung wesentlich beeinträchtig.

„Elektromobilität wird in China als eine Jahrhundertchance verstanden, die westliche Dominanz in der Automobilindustrie zu durchbrechen, und gleichzeitig im Zusammenspiel mit der Energiewende, die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu reduzieren.“ – Professor Ulf Henning Richter, Tongji Universität Shanghai

China profitiert beim Wandel hin zur Elektromobilität vor allem vom engen „Zusammenspiel von Wirtschaft, Partei und Regierung, in der Finanzierungsmechanismen und die Gesetzgebung an die politischen Ziele der chinesischen Regierung angeglichen werden.“ Dies gibt es in diesem Ausmaß in keinem anderen Land der Welt zu beobachten.

So erhalten Firmen in China oftmals massive Subventionen von konkurrierenden Regionalregierungen, die die besten Zukunftstechnologien in ihrer Region ansiedeln wollen. Des Weiteren erschafft man in Städten wahre Experimentierorte, um neue Technologien im Alltag zu testen. Als Beispiel seien nur die weite Verbreitung von BYD’s Elektrotaxis in Shenzen oder Elektrobusse in Ningbo genannt.

Im eingangs verlinkten Interview geht Professor Ulf Henning Richter weiterhin auf den Umgang mit gebrauchten Akkus sowie die Herausforderung von Batteriefabriken ein. Wer also weitere Statements von ihm lesen möchte, dem sei ein Blick ins Interview empfohlen.

Quelle: Springer-Professional – „Elektromobilität in China als Jahrhundertchance verstanden“

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

CO2-Studie: Verbrenner verschrotten lohnt sich fürs Klima fast immer

CO2-Studie: Verbrenner verschrotten lohnt sich fürs Klima fast immer

Daniel Krenzer  —  

Eine neue Studie zeigt: In 92 Prozent der untersuchten Fälle senkt der frühe Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto die CO₂-Emissionen.

Fünf Elektro-Sportwagen, die den Markt aufmischen wollen

Fünf Elektro-Sportwagen, die den Markt aufmischen wollen

Patrick Solberg  —  

Der Audi Concept C ist einer von fünf Elektro-Sportwagen, die für Aufsehen sorgen, und soll 2027 als TT-Nachfolger mit über 500 kW an den Start gehen.

Villinger Firma macht Oldtimer zu E-Autos

Villinger Firma macht Oldtimer zu E-Autos

Arun Niemann  —  

Legend Motors elektrifiziert Oldtimer und stößt damit auf eine wachsende Nachfrage. Trotzdem bleibt klassische Restauration ein wichtiger Teil des Geschäfts.

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

5 Tipps: So lassen sich Ladeverluste beim E-Auto gering halten

Daniel Krenzer  —  

Beim Laden eines E-Autos können bis zu 24 Prozent Energie verloren gehen. Der ADAC zeigt, wie sich Ladeverluste mit fünf einfachen Tipps verringern lassen.

Automobilbarometer: E-Autos wecken neuen Fahrspaß

Automobilbarometer: E-Autos wecken neuen Fahrspaß

Sebastian Henßler  —  

E-Auto- und Hybridfahrer:innen legen laut einer aktuellen Studie besonders großen Wert auf Design und Ausstattung ihres nächsten Autos.

E-Auto-Boom bei VW könnte CO2-Strafe verhindern

E-Auto-Boom bei VW könnte CO2-Strafe verhindern

Arun Niemann  —  

VW erhält in Europa deutlich mehr E-Auto-Bestellungen als erwartet. Dadurch könnte der Konzern eine Rückstellung für potenzielle CO₂-Strafen wieder freigeben.

CSU-Ideen zum Förderungsumbau sind brandgefährlich

CSU-Ideen zum Förderungsumbau sind brandgefährlich

Daniel Krenzer  —  

Die CSU will die E-Auto-Förderung stärker auf europäische Hersteller zuschneiden. Zu viel Schutz gefährdet jedoch deren Zukunftsfähigkeit.