Der elektrische Nachfolger des Land Rover Defender lässt länger auf sich warten als ursprünglich geplant. Jaguar Land Rover (JLR) verschiebt die geplante Neuauflage des Offroaders um zwei Jahre, wie die britische Zeitung The Times of London unter Berufung auf Brancheninsider berichtet. Damit rückt auch die Markteinführung einer vollelektrischen Version in weite Ferne. Der aktuelle Defender wurde 2019 vorgestellt, ein Nachfolgemodell soll dem Bericht zufolge frühestens Anfang der 2030er-Jahre kommen.
Der Defender zählt zu den ältesten Modellen im aktuellen JLR-Portfolio, ist zugleich aber der wichtigste Verkaufsträger der Marke. Im Zeitraum von April bis Juni entfiel rund ein Drittel aller JLR-Verkäufe auf den Offroader. Mit knapp 26.700 verkauften Einheiten lag er deutlich vor dem Range Rover Sport, der auf knapp 17.000 Exemplare kam. Eine Stellungnahme zu dem Bericht lehnte JLR ab, verwies jedoch in einer Mitteilung auf die weiterhin hohe weltweite Nachfrage nach dem Modell.
Warum die Plattform zum Hindernis der Defender-Aktualisierung wird
Grund für die lange Wartezeit ist auch technischer Natur. Dieser basiert auf der D7X-Plattform, die laut JLR keinen vollelektrischen Antriebsstrang aufnehmen kann. Eine Elektroversion des bestehenden Modells ist damit ausgeschlossen, ein rein elektrischer Defender müsste auf einer neuen Architektur entstehen. JLR verlängert die Lebenszyklen seiner Modelle traditionell über den in der Branche üblichen Sechsjahresrhythmus hinaus und hat bislang keinen konkreten Zeitpunkt für die Ablösung genannt.
Parallel dazu arbeitet JLR an einem kleineren Defender-Modell mit Elektro- und Hybridantrieb, das auf der neuen EMA-Plattform aufbauen soll. Dieselbe Architektur kommt auch beim elektrischen Range Rover GT zum Einsatz. Der kompaktere Defender gilt als eines von zwei weiteren Modellen, die nach dem GT, dem Jaguar Type 01 und zwei elektrischen Range-Rover-Varianten folgen sollen. Entscheidungen über Produktionsstandorte, Zielkosten und den Antriebsmix neuer Modelle gestalten sich angesichts der Umbrüche auf dem globalen Automarkt zunehmend komplex.
Unsichere Nachfrage bremst die Elektropläne
Mehrere Faktoren zwingen JLR zur Neuausrichtung der Produktstrategie. Die Nachfrage nach Elektroautos im Premiumsegment entwickelt sich uneinheitlich, in den USA hat sie zuletzt nachgelassen. Hinzu kommen US-Importzölle sowie ein schwacher chinesischer Luxusmarkt, auf dem sich einheimische Marken mit neuen Antriebskonzepten zunehmend durchsetzen, darunter Modelle mit großer Batterie und kleinem Verbrennungsmotor für erweiterte Reichweite.
In den USA, dem größten Absatzmarkt von JLR, rollt die Regierung unter Donald Trump Förderungen für die Elektromobilität zurück und erhöht gleichzeitig die Importzölle. Der in der Slowakei gebaute Defender ist von einem Zoll in Höhe von 15 Prozent auf Autoimporte aus der EU betroffen. Um diese Handelsbarriere zumindest teilweise zu umgehen, plant JLR ein gemeinsam mit Stellantis entwickeltes Modell unter dem Namen Defender für den US-Markt. Dieses soll in einem anderen Segment antreten als der bisherige, weiterhin aus der Slowakei importierte Defender.
Quelle: Automotive News Europe – Jaguar Land Rover said to delay Defender redesign, pushing electric version to early 2030s









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