Jaguar Land Rover widersetzt sich dem allgemeinen Trend auf dem Automarkt und will die Preise für seine neuen Elektroautos nicht an die entsprechenden Verbrennermodelle angleichen. Mit der Einführung von fünf neuen Elektromodellen innerhalb der nächsten 18 Monate will sich die britische Luxusmarke zudem stärker auf das Leasinggeschäft konzentrieren.
„Wir versuchen wirklich, gegen den aktuellen Markttrend anzugehen“, erklärte Leonard Hoornik, Chief Commercial Officer bei JRL, Mitte Juni bei einer Unternehmensveranstaltung, wie Automotive News berichtet. Damit schlägt das Unternehmen eine andere Strategie ein als seine Mitbewerber, denn Hersteller wie Volvo, BMW und Mercedes-Benz versuchen, ihre Elektroautos zu annähernd den gleichen Preisen anzubieten wie das entsprechende Verbrenner-Pendant.
Aufpreis für den Batterieantrieb
„Unsere Aufgabe ist es, zu erklären, dass der beste Range Rover aller Zeiten tatsächlich über einen elektrischen Antriebsstrang verfügt“, erklärte er in Hinblick auf den vollelektrischen Range Rover und den Range Rover Sport, die in den nächsten 18 Monaten in den Verkauf starten sollen. Der britische Autobauer setzt darauf, dass die Käufer von Luxus-Elektroautos dazu bereit sind, einen Aufpreis für den Batterieantrieb zu zahlen. Hoornik hob die Verbesserungen der vollelektrischen Range-Rover-Modelle hervor, zu denen unter anderem ein geringerer Geräuschpegel und mehr Leistung gehören.
Bislang hat JLR keine Preise für den elektrischen Range Rover und den Range Rover Sport veröffentlicht. Die Verbrenner-Varianten werden in Deutschland aktuell ab 146.100 Euro bzw. 93.500 Euro angeboten. Der Range Rover Electric kommt mit einem 118-kWh-Akku und einer Reichweite von 600 Kilometern. Mit einer Leistung von 405 kW (550 PS) übertrifft der Antriebsstrang die Leistung des 4,4-Liter-V8-Motors mit ca. 400 PS und liegt in etwa gleichauf mit der Plug-in-Hybrid-Version.
Jaguar soll rein elektrische Marke werden
Neben den beiden großen SUVs will JLR innerhalb der nächsten anderthalb Jahre außerdem einen kleineren Range Rover auf den Markt bringen, der wahrscheinlich den Velar ersetzen wird, und plant zudem einen kleinen SUV mit dem Namen Defender. Finanzvorstand Richard Molyneux erklärte beim Investorentag des Unternehmens Mitte Juni, dass die Preise für neue Elektroautos auf der EMA-Plattform, die kleinere Modelle wie den Range Rover Evoque und Velar ersetzen sollen, im Vergleich zu den Verbrenner-Versionen ebenfalls steigen werden.
Teil der Elektrooffensive des britischen Automobilherstellers ist auch ein neuer Jaguar. Die Limousine Jaguar Type 01 feiert ihr globales Debüt im Oktober in New York und wird voraussichtlich ab 150.000 US-Dollar (ca. 131.000 Euro) erhältlich sein. Das Unternehmen erklärte gegenüber seinen Investoren, dass es weiterhin daran festhalte, Jaguar zu einer rein elektrischen Marke zu machen. „Der Grund dafür ist, dass die Leistungsmerkmale, an denen wir Jaguar messen wollen, nur mit einem elektrischen Antriebsstrang erreicht werden können“, sagte JLR-CEO PB Balaji.
Fokus auf erweiterte Leasingstrategie
Höhere Rohstoffkosten und eine geringer als erwartete Nachfrage sorgen dafür, dass die Automobilhersteller mit Elektroautos in der Regel nicht die gleichen Gewinne erzielen können wie mit den Verbrenner-Pendants. JLR will daher die Verkaufspreise höher ansetzen und sich stärker auf den Leasingbereich konzentrieren und den Wiederverkaufswert der Elektroautos sichern. Laut COO Hoornik könne das Unternehmen die Preise für seine Gebrauchtwagen selbst festlegen, indem es die Autos vermietet und anschließend über seine eigenen Händler weiterverkauft.
Zudem sollen die Finanzierungslaufzeiten verlängert werden und JLR will den Fahrzeugbestand stärker kontrollieren, um ein Überangebot zu verhindern. „Wir stellen sicher, dass wir niemals zu viel verkaufen oder den Markt mit Beständen überfluten“, so Hoornik.
Im Fokus der Elektro-Strategie, die höhere Preise gegenüber vergleichbaren Autos mit Verbrennungsmotor vorsieht, stehen laut JLR wohlhabende US-Kunden, insbesondere in Kalifornien. „Es gibt einen bedeutenden unerschlossenen Markt, und man muss nur an die Westküste fahren, um die Tragweite davon zu verstehen“, sagte CEO Balaji während des Investorentags und verwies auf höhere Preise in den USA, wo 38 Prozent der weltweit wohlhabendsten Kunden lebten.
Automotive News – Jaguar Land Rover will price its EVs higher than combustion models








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