JLR: Kompakter Elektro-Defender für 2027 geplant

JLR: Kompakter Elektro-Defender für 2027 geplant
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Die Modellfamilie des Defender steht vor einer Erweiterung. Innerhalb der nächsten Jahre plant der Hersteller ein weiteres Modell, das deutlich kleiner ausfallen soll als die bekannten Varianten. Beobachtungen von Testautos im Tarnkleid hatten bereits Hinweise auf dieses Projekt geliefert. Nun bestätigen Aussagen aus dem Unternehmen, dass die Entwicklung eines kompakten Modells weit fortgeschritten ist. Nach aktuellen Planungen könnte das Auto um das Jahr 2027 erscheinen und erstmals ausschließlich elektrisch angetrieben werden.

Mit diesem Schritt würde Land Rover eine neue Phase in der Geschichte des Defender einleiten. Das Modell gilt traditionell als robustes Geländewagenkonzept mit starkem Fokus auf mechanische Fähigkeiten im Gelände. Mark Cameron, der für die Marke verantwortliche Manager, bestätigte in einem Gespräch mit dem britischen Magazin Autocar, dass die Arbeiten an dem neuen Modell bereits weit fortgeschritten seien. Einen konkreten Namen wollte er allerdings nicht nennen. In der Branche kursieren Bezeichnungen wie Defender Sport oder Defender 80. Dennoch machte er deutlich, dass der Ausbau der Modellpalette Teil einer größeren Strategie ist. Ziel sei es, Defender langfristig als eigenständige Luxus-Lifestyle-Marke zu etablieren.

Kompakter als die bekannten Defender-Varianten

Das geplante Modell soll deutlich kompakter ausfallen als die bisherigen Varianten. Der aktuelle Defender wird in mehreren Größen angeboten. Der Defender 90 misst rund 4,58 Meter in der Länge und knapp 1,97 Meter in der Höhe. Darüber positionieren sich der Defender 110 mit etwa 5,02 Metern Länge sowie der Defender 130 mit rund 5,36 Metern. Der neue Ableger soll nach Informationen aus Branchenberichten etwas über 4,50 Meter lang sein und damit unterhalb der bisherigen Baureihe liegen.

Technisch unterscheidet sich das geplante Modell grundlegend vom bestehenden Defender. Während die aktuellen Versionen auf einer Plattform mit der Bezeichnung D7x basieren, soll der kompakte Ableger eine andere Architektur nutzen. Vorgesehen ist die sogenannte Electric Modular Architecture, kurz EMA. Diese Plattform ist speziell für Elektroautos ausgelegt und soll auch bei kommenden elektrischen Versionen anderer Modelle des Konzerns eingesetzt werden, darunter elektrische Varianten von Evoque und Velar.

Die technische Basis des neuen Autos steht damit im Kontext einer umfassenderen Elektrifizierungsstrategie innerhalb des Konzerns. Andere Marken innerhalb der Gruppe verfolgen parallel eigene Plattformansätze. Der kommende elektrische Range Rover basiert auf der Architektur MLA-Flex, während Jaguar eine separate Struktur mit dem Namen Jaguar Electrified Architecture entwickelt hat.

Die Geländeeigenschaften bleiben dennoch ein zentraler Bestandteil des Konzepts. Cameron erklärte, dass Federwege und Achsverschränkung beim neuen Modell zwar geringer ausfallen dürften als beim aktuellen Defender. Dennoch solle das Auto Fähigkeiten bieten, die im Gelände überzeugen. Beobachter gehen davon aus, dass ein elektrischer Allradantrieb mit zwei Elektromotoren vorgesehen sein könnte. Eine solche Konfiguration würde es ermöglichen, das für die Baureihe typische hohe Drehmoment präzise auf beide Achsen zu verteilen.

Design zwischen Tradition und Aerodynamik

Eine weitere Herausforderung liegt im Design. Der Defender ist für seine kantige Silhouette bekannt, die bewusst an klassische Geländewagen erinnert. Bei Elektroautos spielt jedoch auch die Aerodynamik eine wichtige Rolle, da sie einen direkten Einfluss auf die Reichweite hat. Cameron beschrieb diese Kombination aus markentypischer Form und aerodynamischen Anforderungen als eine der zentralen Entwicklungsaufgaben. Gleichzeitig betonte er, dass das neue Modell nicht zu einem gewöhnlichen SUV werden solle.

Bei der Antriebstechnik verfolgt der Hersteller offenbar einen differenzierten Ansatz. Cameron erklärte, dass Batterien und elektrische Antriebseinheiten inzwischen weitgehend standardisierte Komponenten geworden seien. Parallel zur Entwicklung eines elektrischen Modells soll die bestehende Antriebspalette zunächst weitergeführt werden. Neben dem geplanten Elektroauto könnten weiterhin Varianten mit Benzin- oder Dieselmotoren angeboten werden, die durch Hybridtechnik ergänzt sind. Diese Strategie soll so lange verfolgt werden, wie eine entsprechende Nachfrage am Markt besteht. Bereits heute ist der Defender auch als Plug-in-Hybrid erhältlich.

Quelle: InsideEVs – Defender Sport Electric: Elektro-Defender startet wohl 2027

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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