E-Prämie bald nur noch bei 12 Monaten Haltedauer?

E-Prämie bald nur noch bei 12 Monaten Haltedauer?
Copyright:

shutterstock / 548614189

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Das Bundeswirtschaftsministerium will offenbar gegen den Missbrauch der Elektroauto-Förderung vorgehen. Das berichtet „wirtschaftswoche.de“. Zahlreiche E-Autos, die in Deutschland mit einer Kaufprämie von bis zu 9000 Euro bezuschusst werden, kämen nach Ablauf der vorgeschriebenen Haltedauer von sechs Monaten in den Export, heißt es. Es sei nicht Sinn der Förderung, dass der schnelle Verkauf dieser Autos ins Ausland zu einem Geschäftsmodell für Händler und Käufer wird, zitiert das Blatt einen Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Aktuell werde daher an einer Anpassung ab 2023 gearbeitet.

Wie „wirtschaftswoche.de“ aus Kreisen des Ministeriums erfahren haben will, soll die Mindesthaltedauer von sechs auf zwölf Monate verdoppelt werden. Dann sei der  Wertverlust so hoch, dass ein Export unattraktiv werde, so die Überlegung. Wer sein gefördertes E-Auto bereits nach weniger als einem Jahr verkaufen wolle, müsse die Förderung zurückzahlen.

Der Missbrauch der Förderung hat dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr große Ausmaße angenommen. „Rund 30.000 E-Autos dürften allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres als junge Gebrauchtwagen ins Ausland verkauft worden sein“, wird Stefan Bratzel zitiert, Direktor des Center of Automotive Management (CAM). Aufs ganze Jahr gesehen könnte jedes achte neu zugelassene E-Auto in den Export gegangen sein.

Während zwischen Januar und September 236.695 reine Elektrofahrzeuge neu zugelassen worden seien, habe sich die Elektroflotte in Deutschland nur um 207.435 Fahrzeuge erhöht. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass „der deutsche Staat die Elektromobilität im Ausland fördert“, heißt es. Demnach dürften allein im Jahr 2021 bis zu 240 Millionen Euro an staatlichen Fördergeldern nicht zweckgemäß verwendet worden sein.

Es gebe mehrere Ursachen für fehlende Fahrzeuge, etwa wenn sie nach einem Unfall oder einem Defekt verschrottet würden oder auch von Händlern nur kurz zugelassen würden, um sie danach als Gebrauchte günstiger loszuschlagen, sagt Studienautor Bratzel. Bei neuen E-Autos, die größtenteils stark nachgefragt seien, dürften solche Gründe jedoch die Ausnahme sein: „Für die weit überwiegende Zahl kommt als Erklärung nur der Export ins Ausland in Frage.“

Quelle: Wirtschaftswoche – Massenhafter Missbrauch: Wird die E-Auto-Förderung bald angepasst?

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Rekordjahr für Elektroautos in Sicht, Kaufprämie setzt Impulse

Rekordjahr für Elektroautos in Sicht, Kaufprämie setzt Impulse

Michael Neißendorfer  —  

Das DIW legt eine detaillierte Auswertung der E-Auto-Förderung vor. Und richtet eine klare Botschaft an die Politik.

MiSpeL: Bundesnetzagentur baut Hürden für V2G wieder ab

MiSpeL: Bundesnetzagentur baut Hürden für V2G wieder ab

Daniel Krenzer  —  

Nach einiger Kritik überarbeitet die Bundesnetzagentur MiSpeL. Für bidirektionales Laden und Vehicle-to-Grid sollen wichtige Hürden fallen.

Nissan startet Forschungsprojekt zum autonomen Fahren

Nissan startet Forschungsprojekt zum autonomen Fahren

Maria Glaser  —  

Mit „ADventure“ will der japanische Hersteller in Großbritannien einen autonomen Mobilitätsdienst unter realen Bedingungen untersuchen.

Industrial Accelerator Act: Spanien schlägt Kompromiss vor

Industrial Accelerator Act: Spanien schlägt Kompromiss vor

Laura Horst  —  

In Hinblick auf die „Made in EU“-Kriterien stehen die Länder unter Druck, eine Einigung zu finden, welche Länder von Subventionen profitieren sollen.

Teslas FSD: EU-Abstimmung am 6. Oktober fällt offenbar aus

Teslas FSD: EU-Abstimmung am 6. Oktober fällt offenbar aus

Daniel Krenzer  —  

Teslas FSD Supervised dürfte in der EU – wenn überhaupt – später als erwartet freigegeben werden. Der Termin am 6. Oktober scheint zu platzen.

Nun fix: Umweltplakettenpflicht für E-Autos entfällt

Nun fix: Umweltplakettenpflicht für E-Autos entfällt

Daniel Krenzer  —  

Der Bundesrat schafft die Umweltplakettenpflicht für Fahrzeuge mit E-Kennzeichen ab. Ein Beschluss des Bundestags war dafür nicht nötig.

Europas Batteriekapazitäten reichen für EU-Vorgaben nicht

Europas Batteriekapazitäten reichen für EU-Vorgaben nicht

Daniel Krenzer  —  

Eine neue ACEA-Studie warnt: Europas Batteriefertigung dürfte die geplanten EU-Lokalisierungsvorgaben zunächst nicht erfüllen können.