Mobility House: E-Flotten sparen mit dynamischen Tarifen Geld

Mobility House: E-Flotten sparen mit dynamischen Tarifen Geld
Copyright:

Grisha Bruev / Shutterstock / 359513828

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Das Münchner Unternehmen The Mobility House Solutions erweitert den Funktionsumfang seines Energie- und Lademanagementsystems ChargePilot. Mit einer dynamischen Tarifoptimierung sollen Flotten kostengünstiger laden können, da die Elektro- und Hybridautos bevorzugt dann automatisch laden, wenn Strom günstig oder sogar negativ bepreist ist.

Damit sind nach Herstellerangaben Einsparungen bei den Energiekosten elektrischer Flotten in Höhe von fast einem Drittel möglich. Bei der dynamischen Tarifoptimierung funktioniert ChargePilot wie eine Schaltzentrale und kombiniert Smart Charging mit Vehicle-Grid-Integration. Dabei stehe jedoch noch immer der zuverlässige Betrieb an erster Stelle, die Kostenoptimierung komme hinzu, so die Pressemitteilung.

Neue Wirtschaftlichkeit für elektrische Flotten

Die Elektrifizierung von kommerziellen Flotten wird immer wichtiger, um als Unternehmen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. In diesem Prozess ist The Mobility House Solutions tätig und unterstützt Unternehmen, wie beispielsweise das IT-Systemhaus Bechtle, bei der Umsetzung. Nach eigenen Angaben will der Anbieter die Art und Weise, wie Elektromobilität gedacht wird, neugestalten. Zum Ziel des Unternehmens, nämlich null Emissionen bei null Kosten, soll die neue, dynamische Tarifoptimierung beitragen.

Durch eine Kombination verschiedener Ansätze will The Mobility House Solutions die Energie- und Kostenbilanz jeder Flotte effektiv verbessern, wobei das eigene Lade- und Energiemanagementsystem ChargePilot das Fundament bildet: „Wir entwickeln ChargePilot mit dem klaren Ziel, Fahrzeuge und Energie intelligent zu vernetzen. Mit der dynamischen Tarifoptimierung gehen wir diesen Weg konsequent weiter, entlasten das Netz und machen E-Flotten noch wirtschaftlicher“, so Jan Wenke, Director Product and Technology bei The Mobility House Solutions.

Der lokal integrierte ChargePilot Controller steuere den Energiefluss in Echtzeit und nutze die Anschlussleistung für das Laden der Elektroautos, sodass teure Netzanschlusserweiterungen entfallen, so die Pressemitteilung. Durch den Ausgleich von Lastspitzen und eine effiziente Verteilung der verfügbaren Leistung sollen Betriebskosten gesenkt werden.

Einsparungen von bis zu 30 Prozent

Bei der dynamischen Tarifoptimierung, die das Unternehmen nun vorgestellt hat, können Flotten auf Basis der Spot Market Preise geladen werden, sodass die Elektroautos nur dann Strom beziehen, wenn die Energiepreise niedrig sind.

Die mitunter starken Preisschwankungen für Strom auf dem Markt werden dadurch genutzt, um den Unternehmen einen Vorteil zu schaffen. Manchmal schwanken Angebot und Nachfrage für Energie in Europa sogar so stark, dass die Preise bei Überangebot von erneuerbaren Energien ins Negative fallen. Dann können Flottenbetreiber für das Laden sogar bezahlt werden, so der Anbieter, und Nachhaltigkeit wird noch wirtschaftlicher. Im vergangenen Jahr habe es in Deutschland 457 Stunden mit negativen Strompreisen gegeben, so die Pressemitteilung. Nach Angaben von The Mobility House Solutions könne die dynamische Tarifoptimierung die Energiekosten durchschnittlich um 25 bis 30 Prozent senken.

Doch was passiert, wenn günstiger Strom nicht ausreicht, um die Fahrzeuge zu laden? Um zugleich die Betriebsfähigkeit der Flotte zu gewährleisten, wurden bei der dynamischen Tarifoptimierung von The Mobility House Solutions klare Prioritäten festgelegt. Das automatisierte System entscheidet noch vor der Geringhaltung der Kosten nach Faktoren wie der Einhaltung der lokalen Leistungsgrenzen und Mobilitätsbedürfnissen.

Das System wurde am Flughafen in Amsterdam bereits mit Elektrobussen erprobt und habe dort gezeigt, dass es auch in Flotten mit kurzen Standzeiten und eng getakteten Fahrplänen funktioniert, so The Mobility House Solutions. Das intelligente Laden der Busflotte von Transdev Connexxion habe ca. 30 Prozent der Energiekosten gespart, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen. Die bisherigen Pilotprojekte haben sich auf Schnellladesäulen bezogen, sollen aber nun auch an AC-Ladesäulen angeboten werden.

Quelle: The Mobility House Solutions – Pressemitteilung vom 28. Oktober 2025

worthy pixel img
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

E-Autos bei TCO im Schnitt mehr als 1000 Euro pro Jahr günstiger

E-Autos bei TCO im Schnitt mehr als 1000 Euro pro Jahr günstiger

Michael Neißendorfer  —  

Ein Verbrenner ist im Schnitt pro Jahr 1000 Euro teurer als ein Elektroauto. Mit Smart Metern wären E-Autos nochmal deutlich günstiger.

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Wenn der E-Lkw seine Batterie an einem Tag dreimal leerfährt

Michael Neißendorfer  —  

Mehr als 1000 km an einem Tag – und das mit einer Akkureichweite von nur 300 km: Ein Schweizer Logistiker zeigt, wie E-Lkw effizient eingesetzt werden können.

Umfrage zu E-Autos: Günstiger Strompreis sticht Kaufprämie aus

Umfrage zu E-Autos: Günstiger Strompreis sticht Kaufprämie aus

Michael Neißendorfer  —  

Für den Erfolg der Elektromobilität ist weniger die kommende Kaufprämie entscheidend, sondern vielmehr der Strompreis an der Ladesäule, so eine Umfrage.

Notstrom aus dem E-Auto: Was heute schon möglich ist

Notstrom aus dem E-Auto: Was heute schon möglich ist

Sebastian Henßler  —  

Oft ist PV-Strom da, wenn er gar nicht gebraucht wird. Ein Hersteller will nun E-Autobatterien als Energiespeicher nutzen.

Millionen Haushalte betroffen: T&E warnt vor Lade-Lücke in Mehrfamilienhäusern

Millionen Haushalte betroffen: T&E warnt vor Lade-Lücke in Mehrfamilienhäusern

Michael Neißendorfer  —  

Nach aktuellen Plänen bestehe die Gefahr, dass es keine Vorgaben für 5,6 Millionen Stellplätze in Mehrfamilienhäusern im Bestand gibt.

Der unsichtbare Reichweiten-Killer: Wie minderwertige Ladekabel Ihre E-Auto-Effizienz sabotieren

Der unsichtbare Reichweiten-Killer: Wie minderwertige Ladekabel Ihre E-Auto-Effizienz sabotieren

EAN Redaktion  —  

11 kW an der Wallbox bedeuten nicht automatisch 11 kW im Akku. Schlechte Ladekabel verursachen Verluste, die Zeit, Geld und Reichweite kosten.

Mercedes-Benz Trucks testet Megawattladen auf der Langstrecke

Mercedes-Benz Trucks testet Megawattladen auf der Langstrecke

Tobias Stahl  —  

Mercedes-Benz Trucks schickt den eActros 600 auf eine Reise von Deutschland nach Schweden, um das Megawattladen unter realistischen Bedingungen zu testen.