Der chinesische Automobilhersteller BYD hat im Juli den dritten Monat in Folge ein Absatzplus verzeichnet und dabei deutlich zugelegt. Möglich wurde die Beschleunigung vor allem durch die international stark gestiegene Nachfrage, während der Heimatmarkt weiterhin schwächelt. Nach eigenen Angaben verkaufte das Unternehmen im Juli rund 419.000 NEVS, ein Zuwachs von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit fiel das Wachstum deutlich stärker aus als im Juni, als lediglich ein Plus von 5,5 Prozent zu Buche stand.
Im Vergleich zum Vormonat legte der Absatz um 3,9 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Monatswert des laufenden Jahres. Der bisherige Rekord aus dem Dezember des Vorjahres mit rund 420.000 verkauften Einheiten wurde damit knapp verfehlt. Ein Blick auf die Struktur der Verkäufe zeigt, wie sehr sich das Kräfteverhältnis zwischen In- und Ausland verschoben hat.
Auslandsgeschäft bleibt zentraler Wachstumstreiber
Die Auslandsverkäufe von Pkw und Pick-ups erreichten im Juli mit rund 179.800 Einheiten einen neuen Höchststand, ein Plus von 124 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit entfiel etwa 43 Prozent des Gesamtabsatzes auf internationale Märkte, ein Anteil, der in etwa dem des Juni entspricht. Rechnerisch ergibt sich daraus ein Inlandsabsatz von knapp 239.000 Fahrzeugen, was einem Rückgang von rund 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Damit fiel der Rückgang deutlich moderater aus als in den Monaten zuvor.
Nach Fahrzeugkategorien betrachtet stiegen die Verkäufe von Pkw mit alternativen Antrieben im Juli um 20,5 Prozent auf rund 411.000 Einheiten, ein Plus von 3,5 Prozent zum Vormonat. Bei den Nutzfahrzeugen mit alternativem Antrieb verzeichnete BYD ein Wachstum von 149 Prozent auf 8100 Einheiten, was gegenüber dem Juni einem Zuwachs von 31,7 Prozent entspricht.
Blade Battery und Schiffskapazitäten als Engpässe
Auf dem Heimatmarkt hielt sich die Nachfrage trotz der saisonal schwächeren Sommermonate stabil, wie BYD mitteilte. Insbesondere Modelle mit Schnellladefunktion verkauften sich demnach weiterhin gut. Vom Modell Da Tang wurden mehr als 10.000 Einheiten abgesetzt, beim Tai 7 EV lag der Absatz knapp darunter. Die Produktionskapazität für die zweite Generation der Blade Battery werde zwar kontinuierlich erhöht, könne mit der Nachfrage aber weiterhin nicht Schritt halten, so das Unternehmen. Im Auslandsgeschäft liege die Nachfrage ebenfalls über dem verfügbaren Angebot, hier begrenze vor allem die Schiffskapazität das Wachstum.
Die Kernmarke BYD Auto, zu der die Baureihen Dynasty und Ocean zählen, kam im Juli auf rund 350.000 verkaufte Einheiten. Die Geländewagenmarke Fang Cheng Bao setzte 41.213 Fahrzeuge ab, ein Plus von 191 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Monatsrekord für die Marke. Denza verkaufte 19.200 Fahrzeuge, ein Zuwachs von 69 Prozent im Jahresvergleich, allerdings ein Rückgang von 5,7 Prozent gegenüber dem Juni. Die Luxusmarke Yangwang setzte 485 Fahrzeuge ab und legte damit um 43 Prozent zu.
Trotz der Erholung der vergangenen Monate liegt der kumulierte Absatz seit Jahresbeginn weiterhin unter dem Vorjahresniveau. Von Januar bis Juli 2026 verkaufte BYD insgesamt rund 2,23 Millionen Neuenergiefahrzeuge, ein Minus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Rückgang hat sich damit gegenüber dem ersten Halbjahr, in dem noch ein Minus von 15,7 Prozent zu Buche stand, spürbar verringert.
Die Auslandsverkäufe von Pkw und Pick-ups summierten sich im gleichen Zeitraum auf rund 969.000 Einheiten, was einem Anteil von 43,5 Prozent am Gesamtabsatz entspricht. Die kumulierten Verkäufe von Neuenergiefahrzeugen seit Markteinführung übersteigen laut Unternehmensangaben mittlerweile 17,3 Millionen Einheiten.
Quelle: Reuters – BYD’s sales rise for third month, buoyed by exports / CNEVPost – BYD July sales jump 21.8% as overseas deliveries hit fresh record









Wird geladen...