Cupra Raval VZ: Rebel mit echten Schwächen im Fahrtest

Cupra Raval VZ: Rebel mit echten Schwächen im Fahrtest
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Cupra

Stefan Grundhoff
Stefan Grundhoff
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Nicht allein in der Kleinwagenklasse hat der Cupra Raval – benannt nach einem Szeneviertel von Barcelona – seinen großen Auftritt. Wo optische Langweile an der Tagesordnung ist, glänzt der elektrische Spanier mit scharfem Blick, breiten Reifen und straffer Abstimmung. Und genauso fährt er sich auch – zumindest das Topmodell VZ.

Elektrische Kleinwagen wollen bei ihren potenziellen Kunden in erster Linie mit drei Aspekten punkten: einem günstigen Preis, hohem Alltagsnutzen und großer Effizienz. Darauf pfeift der Cupra Raval VZ. Okay: das Platzangebot in dem 4,05 Meter langen E-Spanier passt, die Sitze sind mehr als ordentlich und die beiden Displays mit Diagonalen von 10,25 und 12,9 Zoll zeitgemäß. Doch das war es auch schon, denn für mindestens 43.525 Euro gibt es deutlich größere Elektromodelle für die Familie, und wer mit dem Raval VZ allzu sportlich unterwegs ist, kann von knapp 400 Kilometern Reichweite nur träumen.

Doch der technische Zwillingsbruder von VW ID. Polo und Škoda Epiq will so rebellisch wie sein Name sein – unterstrichen von einem Äußeren, wie man es von den Cupra-Modellen bereist bestens kennt. Abgesehen vom säuselnden Elektroantrieb alles andere als ein Leisetreter, doch wo gibt es sonst schon eine gefällige Symbiose aus Kanten, Fugen und Proportionen, die sich wohltuend vom bisweilen müden Wettbewerb abheben? Klar, auch der Einsteiger-Raval mit 85 kW / 116 PS für mindestens 25.950 Euro kann sich durchaus sehen lassen, doch wenn schon, denn schon, und um das kleine 37-kWh-Batteriepajet sollte man ohnehin einen Bogen machen, denn sonst sackt die Reichweite nicht nur an kalten Wintertagen auch mal unter 250 Kilometer.

Cupra Raval VZ – Sportler mit Widersprüchen

Als VZ-Version will der Raval speziell die Innenstädte erobern, doch auch auf Landstraßen kann er mit seinem straffen Sportfahrwerk, breiterer Spur und 235er Pneus glänzen. Der Anzug des Fronttrieblers ist bissig – der Schub ist im Lenkrad spürbar, weil der Volkswagen Konzern dem einst so gefeierten Elektrokonzept mit dem Antrieb an der Hinterachse wieder den Rücken kehrte. Die elektronische Sperre sorgt dafür, dass sich die Störungen abgesehen von ambitionierter Gangart in Grenzen halten.

Doch so sehr die 166 kW / 226 PS für gute Laune beim Fahrer sorgen – auf der Autobahn und beim Nachladen wird es zäher als erwartet. Für eine ausgewiesene Sportversion sind abgeregelte 175 km/h als Maximaltempo nicht wirklich akzeptabel – bereits der erste VW Golf GTI mit 81 kW / 110 PS schaffte in den 1970ern 182 km/h und real sollten auch für eine E-Sportversion mit derart viel Leistung mehr als 200 km/h drin sein.

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Auch abseits von kurzen Zwischenspurts ist Tempo nicht die Sache des Cupra Raval VZ. An einem Schnelllader lädt er seine 52 kWh große Batterie mit maximal 105 kW nach. Das ist müde – aber immerhin mehr als die schwächeren Versionen mit gerade einmal 88 kW. Wer flott unterwegs ist, freut sich dagegen über die präzise Lenkung des Spaniers, ein gut abgestimmtes Fahrwerk, das sich in unterschiedlichsten Modi justieren lässt und wohl konturierte Sportsitze, die auch groß gewachsenen Insassen exzellenten Seitenhalt bieten.

Bei flotter Gangart gehen die Mundwinkel schnell nach oben und die Pupillen weiten sich – leider presst das die digital angezeigte Restreichweite schmerzhaft nach unten, und aus den in Aussicht gestellten 380 Kilometern werden schnell deutlich weniger als 300 – bei bestem Wetter. Kein Gedanke, wie das bei der klein dimensionierten 37-kWh-Version aussehen würde, die aber eben auch gerade einmal die Hälfte der Leistung bietet, ohne dabei ein Biedermann zu sein.

Rebel mit echten Schwächen

Flott durch die City, die Lieblingsmusik aus dem 475-Watt-System wummernd, immer wieder diese etwas zu leichte, aber ungemein präzise Lenkung genießend, das stramme Gesamtpaket nutzend, ist der Raval VZ einer, der vieles anders macht im Segment der Elektrokleinwagen, die oft das Gefühl von Verzicht aufkommen lassen.

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Das verhindert nicht allein das Fahrverhalten, sondern auch das gefällige Design im Innern, die zumeist gefällig bespannten Oberflächen, das einem eben trotz kompakter Abmessungen deutlich mehr als 40.000 Euro wert sein muss, während das Segment gegen die magische 20.000-Euro-Marke ankämpft, die bisher nur Billigmodelle knacken.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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