VW will CO2-Bilanz mit Elektro-Kleinwagen verbessern

VW will CO2-Bilanz mit Elektro-Kleinwagen verbessern
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Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Der europäische Markt für elektrische Kleinwagen boomt. Daher verwundert es nicht, dass Volkswagen im Herbst vergangenen Jahres seine neue Produktreihe „Electric Urban Car Family“ angekündigt hat. Mit den kompakten Elektroautos will der Konzern Elektromobilität nicht nur zu ansprechenden Preisen anbieten, sondern zugleich die eigene CO₂-Bilanz verbessern, da ansonsten eine Strafe in Milliardenhöhe drohen könnte.

Der Marktstart der kleinen Elektroautos, beginnend mit dem Cupra Raval im März, läutet zugleich das Ende der Verbrennerpendants ein, wie Thomas Schäfer, Vorstandsvorsitzender der Kernmarke Volkswagen Pkw, bereits im Dezember angekündigt hat. Zunächst soll der Polo mit Verbrennungsmotor zwar weiter in Südafrika gebaut werden, aufgrund der Abgasregulierung würden die Autos jedoch langfristig „zu teuer für unsere Kunden“ werden.

ID. Polo als „Wendepunkt“

Mit den neuen Elektroautos kehrt Volkswagen außerdem zu den gewohnten Bezeichnungen zurück und streicht schrittweise die ID-Ziffern, wie etwa beim ID. Polo, der in der Entwicklungsphase noch als ID.2 bezeichnet wurde.

Der ID. Polo markiert aus Sicht des Automarkt-Analysten Matthias Schmidt einen Wendepunkt, denn die Gewinnmarge ist bei dem Elektroauto in dieser Klasse erstmals so hoch wie mit einem Verbrennungsmotor. Einstiegspreise von 25.000 Euro für rund 300 Kilometer Reichweite kann Volkswagen laut dem Analysten vor allem aufgrund der kostengünstigen Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) anbieten, die inzwischen den Weltmarkt dominieren.

Kunden profitieren von Kaufprämie

Neben dem Cupra Raval und dem Škoda Epiq hat die Kernmarke mit dem ID. Cross ein zweites Kleinwagen-Modell angekündigt. Branchenexperten prognostizieren dem kompakten SUV die höchsten Verkaufszahlen, zum einen aufgrund der Beliebtheit von SUVs im Allgemeinen, aber auch, weil VW die wichtigste Marke im Verbund ist.

Der Verkaufsstart der Kleinwagen-Reihe in Deutschland fällt mit der neuen Verkaufsprämie zusammen. Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unter 80.000 Euro könnten von einer Förderung von bis zu 6000 Euro profitieren.

LFP-Akkus senken die Preise deutlich

Während kostengünstigere LFP-Akkus es dem Konzern ermöglichen, erschwingliche Elektroautos anzubieten, haben die CO₂-Vorgaben der EU die Entwicklung der Kleinwagen ebenfalls vorangetrieben. Im vergangenen Jahr hat Volkswagen die Grenzwerte stärker als alle anderen Konzerne verfehlt, lautet das Fazit der Forschungseinrichtung International Council on Clean Transportation (ICCT). Statt der durch die Europäische Kommission vorgeschriebenen 93 Gramm pro Kilometer lag der Durchschnitt der von VW zugelassenen Pkw bei 102 Gramm CO₂ pro Kilometer.

Nach den ursprünglichen EU-Regelungen hätte der Konzern im vergangenen Jahr rund 2,3 Milliarden Euro Strafe zahlen müssen, was den Gewinn von rund 19 Milliarden Euro deutlich geschmälert hätte. „Formal hätte der Volkswagen-Konzern pro verkauftem Pkw und pro Gramm Überschreitung 95 Euro Strafe nach Brüssel überweisen müssen“, erklärte Jan Dornoff vom ICCT gegenüber der Zeit.

Neue Klasse für elektrische Kleinwagen

Durch die Anpassung der EU, die in 2025 festlegte, dass die Autoindustrie die Grenzwerte nicht in jedem Jahr erfüllen muss, sondern im Mittel der Jahre 2025 bis 2027, blieb Volkswagen noch einmal verschont. Eine große Zahl neu zugelassener Elektroautos in diesem und im nächsten Jahr könnte dabei helfen, das verfehlte CO₂-Ziel zu kompensieren, da diese mit null Gramm in die Bilanz eingehen.

Die preisgünstigen Elektro-Kleinwagen bieten noch größeres Potenzial, denn im Dezember hat die Europäische Kommission die Einführung einer neuen Klasse besonders förderungswürdiger elektrischer Kleinwagen vorgeschlagen, die den Namen M1e tragen soll. Darunter sollen Elektroautos mit einer Länge von unter 4,2 Metern fallen. Laut dem Entwurf sollen sie mit dem Faktor 1,3 in die CO₂-Bilanz einfließen. Dadurch zähle der Verkauf von drei elektrischen Kleinwagen so, als wären fast vier der kompakten Stromer auf die Straße gebracht worden.

Quelle: Die Zeit – Kleine E-Autos rechnen sich nicht? Von wegen

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