Als Gamechanger hatte Cupra-CEO Markus Haupt den Raval bei seiner Weltpremiere im April dieses Jahres bezeichnet. Vertriebschef Sven Schuwirth zieht im Interview mit dem Magazin Electrified nun eine Zwischenbilanz und verkündet: „Die Bestelleingänge sehen super aus. Sie sind besser als alles, was wir erwartet haben“.
„Ich bin jetzt fast 30 Jahre im Volkswagen-Konzern tätig, doch so einen Launchstart habe ich noch nicht gesehen“, sagt Schuwirth. Konkrete Zahlen will er zwar nicht nennen, verrät aber stattdessen zwei Ziele für das jüngste Cupra-Modell: In diesem Jahr will die VW-Tochter etwas über 30.000 Autos ausliefern, 2028 soll der Raval das meistverkaufte Cupra-Modell werden. Im spanischen Werk Martorell, wo der Raval zusammen mit dem Volkswagen ID. Polo gefertigt wird, habe man bereits zusätzliche Produktionskapazitäten angefragt.
Kleinerer Akku seit Kurzem bestellbar
Im April hat Cupra den Raval im Online-Konfigurator freigeschaltet. Dabei konnten zunächst nur die Modellvariante Raval Dynamic sowie das Top-Modell Raval VZ mit der 52-kWh-NMC-Batterie, die bis zu 450 Kilometer Reichweite bietet, vorbestellt werden. Seit Kurzem ist mit der Plus-Variante erstmals eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie erhältlich, die mit einer Kapazität von 37 kWh etwa 300 Kilometer Reichweite ermöglicht.
Strategisch war es laut Schuwirth naheliegend, mit dem größeren Akku zu starten. „Das Thema Reichweite hat für den Kunden nach wie vor eine große Relevanz, egal ob man das Auto als Erst-, Zweit- oder Drittwagen nutzt“, erklärt er. Bei Cupra sei man von Anfang an davon ausgegangen, dass der größere Akku bei den Kunden stärker nachgefragt wird.
Sowohl im globalen als auch im europäischen Durchschnitt rechnet der Vertriebschef 2026 mit einem Elektro-Anteil von etwa 30 Prozent, gegenüber einem Anteil von 24 Prozent 2025. Plug-in-Hybride dürften in etwa die Hälfte der verbleibenden Verbrennermodelle ausmachen. „Elektromobilität ist die Zukunft, es gibt kein Zurück mehr“, so Schuwirth. Dies sei auch bei den Kunden angekommen. Er rechne zudem damit, dass in Europa 2027 der Tipping-Point erreicht werde.
Cupra soll „jugendlichen Spirit“ verkörpern
Bei vielen Menschen habe sich das Mindset geändert, und Cupra spreche mit dem Raval, der nach dem beliebten Touristenviertel Barcelonas benannt wurde, genau diese Zielgruppe an. „Ich glaube, wir haben mit dem Raval den Zahn der Zeit getroffen“, merkt Schuwirth an. Cupra soll aus Sicht des Vertriebschefs für „jugendlichen Spirit“ stehen, der „nicht zwingend an das Geburtsdatum im Personalausweis gekoppelt“ ist.
Dementsprechend entschied sich der Automobilhersteller bei der Premiere auch für einen ungewöhnlichen Ansatz und präsentierte den Raval in zwölf Städten gleichzeitig, begleitet von Live-Konzerten. „Wir wollten das Auto dahin bringen, wo unsere Zielgruppe ist, und es zu einem integralen Bestandteil urbaner Popkultur machen“, so Schuwirth.
3 Prozent Marktanteil bis 2030
„Unsere Rolle ist es, eine Marke für diejenigen zu sein, die ein Stück weit anders sein wollen, sich mit unseren Werten identifizieren. Wir fokussieren uns bewusst auf unsere Klientel, wohl wissend, dass es nicht jedermanns Sache ist“, ergänzte er. Cupra plane daher nicht, ein Massenhersteller zu werden, strebe aber einen relevanten Marktanteil von drei Prozent bis 2030 in Europa an, während es im vergangenen Jahr 2,2 Prozent waren.
2025 war für Cupra mit 328.000 Auslieferungen bisher das erfolgreichste Geschäftsjahr. Im ersten Quartal 2026 setzte der Hersteller rund 79.000 Einheiten ab, wobei der März der stärkste Monat in der Markengeschichte war. „Wir werden weiter kontinuierlich wachsen“, sagte Schuwirth. „Wichtig ist, eroberte Kunden stärker zu loyalisieren – nicht nur über klassische Instrumente, sondern auch über die emotionale Komponente, den Tribe-Gedanken.“
Quelle: Electrified – Schuwirth: So einen Launchstart habe ich noch nicht gesehen








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