Wie Cupra Kiro jede Formel-E-Sekunde durchplant

Wie Cupra Kiro jede Formel-E-Sekunde durchplant
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Cupra

Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Sobald in der Formel E die Startampel erlischt, ist die eigentliche Arbeit längst getan. Wochen und Monate vorher legen Ingenieur:innen den Grundstein für Entscheidungen, die am Renntag über Sieg oder Niederlage bestimmen. Beim Team Cupra Kiro geben die Strategieingenieure David Crespo und Ignacio Llanso Einblick in diesen Prozess, der lange vor dem eigentlichen Rennwochenende beginnt und bis in die letzte Runde hineinreicht.

Die Rennstrategie nimmt bereits vor Saisonbeginn Form an. Grundlage sind Simulationen, die 21 Tage vor jedem Rennen verfeinert werden, sobald der Motorsport-Weltverband FIA die technischen Streckendaten liefert. Darunter fallen auch Details zum sogenannten Attack Mode, einem vorgeschriebenen, zeitlich begrenzten Leistungsschub, der an einem festgelegten Streckenabschnitt aktiviert werden kann und bei Überholmanövern oft den entscheidenden Unterschied macht.

Ein Blick auf historische Renndaten hilft dem Team dabei, mögliche Verläufe frühzeitig einzuschätzen. „Wir analysieren Rennen aus der Vergangenheit, die ähnliche Merkmale aufweisen wie das bevorstehende. Wir gliedern sie in verschiedene Kennzahlen und Statistiken auf, um vorherzusagen, was passieren wird, und treffen auf dieser Grundlage Entscheidungen“, erklärt David Crespo, Strategieingenieur bei Cupra Kiro.

Im Zentrum steht dabei stets das Energiemanagement in Echtzeit, also die Frage, wann Batteriekapazität geschont, wann Leistung abgerufen und wann überholt werden soll, ohne den Verbrauch über die gesamte Renndistanz zu gefährden. Nach eigener Aussage plant das Team dabei bewusst mit einem Überschuss an Szenarien und erstellt üblicherweise ein zehn bis zwanzig Seiten umfassendes Dokument mit Handlungsoptionen für nahezu jede denkbare Situation.

Sekundenschnelle Entscheidungen aus der Box

Am Rennwochenende selbst wird der vorbereitete Plan zunächst an die Qualifikationsergebnisse angepasst, bevor die Ingenieure das Geschehen in Echtzeit aus der Box verfolgen. Rundenzeiten und Abstände zwischen den Fahrenden zählen zu den wichtigsten Werten, die während des Rennens im Blick bleiben, ergänzt um Energiedaten, die vor dem Start noch nicht vorliegen. „Das sind zwei der Kennzahlen, die uns vor dem Rennen nicht vorliegen und die darüber entscheiden, wann der Angriffsmodus aktiviert wird, wann ein Boxenstopp eingelegt wird und welche anderen wichtigen Entscheidungen wir auf der Strecke treffen müssen“, so Ignacio Llanso, Strategieingenieur bei Cupra Kiro.

Cupra

Unterstützung kommt von der Mission Control in Silverstone, die zusätzliche Echtzeitdaten wie Wetterbedingungen und die Strategien konkurrierender Teams auswertet und dabei sogar deren Funkkommunikation mitverfolgt. Ziel ist es laut Crespo, nachzuvollziehen, was andere Teams gerade tun, um entsprechend reagieren zu können.

Wenn das Cockpit die Strategie trägt

Neben Daten und Simulationen hängt der Erfolg maßgeblich von der Kommunikation mit den Fahrenden ab, schließlich sind sie es, die die Strategie auf der Strecke tatsächlich umsetzen. „Wir haben die Ergebnisse der Simulationen, die historischen Daten und alles andere, aber das Feedback der Fahrer wiegt schwerer als all das“, erläutert Llanso und verweist auf die Bedeutung der Wahrnehmung aus dem Cockpit. Dieser Austausch beginnt bereits im Simulator und setzt sich während des gesamten Rennens fort, gesteuert von den jeweiligen Renningenieuren.

Hinzu kommt eine Gratwanderung bei der Menge an Informationen, die weitergegeben wird. „Man muss darauf achten, den Fahrer nicht zu überfordern. Daher müssen wir sehr gut steuern, welche Informationen wir weitergeben“, so Crespo. Gleichzeitig gebe es Aspekte der Rennsituation, die vom Cockpit aus schlicht nicht einsehbar seien und deshalb zwingend kommuniziert werden müssten, damit die Fahrer:innen reagieren können. Am Ende zeigt sich: Die Leistung eines Formel-E-Teams entscheidet sich nicht nur auf der Strecke, sondern ebenso in der Vorarbeit an Simulationen, der Auswertung von Echtzeitdaten und der engen Abstimmung zwischen Ingenieur:innen und Fahrer:innen.

Quelle: Cupra – Hinter den Kulissen der Formel E – So bereitet CUPRA KIRO seine Strategie vor

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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