CO₂-Flottenziele: Autobauer verkaufen zu wenige E-Autos

CO₂-Flottenziele: Autobauer verkaufen zu wenige E-Autos
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BMW

Laura Horst
Laura Horst
  —  Lesedauer 3 min

Um die von der EU vorgeschriebenen Grenzwerte bei den CO₂-Emissionen für 2025 einzuhalten, müssen die Autohersteller deutlich mehr Elektroautos verkaufen. Die Marktbeobachtungsfirma S&P Global Mobility kommt nach einer Prognose zu dem Ergebnis, dass die meisten großen europäischen Hersteller zu wenig Stromer verkaufen. Lediglich der BMW-Konzern stellt eine Ausnahme dar.

Der BMW-Konzern erreichte in den ersten neun Monaten dieses Jahres laut der S&P Global Mobility Prognose bei den batterieelektrischen Autos einen Anteil von 24,5 Prozent und steigerte sich gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich. Als einziger großer Hersteller übertrifft das Unternehmen damit die Marke von 20 Prozent an Elektroautos, die in der Branche als Schwelle für die Einhaltung der CO₂-Grenzwerte für die Flotte der neu zugelassenen Autos gilt. Zusammen mit einem Marktanteil von mehr als 15 Prozent bei den Plug-in-Hybriden erreichte der Münchner Autobauer einen Verkaufsanteil von 40 Prozent bei den Autos, die elektrisch geladen werden können.

CO₂-Grenzwerte: E-Auto-Anteil muss deutlich steigen

Die CO₂-Grenzwerte hat die EU zwischenzeitlich schon einmal angepasst. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Hersteller bereits im Jahr 2025 einen durchschnittlichen Maximalwert von 93,6 Gramm CO₂ pro Kilometer erreichen, nun gilt dieser Wert im Zeitraum von 2025 bis 2027. Während der Wert für Hersteller von überdurchschnittlich vielen schweren Autos etwas höher angesetzt ist, müssen Kleinwagenproduzenten einen niedrigeren Wert erreichen.

Der Wert von 93,6 Gramm CO₂ entspricht einem Verbrauch von 4,1 Litern auf 100 Kilometer für Autos mit Ottomotor, während es bei einem Dieselmotor 3,6 Liter sind. Weil solche Verbrauchswerte mit Verbrennungsmotoren in der Regel nicht erreicht werden, müssen die Hersteller den Anteil an Elektroautos in der Flotte von verkauften Neuwagen deutlich steigern. Batterieelektrische Autos gelten als lokal emissionsfrei und zählen mit null in die Berechnung der Gesamtemissionen. Für Plug-in-Hybride wird nach den aktuellen Regeln nur eine geringe CO₂-Summe mitberechnet.

Stellantis enttäuscht, Volkswagen steigert sich deutlich

Weit entfernt von der 20-Prozent-Schwelle liegt in diesem Jahr der Stellantis-Konzern. Im Dezember 2024 hatte der damalige Europachef Jean-Philippe Imparato gegenüber der FAZ das Ziel mitgeteilt, 2025 einen E-Auto-Anteil von 21 Prozent anzustreben. Tatsächlich lag der Anteil reiner Stromer bisher gerade einmal bei 10,5 Prozent. Henner Lehne, verantwortlich für die Auto- und Antriebsdaten von S&P Global Mobility, verweist auf die schwachen Marktanteile des Stellantis-Konzerns in Ländern mit großem Elektroautoabsatz wie den Niederlanden oder Schweden.

Hingegen sei Volkswagen stärker in allen europäischen Märkten und habe sogar in Frankreich um 70 Prozent zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Konzern sich enorm gesteigert und konnte den Elektroauto-Anteil von 9,8 auf 16,8 Prozent erhöhen. Im Gegensatz zu BMW und Volkswagen hat Mercedes sich einer rein elektrischen Strategie verschrieben, der Elektroautoanteil stagniert jedoch bei 15 Prozent. Neue Modelleinführungen in 2026 könnten aber zum Wachstum des Elektroautoanteils beitragen.

Quelle: FAZ – Autohersteller verkaufen zu wenig E-Autos

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