Die Absatzzahlen chinesischer Automobilhersteller für Juli zeichnen ein zweigeteiltes Bild. Während etablierte Konzerne wie BYD, Chery und Geely vom Auslandsgeschäft profitieren und teils neue Bestmarken erreichen, kämpfen mehrere Elektroauto-Start-ups mit rückläufigen Zahlen gegenüber dem Vormonat. Damit liefert der Juli für die Einordnung der Marktentwicklung gleich mehrere Signale, die über reine Stückzahlen hinausgehen.
Den Ton gibt erneut BYD vor. Der Konzern verkaufte im Juli rund 419.000 NEVs, ein Plus von 21,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Monatswert des laufenden Jahres. Die Auslandsauslieferungen von Pkw und Pick-ups erreichten mit knapp 180.000 Einheiten einen neuen Rekord und wuchsen um 124 Prozent. Damit stammte rund 43 Prozent des Gesamtabsatzes aus dem Auslandsgeschäft, während die Inlandsverkäufe mit etwa 239.000 Einheiten zwar weiterhin rückläufig blieben, sich der Rückgang aber deutlich abschwächte.
Ähnlich stellt sich die Lage bei Chery Group und Geely Auto dar, die ebenfalls auf den Export als Wachstumstreiber setzen. Chery lieferte rund 277.000 Fahrzeuge aus, ein Zuwachs von 23 Prozent, und wurde mit gut 202.000 exportierten Einheiten zum ersten chinesischen Hersteller, der in einem einzelnen Monat die Marke von 200.000 Auslandsauslieferungen übertraf. Geely Auto steigerte den Gesamtabsatz auf rund 250.000 Fahrzeuge, wobei die Exporte mit knapp 107.000 Einheiten den zweiten Monat in Folge über 100.000 lagen und um mehr als 200 Prozent zulegten.
Neue Bestmarken bei Leapmotor und Zeekr
Während die großen Konzerne vom Auslandsgeschäft getragen werden, sorgen im Segment der jüngeren Marken vor allem Leapmotor und Zeekr für Aufsehen. Leapmotor knackte im Juli erstmals die Marke von 100.000 monatlichen Auslieferungen. Mit rund 101.000 ausgelieferten Fahrzeugen stieg der Absatz um 102 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um gut acht Prozent gegenüber Juni, der vierte Rekordmonat in Folge. Auch die Marke Zeekr verzeichnete mit knapp 36.000 Auslieferungen einen neuen Höchstwert und ein Plus von 111 Prozent, wenngleich sich das Wachstumstempo gegenüber Juni auf unter zwei Prozent verlangsamte, den niedrigsten Wert seit März.
Ein anderes Bild zeigt sich bei den etablierten Elektroauto-Start-ups. Nio lieferte im Juli rund 36.000 Fahrzeuge aus, 71 Prozent mehr als im Vorjahr, aber gut elf Prozent weniger als im Juni und damit den ersten Rückgang seit drei Monaten. Das Elektro-SUV ES8 kehrte mit gut 10.000 Einheiten über diese Marke zurück. Xpeng kam auf rund 38.000 Auslieferungen, ein moderates Plus von knapp vier Prozent, blieb damit jedoch unter den von der Deutschen Bank zitierten Händlererwartungen von 45.000 Einheiten. Als limitierender Faktor galten demnach knappe Lieferungen des Mona L03.
Auch bei Li Auto setzte sich der Abwärtstrend fort, wenngleich abgeschwächt. Das Unternehmen verzeichnete mit rund 30.500 Fahrzeugen den dritten Rückgang in Folge im Jahresvergleich, wobei sich das Minus von zuvor knapp 15 Prozent im Juni auf unter einen Prozentpunkt verringerte. Li Xinyang, verantwortlich für die Produktlinie des Unternehmens, erklärte, ein vorübergehender Engpass bei der Scheinwerferzulieferung habe die Produktion des batterieelektrischen SUV Li i6 in der zweiten Julihälfte um rund 4000 Einheiten unter den ursprünglichen Plan gedrückt.
Wechselhaftes Bild bei weiteren Anbietern
Neben den genannten Marken liefert der Juli ein uneinheitliches Bild kleinerer und mittlerer Anbieter. Huawei-Partner HIMA (Harmony Intelligent Mobility Alliance) lieferte rund 45.000 Fahrzeuge aus, knapp fünf Prozent weniger als im Vorjahr und der zweite Rückgang in Folge. Xiaomi EV bestätigte lediglich erneut, die Marke von 30.000 Auslieferungen überschritten zu haben, ohne wie schon in den drei Vormonaten eine genaue Zahl zu nennen.
Deepal, die Elektromarke von Changan, kam auf rund 29.000 Einheiten, Arcfox von BAIC Group auf rund 25.000 Einheiten, ein Plus von 121 Prozent. SAIC-GM-Wuling meldete 120.000 verkaufte Fahrzeuge, davon knapp 73.000 NEVs, während Volkswagen Anhui mit gut 2000 Auslieferungen ein Plus von 170 Prozent verzeichnete.
Quelle: CnEVPost – Roundup: July 2026 deliveries by major automakers in China









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