Die Zulassungen von Elektroautos steigen stetig, und immer mehr Menschen denken darüber nach, sich ein E-Auto anzuschaffen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat dies zum Anlass genommen, in einer aktuellen Mitteilung die wichtigsten Fakten, Daten und Zahlen zu E-Autos zusammenzutragen.
„Die E-Mobilität wird immer beliebter, immer mehr Menschen in Deutschland fahren ein E-Auto – und sind vom Fahrerlebnis begeistert. Gleichzeitig sind leider viele trotzdem noch skeptisch und unsicher, ob sie sich ein E-Auto anschaffen sollen. Dies hat mitunter mit mangelnder Erfahrung mit der E-Mobilität zu tun, oder mit der praktischen Frage, wie die spezifischen Ladebedingungen sind“, kommentiert VDA-Präsidentin Hildegard Müller.
Es gebe aber auch „den ein oder anderen Irrglauben, der sich hartnäckig hält“, so Müller weiter. Sie sei daher überzeugt: „Aufklärung und Fakten helfen, um noch mehr Menschen von der E-Mobilität zu überzeugen. Das ist unser Ziel.“ Gleichzeitig gebe es natürlich auch „berechtigte Bedenken, zum Beispiel bezüglich des Ladeangebots oder der Ladestrompreise.“ Hier brauche es „mehr Engagement insbesondere der Politik und z.B. der Energiewirtschaft. Besonders wichtig: öffentliche Lademöglichkeiten müssen ausgebaut, die Stromnetze ertüchtigt und der Preis für Ladestrom gesenkt werden.“
1. Die meisten Strecken lassen sich problemlos mit dem E-Auto zurücklegen
Die Reichweite eines E-Autos ist abhängig von der Batteriegröße, die je nach Fahrzeugklasse zwischen etwa 30 kWh und mehr als 100 kWh variieren kann. Damit lassen sich Reichweiten von etwa 200 bis über 700 km erreichen. Dank technologischer Fortschritte werden immer höhere Reichweiten erreicht. Aktuelle Spitzenmodelle haben sogar Reichweiten von bis zu 900 km und, je nach Fahrweise, sind bei einigen Modellen mit nur einem Ladestopp mehr als 1000 Kilometer auf der Autobahn möglich.
Darüber hinaus gilt, dass die Reichweite – wie beim Verbrenner auch – von Faktoren wie Fahrstil, Außentemperatur, Klimatisierung oder Beladung abhängig ist. Viele Menschen schätzen auch ihren Bedarf falsch ein: 95 Prozent aller Strecken, die im motorisierten Individualverkehr zurückgelegt werden, sind unter 50 Kilometer lang – eine Distanz, die sich mit allen E-Modellen problemlos zurücklegen lässt. Und bei langen Fahrten, zum Beispiel auf dem Weg in den Urlaub, kann man mit einer Planung der Reise für Sicherheit sorgen.
2. Spitzenmodelle sind in maximal 20 Minuten fast voll geladen
Wer zu Hause laden kann, ist fein raus: Ankommen, einstecken, und tags darauf ist der Akku voll. Auch wer auf der Arbeit oder beim Einkaufen laden kann, lädt nebenbei und ohne Zeitverlust. Beim öffentlichen Laden, wo die Zeit ein größerer Faktor ist, hängt Dauer des Ladevorgangs wesentlich vom zur Verfügung stehenden Ladepunkt ab. An einer AC-Ladesäule (bis 22 kW) dauert der Ladevorgang – je nach Modell – in der Regel zwischen 2 bis 5 Stunden. Doch nicht immer hat man so viel Zeit. DC-Ladesäulen mit bis zu 350 und mehr kW ermöglichen das Schnellladen, hier ist das Elektroauto meist in rund einer halben Stunde zu 80 Prozent geladen. Mit neuen Spitzenmodellen lädt man sogar in unter 20 min die Batterie zu etwa 80 Prozent auf.
Und auch wenn beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland noch viel zu tun ist, gilt: Es gibt hierzulande immer mehr öffentliche Ladepunkte. Rund 206.000 sind es aktuell. Davon sind gut 53.000 Schnellladepunkte.
3. Batterien halten lange
Moderne Batterien für Elektroautos sind so konzipiert, dass sie Hunderte Ladezyklen überstehen, ohne dass ihre nutzbare Kapazität und damit ihre Reichweite signifikant sinkt. Das bedeutet, dass Fahrer ihr Elektroauto viele Jahre lang nutzen können, ohne die Batterie austauschen zu müssen. Bereits heute gilt: In der Regel sind in Europa Batteriegarantien von mindestens 70 Prozent der ursprünglich nutzbaren Kapazität nach 8 Jahren Nutzung oder 160.000 Kilometer Laufleistung üblich.
In der Praxis haben E-Autos aber auch nach dieser Zeit meist eine höhere Kapazität zwischen 80 und 90 Prozent. Künftig gilt zudem eine EU-Richtlinie: Gemäß Euro-7-Norm müssen Batterien nach fünf Jahren oder 100.000 Kilometern-Laufleistung mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweisen und nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern mindestens 72 Prozent.
Zudem zeigen mehrere aktuelle Studien, dass die Batterien – abhängig vom individuellen Nutzungsverhalten – auch deutlich länger halten. Die meisten getesteten Batterien weisen selbst nach mehr als 200.000 Kilometern Laufleistung noch eine Restkapazität von über 80 Prozent auf. Und selbst bei hohen Laufleistungen, die 200.000 Kilometer übersteigen, bleibt die nutzbare Restkapazität stabil. Das gilt übrigens auch bei der Nutzung des bidirektionalen Ladens. Die Technik ermöglicht es E-Autos, nicht nur Strom aufzunehmen, sondern auch wieder abzugeben. So kann zum Beispiel nicht benötigte Energie aus der Batterie ins Hausnetz des Nutzers eingespeist werden.
4. E-Autos verursachen deutlich weniger CO2 als vergleichbare Verbrenner
Zwar entstehen bei der Produktion von E-Autos zunächst höhere CO2-Emissionen als bei vergleichbaren Verbrennern. Hintergrund ist, dass die Produktion der Batterie energie- und ressourcenintensiv ist. Über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs ändert sich das Bild allerdings deutlich. Etliche wissenschaftliche Untersuchungen und Studien zeigen, dass Elektroautos heute über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Herstellung über die Nutzung bis zum Recycling – rund 40 Prozent weniger Treibhausgase verursachen als vergleichbare Verbrennerfahrzeuge. Wer sein Fahrzeug mit Grünstrom lädt, verbessert die Bilanz noch weiter und kann die Emissionen um bis zu 70 Prozent senken.
Das Gute: Die Umweltbilanz von E-Autos wird mit jedem Fortschritt in der Batterieproduktion, beim Recycling und durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien in der Stromproduktion immer besser.
5. Ohne Werkstattbesuch: Over-the-air-Software Updates halten Fahrzeuge auf dem neuesten Stand
Es ist richtig, dass die technische Entwicklung bei E-Autos besonders schnell voran geht. Manche befürchten deshalb, ein E-Auto könnte bereits wenige Jahre nach dem Kauf digital veraltet sein. Es stimmt zwar, dass die Digitalisierung im Fahrzeug seit Jahren immer bedeutsamer wird – das gilt aber unabhängig vom Antrieb.
Sogenannte Over-the-air-Software Updates ermöglichen drahtlose Software-Aktualisierungen ohne Werkstattbesuch und halten Fahrzeuge auf dem neuesten Stand. Egal, ob es sich um ein Elektrofahrzeug oder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor handelt. Damit bleiben gebrauchte E-Autos ebenso auf dem Stand der Technik wie vergleichbare Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
6. Mit dem E-Auto lässt sich auch Geld verdienen
Das bidirektionale Laden steigert die Attraktivität der E-Mobilität durch niedrigere Ladekosten, hebt Erlöspotenziale an den Strommärkten und kann die Netzstabilität erhöhen. Die deutsche Automobilindustrie will, so der VDA, beim bidirektionalen Laden Vorreiter und Technologieführer sein, und die Unternehmen investieren erhebliche Summen, um das bidirektionale Laden im Markt zu etablieren. Im laufenden Jahr 2026 werden seitens der deutschen Hersteller bereits 20 verfügbare Fahrzeugmodelle für die Rückspeisung in das Stromnetz vorbereitet sein. Und in den kommenden Jahren ist eine weitere deutliche Steigerung der im Markt verfügbaren Fahrzeugmodelle zu erwarten – vorausgesetzt, die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen.
Der VDA ist überzeugt: Gelingt eine entsprechende Flankierung durch Regulierung, kann sich Deutschland zum Leitmarkt für das bidirektionale Laden entwickeln. Die gute Nachricht: Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet diese Entwicklung, dass sich mit dem mobilen Speicher E-Auto zukünftig sogar Geld verdienen lässt. Umgerechnet auf die Laufleistung sind Erlöse für deutlich mehr als 10.000 kostenlose Elektro-Kilometer drin.
7. E-Mobilität auch bei Nutzfahrzeugen mit großen Potenzialen
Die E-Mobilität spielt nicht nur bei Pkw eine zunehmend wichtige Rolle. Auch im Straßengüterverkehr ist die Transformation zur klimaneutralen und digitalen Mobilität der Zukunft von Seiten der Fahrzeughersteller sowie der Zulieferer in voller Fahrt. Denn im Bereich der Nutzfahrzeuge gibt es großes Potenzial für den Klimaschutz, knapp 30 Prozent der CO2-Emissionen auf Europas Straßen werden durch den Schwerlastverkehr verursacht.
Die deutschen Hersteller bieten für alle Fahrzeugkategorien CO2-neutrale Lösungen an. Überzeugen kann man sich davon zum Beispiel bei der IAA Transportation, die im September in Hannover stattfinden wird. Bereits heute sind batterieelektrische Lkw mit Reichweiten von bis zu 700 Kilometern verfügbar.
8. Deutsche Hersteller treiben die Elektromobilität voran
Die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie – Hersteller wie Zulieferer – treiben den Wandel zur klimaneutralen und digitalen Mobilität mit Innovationen und Investitionen weiter voran. In den Jahren 2026 bis 2030 investieren sie dem VDA zufolge weltweit etwa 320 Milliaden Euro in Forschung und Entwicklung, die Elektromobilität spielt hier eine besonders große Rolle. Weitere ca. 220 Milliarden Euro fließen in Sachinvestitionen, darunter den Umbau von Werken.
Deutschland ist heute weltweit der nach China zweitgrößte Standort für die Produktion von E-Autos. Allein im vergangenen Jahr (2025) wurden hierzulande 1,7 Millionen E-Fahrzeuge gefertigt, davon allein 1,2 Millionen rein-batterie-elektrische Autos. Und der Anteil der E-Pkw an der Gesamt-Pkw-Produktion ist in Deutschland besonders groß: 2025 waren gut vier von zehn Pkw, die hierzulande gefertigt wurden, Elektroautos (40,2 Prozent).
Hinzu kommt: Die deutschen Hersteller bieten immer mehr E-Modelle an. Allein auf dem deutschen Markt sind es derzeit rund 110 verschiedene E-Modelle, weltweit etwa 160. Damit überzeugen sie die Menschen – ganz besonders auf dem Heimatmarkt: Die zehn am häufigsten in Deutschland zugelassenen E-Auto-Modelle im Jahr 2025 stammen alle von deutschen Herstellern und Konzernmarken. Und der Blick auf den Elektromarkt des laufenden Jahres zeigt, dass knapp zwei von drei E-Autos, die in Deutschland neu zugelassen werden, von einem deutschen Automobilhersteller stammen. In Europa ist es fast jedes zweite.
9. Mögliche Brände: E-Autos genauso sicher wie Verbrenner
Auch wenn sich die falsche Behauptung wacker hält, gilt: Das Brandrisiko bei einem Elektroauto ist nicht höher als bei einem Verbrenner, tendenziell sogar niedriger. In der Regel benötigt die Brandbekämpfung bei Fahrzeugbränden mit Beteiligung von Lithium-Ionen-Akkus zwar eine längere Löschdauer und einen höheren Löschmittelbedarf, die besondere Handhabung und Einsatztaktik ist von Feuerwehreinsatzkräften aber bereits entsprechend erarbeitet worden und wird angewendet. Als Basis hierfür dienen die von den Automobilherstellern in gemeinsamer Arbeit – u.a. mit den Feuerwehren, dem ADAC und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung – erstellten Rettungsdatenblätter sowie Hinweise für die Brandbekämpfung von Lithium-Ionen-Akkus bei Fahrzeugbränden.
Darüber hinaus wurde unter der Federführung des VDAs eine gemeinsame Handlungsempfehlung zum fachgerechten Umgang mit verunfallten oder abgebrannten batterieelektrischen Fahrzeugen erstellt, die sich u.a. an Abschleppdienste, Sicherheitsbehörden und Fachwerkstätten richtet.
10. E-Autos beschleunigen rasch – und sind nicht langsamer als Verbrenner
Elektroautos beschleunigen rasant schnell, da Elektromotoren ihr volles Drehmoment sofort nutzen können und die Leistung unmittelbar abrufbar ist. E-Sportwagenmodelle können in unter 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen und grundsätzlich Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 300 km/h erreichen. Viele E-Autos sind jedoch – je nach Modell meist bei zwischen 160 und 200 km/h – elektronisch abgeregelt, um den stark ansteigenden Stromverbrauch bei hohen Geschwindigkeiten in Grenzen zu halten und die Reichweite zu erhöhen.
Darüber hinaus gibt es bei einigen Herstellern, wie auch bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, eine freiwillige Selbstbeschränkung bei der Höchstgeschwindigkeit. Ausfahren kann man sein Fahrzeug – ohne den Führerschein zu riskieren – ohnehin nur in Deutschland. Denn in allen anderen Ländern Europas gilt ein Tempolimit.
Quelle: VDA – Pressemitteilung vom 30. Juli 2026









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