Junge Deutsche bevorzugen Verbrenner, doch warum?

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Ausgerechnet die jüngsten Autofahrer in Deutschland zeigen laut einer aktuellen Umfrage die stärkste Präferenz für Benziner und Diesel. Das Ergebnis überrascht, sollte aber nicht vorschnell als grundsätzliche Absage der Generation Z an die Elektromobilität oder gar an den Klimaschutz verstanden werden.

Eine gemeinsame Befragung von AutoScout24 und LeasingMarkt.de kommt zu dem Ergebnis, dass 55 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bei ihrem nächsten Autokauf einen Benziner oder Diesel bevorzugen würden. Jeweils 20 Prozent entschieden sich für ein Elektroauto beziehungsweise einen Hybrid. In keiner anderen untersuchten Altersgruppe fällt der Verbrenneranteil so hoch aus.

Die größte Offenheit für ein Elektroauto zeigt demnach die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen mit 24,7 Prozent. Bei den 50- bis 65-Jährigen liegt der Wert bei 19,7 Prozent und damit nahezu gleichauf mit der jüngsten Gruppe.

Kosten dürften entscheidend sein

Ein wesentlicher Grund dürften die Anschaffungskosten sein. Junge Menschen verfügen meist über geringere finanzielle Spielräume und sind stärker auf günstige Gebrauchtwagen angewiesen. Genau dort kann der noch junge Markt für Elektroautos bislang nicht mit dem seit Jahrzehnten gewachsenen Angebot an Benzinern und Dieseln mithalten. Gebrauchte Elektroautos machen bislang nur einen kleinen Teil des Fahrzeugangebots aus. Vor allem Modelle im Preisbereich um 20.000 Euro sind stark gefragt und teilweise knapp. Bei Verbrennern reicht das Angebot dagegen von alten Kleinwagen bis zu jungen Leasingrückläufern.

Die Umfrage zeigt somit vor allem, welchen Antrieb sich junge Menschen unter den gegenwärtigen Marktbedingungen vorstellen können. Sie beantwortet nicht, wie die Entscheidung bei vergleichbaren Kaufpreisen und einem ähnlich breiten Gebrauchtwagenangebot ausfallen würde. Auch frühere Befragungen, nach denen sich viele junge Menschen grundsätzlich ein Elektroauto vorstellen können, widersprechen den aktuellen Ergebnissen deshalb nicht. Zwischen allgemeiner Offenheit und einer konkret finanzierbaren Kaufentscheidung besteht ein deutlicher Unterschied.

Andere Untersuchungen zeichnen ein differenzierteres Bild: Viele junge Menschen sind bereits selbst elektrisch gefahren und bewerten Kosten sowie Batterietechnik teilweise weniger kritisch als ältere Fahrzeughalter. Von einer grundsätzlich elektromobilitätsfeindlichen Generation kann daher keine Rede sein, auch wenn dies aktuell manche Medien in diese Umfrageergebnisse hineininterpretieren.

Quelle: Autohaus – Umfrage zu Antriebsart beim Autokauf: Generation Z steht auf Verbrenner; FR – Generation Z steht auf Verbrenner – Umfrage zu Antriebsart beim Autokauf

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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