Der weltweite Markt für reine Elektroautos hat im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Allein im zweiten Quartal wurden in den 43 vom Unternehmensberatungsnetzwerk PwC untersuchten Märkten rund 3,9 Millionen Elektroautos verkauft. Sie kamen damit auf einen Marktanteil von 23 Prozent – so viele wie noch nie in einem zweiten Quartal.
Auch Europa gewinnt wieder deutlich an Fahrt. In der Europäischen Union überschritten die Elektroauto-Verkäufe im zweiten Quartal erstmals die Marke von 600.000 Fahrzeugen. Der Marktanteil stieg auf den Rekordwert von 22 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil reiner Benziner und Diesel auf nur noch 28 Prozent. Plug-in-Hybride erreichten mit 272.000 Einheiten und elf Prozent Marktanteil ebenfalls einen Höchstwert.
In Deutschland liegt das Wachstum der Elektroauto-Neuzulassungen bereits seit Anfang 2025 durchgehend bei mehr als 30 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahresquartal. Im zweiten Quartal 2026 wurden erstmals mehr als 200.000 reine Elektroautos zugelassen. Besonders deutlich fiel der Juni aus: Mit 84.057 Neuzulassungen und einem Anteil von 28,4 Prozent überholten batterieelektrische Autos erstmals seit 2023 wieder die klassischen Hybride, die auf 28,1 Prozent kamen.
China knapp an 50 Prozent E-Autos
Auch die Halbjahresbilanz bestätigt den Aufschwung. In der EU wurden von Januar bis Juni rund 1,22 Millionen Elektroautos neu zugelassen – 40,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ihr Marktanteil stieg von 15,6 auf 20,7 Prozent. Besonders stark wuchsen Frankreich mit 62,9 Prozent und Deutschland mit 48 Prozent.
Trotz der europäischen Erholung bleibt China der mit Abstand am stärksten elektrifizierte große Automarkt. Dort überschritt der Elektroauto-Anteil im zweiten Quartal erstmals die Marke von 40 Prozent. Im Juni waren bereits 47 Prozent aller verkauften Neuwagen batterieelektrisch. Zusammen mit Plug-in-Hybriden erreichten sogenannte New Energy Vehicles sogar 61 Prozent.
Ein völlig anderes Bild zeigt sich in den USA. Seit dem Auslaufen der Steuervergünstigungen ist der dortige Elektroautomarkt rückläufig. Deutlich zulegen konnten lediglich klassische Hybride, von denen im zweiten Quartal rekordhohe 691.000 Fahrzeuge verkauft wurden.
Immer stärker trägt auch der Gebrauchtwagenmarkt zur Verbreitung der Elektromobilität bei. In Deutschland stiegen die Verkäufe gebrauchter Elektroautos im Mai um 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ihr Anteil am gesamten Gebrauchtwagenmarkt verdoppelte sich innerhalb eines Jahres von drei auf mehr als sechs Prozent.
Wertverluste höher als bei Verbrennern
Begünstigt wird diese Entwicklung allerdings durch hohe Wertverluste. Gebrauchte Elektroautos lagen in den untersuchten Märkten im Durchschnitt 52 Prozent unter ihrem Neupreis, vergleichbare Verbrenner nur 36 Prozent. Für bisherige Eigentümer bleibt das problematisch, für Käufer eröffnet es jedoch den Zugang zu jungen und technisch modernen Elektroautos zu deutlich niedrigeren Preisen.
Die Zahlen zeigen damit zweierlei: Der globale Hochlauf der Elektromobilität ist intakt, verläuft regional aber höchst unterschiedlich. China hat den Massenmarkt bereits erreicht, Europa beschleunigt spürbar, während politische Rückschritte den US-Markt unmittelbar ausbremsen. Steigende Ölpreise können die globale Entwicklung zusätzlich verstärken. Getragen wird sie inzwischen jedoch vor allem von besseren Fahrzeugen, einem größeren Modellangebot und zunehmend attraktiven Gebrauchtwagen.
Quelle: PwC – Pressemitteilung vom 28. Juli 2026









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