FEV verweist auf TCO- und Klimavorteil von Range-Extender-Lkw

FEV verweist auf TCO- und Klimavorteil von Range-Extender-Lkw
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

FEV, ein international aktiver Innovationspartner für nachhaltige Mobilität und weitere Industrien, hat im Rahmen eines internen Forschungsprogramms neue Analyseergebnisse zur Wirtschaftlichkeit elektrifizierter Nutzfahrzeuge veröffentlicht. Die Auswertung umfangreicher techno-ökonomischer Daten zeigte: Durch Lkw mit Range-Extender-Architektur (REEV/Hybrid-BEV) können je nach Fahrzyklus die Total Cost of Ownership (TCO) um bis zu 33 Prozent gegenüber konventionellen Diesel-Lkw gesenkt werden – bei gleichzeitig deutlich verringerten CO₂-Emissionen. Selbst im ungünstigsten Long-Haul-Szenario sinken die TCO um circa 14 Prozent, so FEV in einer aktuellen Mitteilung.

Die Berechnungen basieren auf einem realistischen europäischen Einsatzprofil mit nächtlichem Depot-Charging zu Industriestrompreisen von rund 19 Cent pro Kilowattstunde. In nationalen bzw. internationalen Regionen mit niedrigeren Stromkosten fällt der wirtschaftliche Vorteil entsprechend höher aus.

Ein zentraler Hebel der Range-Extender-Architektur liegt in der deutlich geringeren Batteriegröße gegenüber rein batterieelektrischen Fernverkehrs-Lkw. Während ein typischer Elektro-Lkw Batteriekapazitäten von rund 560 kWh erfordert, kommt ein Range-Extender-Lkw mit etwa 280 kWh aus. Selbst bei langsamerem AC-Laden mit 22 kW lassen sich über Nacht rund 240 kWh nachladen – ausreichend also, um das Fahrzeug je nach Einsatzszenario nahezu vollständig elektrisch für den nächsten Tag zu versorgen. Ein Ausbau einer Megawatt-Ladeinfrastruktur wäre damit für den wirtschaftlichen Betrieb eines solchen Lkw nicht erforderlich.

„Unsere Analyse zeigt klar: Der Range-Extender macht elektrische Lkw sofort wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll nutzbar – ohne Warten auf den flächendeckenden Ausbau von Hochleistungs-Ladeinfrastruktur. Genau das ist im Fernverkehr entscheidend“, sagt Dr. Norbert W. Alt, COO der FEV Group.

Signifikanter TCO-Vorteil im kostenkritischen Lkw-Markt

Der wirtschaftliche Vorteil der Range-Extender-Architektur ergibt sich aus mehreren Faktoren. Die kleinere Batterie eines REEV-Trucks senkt die Fahrzeugkosten sowie dessen Gewicht und erhöht die Nutzlast. Gleichzeitig ermöglicht der hohe elektrische Fahranteil niedrige Energiekosten, insbesondere bei nächtlichem Depot-Charging zu Industriestrompreisen.

Durch die geringe Abhängigkeit von öffentlicher Hochleistungs-Ladeinfrastruktur lassen sich Range-Extender-Lkw bereits heute nahtlos in bestehende Depotstrukturen integrieren. Dies erhöht die Einsatzflexibilität im Fernverkehr und senkt Investitionsrisiken für Flottenbetreiber.

In Summe führt diese Kombination aus geringeren Investitionskosten, niedrigen Betriebskosten und hoher Praxistauglichkeit im Langstrecken-Betrieb FEV zufolge zu einem TCO-Vorteil von circa 14 Prozent gegenüber konventionellen Diesel-Lkw. Im Kurzstrecken-Modus seien es sogar bis zu 33 Prozent – Werte, die im Nutzfahrzeugsegment als wirtschaftlich hochrelevant gelten.

Ergänzend zur Wirtschaftlichkeit zeigt die Analyse auch einen signifikanten ökologischen Effekt: Abhängig von Einsatzprofil und Energiemix lässt sich das Global Warming Potential gegenüber konventionellen Diesel-Lkw um bis zu 82 Prozent senken.

Fokus auf Nutzfahrzeuge – Demonstratoren in Entwicklung

Während FEV bereits in früheren Studien das hohe Dekarbonisierungspotenzial von Hybrid-BEV- und REEV-Konzepten im Pkw-Bereich aufgezeigt hat, liegt der aktuelle Fokus bewusst auf dem Nutzfahrzeug- und Fernverkehrssegment, in dem die Technologie ihre wirtschaftlichen Stärken klar ausspielen könne. Der Entwicklungsdienstleister arbeitet derzeit an entsprechenden Demonstrator-Fahrzeugen, um die Analyseergebnisse praxisnah zu validieren und gemeinsam mit Kunden und Partnern in marktfähige Lösungen zu überführen.

„Range-Extender-basierte Hybrid-BEV-Lkw bieten eine sofort verfügbare, wirtschaftlich hochattraktive Lösung für den elektrifizierten Fernverkehr. Sie kombinieren hohe elektrische Fahranteile mit minimalen Infrastrukturanforderungen – und liefern genau dort einen messbaren Mehrwert, wo Kostenentscheidungen besonders sensibel sind“, fasst Alt die Vorteile zusammen.

Leider fehlt in den Berechnungen von FEV eine Analyse der Kosten- und CO₂-Bilanz von reinen Elektro-Lkw. Doch gerade dieser Aspekt wäre besonders spannend, da E-Lkw gegenüber dem Diesel bei den TCO in manchen Einsatzszenarien deutlich voraus sind, obwohl die Anschaffungskosten zunächst höher sind. Dank der u.a. geringeren Treibstoff- und Wartungskosten machen E-Lkw diesen Nachteil allerdings über ihre Nutzungsdauer oft wieder wett. Auch die Gegenüberstellung zum Range-Extender-Lkw wäre durchaus aufschlussreich. Unbestritten aber ist: In Sachen CO₂-Emissionen kommt am Batterie-elektrischen Antrieb keine andere Antriebstechnologie vorbei.

Quelle: FEV – Pressemitteilung vom 11.02.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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