Changan gründet deutsche Tochter und hat Großes vor

Changan gründet deutsche Tochter und hat Großes vor
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Daniel Krenzer
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Der chinesische Autohersteller Changan Automobile hat eine deutsche Tochtergesellschaft gegründet und will vor allem mit seinen Elektroautos bald auch den deutschen Markt erobern. Wie CnEVpost berichtet, wurde die Changan Automobile Deutschland GmbH in München registriert. „Neben Vertrieb, Marketing und Service wird sich die neue Einheit auch auf Kundenwissen, Marktforschung, technische Richtlinien und Homologation sowie lokale Produktentwicklung konzentrieren„, schreibt das Fachportal.

Changan ist einer der größeren chinesischen Automobilhersteller, Marken der Gruppe sind unter anderem Avatr, Deepal, Nevo und Kaicheng. Zudem gibt es mehrere Joint Ventures wie mit Ford, Mazda und Suzuki. „Von Januar bis Juli dieses Jahres verkaufte Changan mit seinen eigenen Marken 228.000 Autos im Ausland, was einem Anstieg von 67,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht“, berichtet CnEVpost. Fast eine halbe Million Autos sollen in diesem Jahr insgesamt in Übersee verkauft werden, bis 2030 soll dieser Wert bis auf 1,2 Millionen Autos jährlich ansteigen.

Weltweit will Changan in diesem Jahr 750.000 NEV-Autos absetzen, also Elektroautos sowie Plug-in-Hybride. Mit 280.000 Autos fällt der größte Anteil hierbei auf Deepal. In Thailand wird aktuell das erste Changan-Werk außerhalb Chinas errichtet. Auch in Mittel- und Südamerika sowie in Europa sollen in den kommenden Jahren Produktionsstätten entstehen – mit letzterer könnte Changan zudem die derzeit noch vorläufigen Strafzölle auf in China gefertigte Elektroautos umgehen.

Kommt so der elektrische Mazda 6 zu uns?

Welche Autos von welchen Marken in Europa und vor allem mit der neuen Tochter in Deutschland angeboten werden sollen, ist bislang noch unklar. Für Deepal ist dies offiziell geplant, bei Avatr dem Vernehmen nach wahrscheinlich. Zudem wurde kürzlich angekündigt, dass der Changan Mazda EZ-6 nun doch auch in Europa angeboten werden soll. Mazda-Freunde können also hoffen, dass die chinesisch-japanische Co-Produktion als vollelektrischer Mazda 6 über die neue Tochtergesellschaft den Weg nach Deutschland findet.

Technisch eng verwandt ist der Changan-Mazda mit dem Deepal SL03, der ebenfalls nach Europa kommen dürfte. Trotzdem könne der neue Mazda 6 eigene Duftmarken setzen, heißt es in chinesischen Medien. So hieß es kürzlich in einem Artikel von CarNewsChina: “Am auffälligsten ist die Übernahme der Mazda-Front mit dem unregelmäßigen, dreidimensional wirkenden Kühlergrill und den schlanken Scheinwerfern. Strenggenommen handele es sich eher um eine Schräghecklimousine mit coupéartigem Design, deren hintere Dachlinie in die Heckklappe übergeht”.

Mit 4,92 Metern ist der Mazda EZ-6 zudem ein Stückchen länger als der Deepal SL03. Auch der Innenraum erinnere an den Changan-Bruder, falle im Mazda aber raffinierter aus. Der Motor der Elektroversion – es soll auch einen Plug-in-Hybriden geben – soll 190 kW (258 PS) leisten. Es wurde vermutet, dass die Preise leicht über denen des Deepal liegen werden, dessen Einstiegsvariante in China bei knapp 125.000 Yuan startet. Das entspricht mit europäischen Preisen nur schwerlich vergleichbaren 15.800 Euro. Man darf gespannt sein auf die Preisgestaltung für die europäischen Märkte.

Quelle: CnEVpost – Changan establishes German subsidiary as it targets 480,000 overseas sales in 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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