CATL sucht weitere Standorte für Gigafactories in Europa

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Arun Niemann
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CATL ist der weltweit größte Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien. Aufgrund der wachsenden Nachfrage plant das Unternehmen seine Produktion in Europa weiter hochzufahren. In einem kürzlich veröffentlichten Videointerview erläuterte CATLs Europa-Verantwortlicher Matt Shen dem Branchenmedium fDi Intelligence, warum die bisher in Deutschland, Ungarn und Spanien vorgesehenen 164 Gigawattstunden Kapazität nicht ausreichen werden.

In Deutschland ist bereits ein Werk mit 14 Gigawattstunden Kapazität in Betrieb gegangen, für Ungarn sind 100 Gigawattstunden geplant und in Spanien baut der Konzern gemeinsam mit Stellantis ein Werk mit weiteren 50 Gigawattstunden. Zu diesem Stand sagt Shen im Interview „das ist nicht genug.” Man schaue nach Möglichkeiten um noch mehr Kapazitäten zu schaffen, wobei bereits „mehrere Standorte” geprüft werden.

Darauf achtet CATL bei der Standortwahl

Der wichtigste Punkt bei der Standortwahl ist Shen zufolge die Nähe zum Kunden. Da die großen Autohersteller in Europa säßen, baue CATL eben auch hier Batterien. Abgesehen davon seien natürlich auch die Verfügbarkeit von Energie, ausreichend Fachkräfte und eine gute Logistik wichtige Faktoren, die berücksichtigt werden müssten. Ein weiterer Grund für CATLs Initiative in Europa sei zudem auch die Regulierung: Indem man sich hier ansiedle, könnten EU-Vorgaben leichter erfüllt werden.

Da man langfristig bleiben und zu einem „wirklich lokalisierten Unternehmen” werden wolle, forderte Shen im Interview eine konsistente, langfristig stabile Strategie von EU und Mitgliedstaaten. Schließlich erfordere die Batterieproduktion hohe Investitionen, wodurch Planungssicherheit unabdingbar sei.

Fachkräfte als größtes Hindernis

Der schwierigste Teil für den Aufbau weiterer Produktionskapazität in Europa ist Shen zufolge nicht das Kapital, sondern der Mangel an Fachkräften. Da die Batterieindustrie hier von Null starte, fehle es immernoch an qualifizierten Arbeitern und Ingenieuren. In der Batteriefertigung werde eben gebündeltes Wissen aus Chemie, Elektrotechnik, Mechanik und Qualitätssicherung benötigt. Dieses sei in Europa zwar isoliert vorhanden, bisher fehle es vielen Arbeitskräften jedoch an der Expertise in der Kombination besagter Bereiche.

In Zukunft wolle CATL daher auch verstärkt auf die Zusammenarbeit mit Universitäten und Berufsbildungszentren setzen und vor Ort Schulungen anbieten. Je nach Prozess würden diese dann wohl 2 bis 3 Jahre andauern, so Shen. Deutschland dient hier als Positivbeispiel, dem Ungarn und Spanien bald folgen sollen. Hier kommen nach 3 Jahren Betrieb bereits über 90 Prozent der Arbeiter aus Europa und weniger als 10 Prozent aus China.

Wachstum im Markt ist eine “sehr gute Chance für alle”

Das derzeitige Wachstum im E-Auto- und Batteriemarkt wird durch aktuelle Daten von Benchmark Mineral Intelligence gestützt: Aus diesen geht hervor, dass in Europa von Januar bis September 2026 3,9 Millionen Elektroautos verkauft wurden, also 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Shen spricht zudem davon, dass die Elektrifizierungsquote in Europa von 29 Prozent im vergangenen Jahr innerhalb von nur 9 Monaten auf 35 Prozent angestiegen sei.

Ihm zufolge läuft die Elektrifizierung nun in drei Schritten ab: Zunächst gibt es den bereits beobachtbaren Boom elektrischer Pkw. Da der Strombedarf durch immer mehr E-Autos und weitere Faktoren wie KI-Rechenzentren schnell wächst, folgt auch bei Batteriespeichern ein starker Anstieg in der Nachfrage. In der dritten Welle rechnet Shen dann auch bei Nutzfahrzeugen mit einem Elektrifizierungsschub. Von dieser Entwicklung könnten viele profitieren und er bezeichnet sie als „sehr gute Chance für alle”.

Auf die Frage hin, ob Europa in diesem Boom denn noch aufholen könne, bezeichnet Shen Zusammenarbeit als wichtigsten Faktor. Allerdings ist es eben auch nicht von der Hand zu weisen, dass CATL seine Werke in Europa als chinesischer Konzern aufbaut und dabei durch die chinesische Regierung subventioniert wird. Ob CATLs geplante weitere Gigafactories also tatsächlich eine Chance für Europa sind, oder nur zu noch größerem Druck am Markt führen, wird sich in den kommenden Jahren herausstellen.

Quellen: fDi Intelligence – Chinese battery powerhouse eyes more gigafactories in Europe amid EV growth / Benchmark Mineral Intelligence – Global EV sales reach 2.15 million units in September 2026 / CATL – Pressemitteilung

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Arun Niemann

Arun Niemann

Arun Niemann arbeitet nun seit 5 Jahren als Redakteur und Werbetexter und schreibt seit 2026 auch für Elektroauto-News.net. Dabei bringt ihn sein persönliches Interesse für makroökonomische Zusammenhänge und die bisherige redaktionelle Arbeit zu Finanz- und Wirtschaftsthemen, oft zu Beiträgen an der Schnittstelle zwischen Elektromobilität, Energiewende und Wirtschaft.

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