Chinesische Automobilhersteller gewinnen auf dem deutschen Markt an Boden – das zeigt eine aktuelle Auswertung der Fahrzeugplattform Carwow für das erste Quartal. Insgesamt stiegen die Kaufanfragen auf Carwow Deutschland im Vergleich zum Vorjahresquartal um 29 Prozent. Besonders deutlich fiel das Wachstum bei chinesischen Marken wie BYD und MG aus, die zu den stärksten Aufsteigern des Quartals zählen.
Als Hintergrund nennt Carwow ein Marktumfeld, das den Zulauf begünstigt: hohe und schwankende Kraftstoffpreise, eine schwer kalkulierbare Förderkulisse sowie steigende Neuwagenpreise insgesamt. Unter diesen Bedingungen rücken Fahrzeuge in den Fokus, bei denen Anschaffungs- und Betriebskosten transparent und planbar sind – ein Umfeld, in dem chinesische Hersteller mit bezahlbaren Elektroautos und kurzen Lieferzeiten punkten.
BYD legt dreistellig zu, MG folgt
Besonders auffällig ist die Entwicklung von BYD: Die Marke steigerte ihre Anfragezahlen im Jahresvergleich um rund 135 Prozent. Im Quartalsvergleich – von Q4 2025 auf Q1 2026 – lag das Plus sogar bei über 230 Prozent. Auf Modellebene gehören der BYD Seal U, der Atto 3 und der Dolphin zu den stärksten Aufsteigern. Der Seal U legte im Quartalsvergleich um rund 130 Prozent zu, der Atto 3 verzeichnete ein Plus von über 1200 Prozent – allerdings ausgehend von einem noch niedrigen Ausgangsniveau im Vorquartal.
Ähnlich dynamisch entwickelt sich MG, das zur chinesischen SAIC Motor-Gruppe gehört. Auch diese Marke profitiert von der steigenden Nachfrage nach erschwinglichen Elektroautos und verzeichnete in einzelnen Auswertungen dreistellige Wachstumsraten. Philipp Sayler von Amende, Geschäftsführer von Carwow Deutschland, kommentiert: „Preis-Leistung, moderne Antriebskonzepte und die gute Verfügbarkeit insbesondere bei Elektroautos sorgen dafür, dass Marken wie BYD oder MG inzwischen ganz selbstverständlich auf dem Zettel vieler Interessenten stehen.“
Chinesische Hersteller sind im Elektrosegment besonders stark vertreten – häufig mit vollelektrischen Modellen unterhalb der 40.000-Euro-Marke und umfangreicher Serienausstattung. Das dürfte ein wesentlicher Grund dafür sein, warum sie vom wachsenden Interesse an Elektromobilität überproportional profitieren.
Elektronachfrage steigt, Verbrenner verlieren
Der Anteil der Elektroautos an den Gesamtanfragen auf Carwow wächst deutlich. Im Vergleich zu Q4 2025 stieg die Zahl der Anfragen nach reinen Elektroautos im ersten Quartal 2026 um rund 184 Prozent. Gleichzeitig verlieren klassische Antriebe weiter an Bedeutung: Die Nachfrage nach Benzinern ging im Quartalsvergleich um rund 12 Prozent zurück, Dieselmodelle verzeichneten ein Minus von etwa 17 Prozent. Hybridfahrzeuge entwickelten sich stabiler und legten um rund 15 Prozent zu.
Ein weiterer Trend zeigt sich beim Thema Getriebe: Fahrzeuge mit Automatik legten im Quartalsvergleich um 75 Prozent zu, während die Nachfrage nach Schaltgetriebe-Modellen um 14 Prozent zurückging.
Marken wie Volkswagen, BMW, Audi oder Skoda führen die Plattform nach absoluten Anfragezahlen weiterhin an. Ihr Wachstum fällt jedoch moderater aus: Volkswagen legte im Quartalsvergleich um 56 Prozent zu, Skoda um 20 Prozent. Einzelne Hersteller mit starkem Elektro-Fokus – darunter Volvo und Toyota – verzeichneten im Jahresvergleich teils stagnierende oder rückläufige Werte. Das Gesamtbild beschreibt eine Verschiebung, die sich in Anfragezahlen bereits klar abzeichnet – auch wenn die tatsächlichen Zulassungszahlen ein vollständigeres Bild liefern werden.
Quelle: Carwow – Pressemitteilung per Mail








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