Chinas Automobilhersteller haben ihre Exporte im März deutlich gesteigert. Nach Daten der China Passenger Car Association (CPCA) wurden im vergangenen Monat knapp 700.000 Autos ins Ausland verschifft – ein Plus von 74 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit hat sich das Wachstum gegenüber den ersten beiden Monaten des Jahres, in denen die Exporte um 54 Prozent zulegten, nochmals beschleunigt.
„Die Autoexporte sind in eine Phase des extrem starken Wachstums eingetreten und haben unsere Erwartungen übertroffen“, erklärte Cui Dongshu, Generalsekretär des Branchenverbands. Die Dynamik ist bemerkenswert, weil sie trotz logistischer Einschränkungen durch die anhaltende Krise im Nahen Osten zustande kam – einer Region, die für chinesische Hersteller zu den wichtigsten Überseemärkten zählt.
Während das Exportgeschäft boomt, zeigt der chinesische Heimatmarkt ein anderes Bild. Die Inlandsverkäufe gingen im März um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,67 Millionen Autos zurück – der sechste Rückgang in Folge. Steigende Kraftstoffpreise drückten die Nachfrage nach konventionell angetriebenen Modellen, während der Absatz von Elektroautos und Plug-in-Hybriden unter den seit Jahresbeginn reduzierten Kaufanreizen litt. Konkret sanken die Verkäufe von E-Autos und Plug-in-Hybriden um 14 Prozent im Jahresvergleich.
Bei Verbrennern beschleunigte sich der Abwärtstrend sogar: Minus 16 Prozent im März, nach einem Rückgang von 13 Prozent im Zeitraum Januar und Februar. Zwar hat die chinesische Regierung die inländischen Kraftstoffpreiserhöhungen gedeckelt, um die Auswirkungen der durch den Nahostkonflikt gestiegenen Ölpreise abzufedern. Den Abwärtstrend bei den Verkaufszahlen konnte das bislang jedoch nicht stoppen.
Chinesische Händler kämpfen mit vollen Lagern
Zusätzlichen Druck verspürt der Handel. Ein Branchenindex für unverkaufte Autos stieg im März weiter an. Verbraucher:innen zeigten wenig Bereitschaft, neue Elektroautos zu den verschlechterten Konditionen zu erwerben – insbesondere nach dem Auslaufen der Kaufsteuerbefreiung. Der verschärfte Preiswettbewerb im Heimatmarkt trifft auch den größten Elektroautobauer des Landes: BYD verzeichnete im März den siebten Absatzrückgang in Folge.
Für den Konzern aus Shenzhen bleibt das Auslandsgeschäft der entscheidende Wachstumstreiber. In Europa etwa profitiert BYD von steigender Nachfrage, die unter anderem durch höhere Kraftstoffpreise befeuert wird. Führungskräfte des Unternehmens zeigten sich zuversichtlich, im laufenden Jahr mehr als 1,5 Millionen Autos außerhalb Chinas abzusetzen.
Die Zahlen verdeutlichen eine zunehmende Zweiteilung der chinesischen Automobilbranche. Auf der einen Seite steht ein hart umkämpfter, schrumpfender Binnenmarkt mit sinkenden Absatzzahlen über nahezu alle Antriebsarten hinweg. Auf der anderen Seite entwickeln sich die Exporte mit Wachstumsraten jenseits der 70 Prozent zur tragenden Säule der Industrie. Wie lange diese Dynamik angesichts geopolitischer Unsicherheiten und möglicher Handelsbarrieren in wichtigen Zielmärkten anhält, dürfte eine der zentralen Fragen der kommenden Monate sein.
Quelle: Reuters – China’s car exports accelerate despite disruption from Mideast crisis








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