Canoo meldet Insolvenz an und stoppt Betrieb

Canoo meldet Insolvenz an und stoppt Betrieb
Copyright ©

Canoo

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Das US-Start-up Canoo hat Insolvenz angemeldet und den Betrieb umgehend eingestellt. Diese Entscheidung teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Dort heißt es, dass in den vergangenen Monaten keine ausreichenden finanziellen Mittel beschafft werden konnten, um den Betrieb fortzuführen. Die Auflösung der Vermögenswerte erfolgt demnach nach den Regeln von Chapter 7 des Konkursgerichts in Delaware, wo das Unternehmen vor sieben Jahren gegründet wurde. Laut der Unternehmensleitung wurden zuletzt erfolglose Gespräche mit internationalen Kapitalgebern geführt, um das Geschäft weiterzuführen. Auch der Versuch, durch staatliche Förderungen finanzielle Unterstützung zu erhalten, blieb ohne Erfolg.

Im Insolvenzantrag nennt Canoo hunderte Gläubiger, denen das Unternehmen insgesamt umgerechnet 155,8 Millionen Euro schuldet. Diesen Verbindlichkeiten stehen Vermögenswerte von 119,7 Millionen Euro gegenüber. Techcrunch berichtete über diese Zahlen, die das Ausmaß der finanziellen Probleme verdeutlichen. Die Schwierigkeiten des Unternehmens wurden bereits im Dezember offensichtlich. Der Betrieb in Oklahoma wurde eingestellt, die Belegschaft musste in eine unbezahlte Zwangspause gehen. Zuvor hatten mehrere Führungskräfte, darunter auch die Gründer, das Unternehmen verlassen. Damit verabschiedeten sich alle Gründungsmitglieder aus der Firma.

Canoo hatte sich auf die Entwicklung und den Verkauf von E-Autos, Kleinbussen und Transportern spezialisiert. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen Probleme, genügend Kunden für seine Elektrolieferwagen zu gewinnen. Dennoch wurden diese von der US-Post, dem Verteidigungsministerium und der NASA genutzt. Prime Time hatte für seine Flotte ebenfalls Interesse angemeldet. Das Start-up wurde Ende 2017 gegründet, nachdem die Gründer ihre Positionen bei Faraday Future aufgegeben hatten, um ein eigenes Unternehmen zu starten. Unter dem Namen Evelozcity entwickelten sie eine modulare Plattform für Elektroautos, die vielseitige Kabinengestaltungen ermöglichen sollte.

Quelle: Reuters – EV startup Canoo files for bankruptcy, to cease operations / Canoo – Pressemitteilung

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Erster Kontakt mit Kia PV5 Passenger in Barcelona

Erster Kontakt mit Kia PV5 Passenger in Barcelona

Sebastian Henßler  —  

Der Kia PV5 Passenger zeigt im ersten Test, was ein Elektro-Kleinbus leisten kann. Viel Raum, hoher Komfort und klare Grenzen bei Dynamik und Geräuschkomfort.

So fährt sich der Kia EV5 GT-Line: Komfort vor Dynamik

So fährt sich der Kia EV5 GT-Line: Komfort vor Dynamik

Sebastian Henßler  —  

Zwischen ID.4, Enyaq und Smart #5 positioniert sich der Kia EV5 klar: weniger Sport, mehr Ruhe, starke Rekuperation und ein Innenraum mit Lounge-Charakter.

EU gegen China: Mindestpreise statt Strafzölle

EU gegen China: Mindestpreise statt Strafzölle

Sebastian Henßler  —  

Die EU prüft einen Kurswechsel im Handel mit China. Mindestpreise für E-Autos könnten Sonderzölle ersetzen, doch für Käufer bleiben sinkende Preise vorerst aus.

Carlos Ghosn erklärt Chinas Vorsprung im E-Auto-Markt

Carlos Ghosn erklärt Chinas Vorsprung im E-Auto-Markt

Sebastian Henßler  —  

Warum China schneller ist als Europa: Carlos Ghosn zeigt anhand von Marktanteilen, Ladeinfrastruktur und Entwicklungstempo die Unterschiede im E-Auto-Markt.

Warum sind E-Autos in China so viel billiger als bei uns?

Warum sind E-Autos in China so viel billiger als bei uns?

Daniel Krenzer  —  

Warum Elektroautos in China deutlich günstiger sind als bei uns, zeigt, wie stark sich globale Märkte, Industriepolitik und Wettbewerb inzwischen unterscheiden.

Was grüner Wasserstoff für Namibia bedeuten könnte

Was grüner Wasserstoff für Namibia bedeuten könnte

Sebastian Henßler  —  

Namibia setzt auf grünen Wasserstoff, doch nicht nur für den Export. Pilotprojekte wie Daures zeigen, wie eng Energie, Industrie und Politik verknüpft sind.

Wie Bundesländer und Städte Wallboxen weiter fördern

Wie Bundesländer und Städte Wallboxen weiter fördern

Sebastian Henßler  —  

Zwar ist die staatliche Förderung für private Wallboxen – vorerst – Geschichte. Aber manche Länder, Städte und Kommunen unterstützen weiterhin.