E-Lkw und E-Busse gewinnen in Europa an Fahrt

E-Lkw und E-Busse gewinnen in Europa an Fahrt
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Mercedes-Benz Trucks

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Die Elektrifizierung des schweren Straßengüterverkehrs in Europa nimmt spürbar Fahrt auf. Neue Daten des International Council on Clean Transportation (ICCT) zeigen, dass der Markt für elektrische Lkw und Busse deutlich wächst – und dass die europäischen CO₂-Vorgaben für Nutzfahrzeuge zunehmend Wirkung entfalten.

Vor allem bei mittleren Nutzfahrzeugen ist die Dynamik demnach deutlich: 2025 wurden in der EU rund 42.800 leichte und mittlere Lkw neu zugelassen, davon etwa 9000 als emissionsfreie Modelle – ein Anteil von rund 21 Prozent und damit mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Im Segment der schweren Lkw bleibt die Elektrifizierung zwar noch überschaubar, doch auch hier zeigt der Trend nach oben. In den ersten drei Quartalen 2025 lag der Anteil von Null-Emissions-Lkw, also E-Lkw und Wasserstoff-Lkw, bei rund 1,6 Prozent, nachdem er ein Jahr zuvor noch bei etwa 1,1 Prozent lag.

Deutlich schneller verläuft der Wandel im öffentlichen Verkehr. Elektrobusse gewinnen seit Jahren Marktanteile und stellen inzwischen einen großen Teil der neu beschafften Stadtbusse in Europa. In manchen Statistiken liegt der Anteil batterieelektrischer Modelle bereits bei mehr als der Hälfte der neuen Stadtbusse.

CO₂-Vorgaben wirken offenbar

Der Hintergrund dieser Entwicklung sind erstmals verbindliche europäische CO₂-Grenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge. Seit Juli 2025 müssen neue Lkw-Flotten im Durchschnitt 15 Prozent weniger CO₂ ausstoßen als im Referenzjahr 2019. Diese Vorgaben zwingen Hersteller dazu, ihre Fahrzeugflotten effizienter zu machen oder stärker auf emissionsfreie Antriebe zu setzen. Zwar erreichen viele Hersteller ihre kurzfristigen Ziele noch durch effizientere Dieseltechnologie und regulatorische Flexibilitäten, doch langfristig führt an der Elektrifizierung kaum ein Weg vorbei.

Trotz der Fortschritte bleibt der Abstand zum Pkw-Markt groß. Schwere Nutzfahrzeuge sind weiterhin fast vollständig dieselbetrieben, und ihr Anteil an den gesamten Straßenverkehrsemissionen in Europa liegt bei rund einem Viertel. Auch infrastrukturelle Hürden bremsen die Transformation. Branchenverbände verweisen darauf, dass europaweit bislang nur wenige tausend Ladepunkte für schwere Nutzfahrzeuge existieren, während für eine breite Elektrifizierung ein Vielfaches notwendig wäre.

China gibt das Tempo vor

Die aktuellen Zahlen zeigen: Ohne politische Vorgaben bewegt sich im Nutzfahrzeugsektor vor allem angesichts der hohen Startinvestitionen noch eher wenig – auch wenn die Gesamtkosten langfristig mit Elektrofahrzeugen in der Regel niedriger ausfallen. Jahrzehntelang stagnierte der Dieselverbrauch schwerer Lkw nahezu, erst mit der Einführung verbindlicher CO₂-Grenzen steigt der Druck auf Hersteller und Flottenbetreiber, neue Technologien einzusetzen.

Für die kommenden Jahre wird entscheidend sein, ob Infrastruktur, Förderprogramme und Energiepreise mit der Regulierung Schritt halten. Gelingt das, könnte die Elektrifizierung von Lkw ähnlich schnell an Dynamik gewinnen wie zuvor im Pkw-Segment. Bleibt dieser Rahmen jedoch lückenhaft, droht Europa beim elektrischen Schwerverkehr ins Hintertreffen zu geraten – etwa gegenüber China, wo E-Lkw bereits deutlich verbreiteter sind. Auch das wäre eine Parallele zur Entwicklung bei Pkw.

Quelle: ICCT Europe – Pressemitteilung vom 12. März 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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