Mit den Spritpreisen steigt auch das Interesse an E-Autos

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Tobias Stahl
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  —  Lesedauer 3 min

Infolge der Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran sind die Spritpreise in Deutschland deutlich angestiegen. Mit den steigenden Spritpreisen wächst nun offenbar auch das Interesse an Elektroautos. Das bestätigen die Onlineplattformen Carwow und Meinauto.de auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„Unsere Daten zeigen: Seit dem 28. Februar ist der Anteil der E-Auto-Konfigurationen von 55 Prozent auf bis zu 63 Prozent am Wochenende gestiegen“, so Philipp Sayler von Amende, CEO von Carwow Deutschland. Im Wochendurchschnitt lägen Elektroautos bei rund 59 Prozent. Das zeige, dass viele Verbraucher auf steigende Spritkosten reagieren.

Das Interesse an klassischen Antrieben hat im gleichen Zeitraum leicht nachgegeben, zeigen die Carwow-Daten. „Benzin- und Dieselmodelle kommen zusammen nur noch auf rund 23 Prozent der Konfigurationen und liegen damit unter dem Niveau von Ende Februar. Hybride bewegen sich mit etwa 15 Prozent dagegen relativ stabil“, so Sayler von Amende weiter.

Steigendes Interesse am Spritsparen: Nutzer suchen vermehrt nach alternativen Kraftstoffen

Die Plattform Meinauto.de verzeichnet dem Bericht zufolge ebenfalls ein deutlich gestiegenes Interesse an Themen rund um günstigeres Autofahren. Besonders Angebote und Inhalte zu elektrischer Mobilität und alternativen Kraftstoffen wie E20 sowie Ratgeber zum Thema Spritsparen werden derzeit überdurchschnittlich häufig aufgerufen, erklärt ein Sprecher der Plattform.

Ein Rückgang des Interesses an Mobilität insgesamt ist laut Meinauto.de nicht zu beobachten. Das Portal verzeichnet allerdings eine gewisse Zurückhaltung bei konkreten Kaufentscheidungen: „Wir spüren derzeit, dass einige Interessenten ihre Entscheidung für ein neues Auto etwas aufschieben und zunächst abwarten, wie sich Energiepreise und die geopolitische Lage entwickeln“, so der Sprecher.

Das Interesse an Elektroautos, Plug-in-Hybriden und E-Autos mit Range Extender sei auch kurz nach der Ankündigung der neuen Förderung im Januar sprunghaft angestiegen, bestätigten Carwow und Meinauto.de Das Bundesumweltministerium hatte Anfang des Jahres die Einführung einer neuen staatlichen Förderung für den Kauf dieser Fahrzeugtypen angekündigt. Je nach Fahrzeugtyp und persönlichen Umständen beträgt die Förderung zwischen 1500 und 6000 Euro, sofern die Einkommensobergrenzen nicht überschritten werden. Diese liegen bei einem Haushaltseinkommen von 80.000 Euro jährlich, mit zwei Kindern bei 90.000 Euro jährlich.

„Raubtierkapitalismus“: Tankstellen-Interessenverband verzeichnet Umsatzeinbrüche

Der ADAC sowie Stimmen aus Wirtschaft und Politik haben bereits eine vorübergehende Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe vorgeschlagen, um die hohen Benzin- und Dieselpreise abfedern zu können. Unter anderem Greenpeace-Verkehrsexpertin Lena Donat sieht darin keine gute Lösung: „Ein Tankrabatt wäre ein Bärendienst, denn er spielt in die Taschen der Ölkonzerne, fördert mit Steuergeldern dicke Spritschleudern und verstärkt die fossile Abhängigkeit. Steigende Spritpreise werden zur Kostenfalle und zeigen schmerzhaft, wie unsicher und teuer fossile Energien sind.“

Auch Tankstellenbetreiber haben indes unter den gestiegenen Benzin- und Dieselpreisen zu leiden, erklärt Herbert W. Rabl vom Tankstellen-Interessenverband: „Unser Verband ist genauso sauer wie die Autofahrerinnen und Autofahrer.“ Grund dafür sei der Umstand, dass die Provision der Tankstellen nicht mit den Spritpreisen steigt, sondern weiterhin bei „ein bis zwei Cent pro Liter“ liege, so Rabl weiter. Die steigenden Spritpreise führten deshalb zu Umsatzeinbrüchen von bis zu 30 Prozent. „Diese Gewinnmitnahme kommt in den Taschen der Ölkonzerne an und nicht in unseren Taschen“, so Rabl. Er spreche deshalb von „Abzocke“ und „Raubtierkapitalismus“.

Quelle: ZDFheute – Hohe Spritpreise lassen Interesse an E-Autos steigen

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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