BYD erwägt eigene Europa-Fabrik statt Übernahme von Ford-Werk

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Der chinesische Automobilhersteller BYD plant bekanntermaßen die Expansion nach Europa. In diesem Zusammenhang sei man in Gespräche mit Ford gestartet, um über die Übernahme des Werks in Saarlouis zu sprechen. Wie Automotive News Europe berichtet, soll aus diesem Deal nichts werden. BYD möchte lieber eigene Fabriken bauen, als die anderer Unternehmen zu übernehmen.

BYD prüfe den Aufbau eines eigenen Werks in Europa, sagte ein leitender Angestellter und deutete damit an, dass der chinesische Automobilriese eher ein eigenes Werk errichten als eines von Ford in Deutschland übernehmen will. „Wir konzentrieren uns nicht auf die Anlagen bestimmter Unternehmen“, so Stella Li, Executive Vice President von BYD, in einem Interview. Damit gab sie offiziell zu verstehen, dass der Autohersteller eher daran interessiert sei, eigene Werke zu bauen, als die Fabriken anderer Unternehmen zu erwerben.

„Wir führen Machbarkeitsstudien durch, um unsere Pläne für die Zukunft zu prüfen“, sagte Li. „Was ist die beste Lösung, wenn wir unser Werk in dieser Region errichten?“ Zwar gebe es „noch keine Zielländer für den Bau von Anlagen“, doch wolle BYD in Europa über solide Vertriebs- und Händlernetze sowie Servicezentren verfügen, um das Vertrauen der Verbraucher in die Marke zu sichern, so Li weiter.

Insgesamt seien gut 15 potenzielle Investoren an dem deutschen Werk interessiert, wo aktuell noch der Ford Focus vom Band läuft. Bereits im vergangenen Jahr teilte Ford mit, dass die Produktion des Kompaktwagens in dem Werk bis 2025 eingestellt werden soll. Seitdem ist die Zukunft des Werks unklar, zumal Ford sein Werk in Valencia, Spanien, auswählte, um dort seine Elektroautos der nächsten Generation zu montieren.

Nach dem großen Erfolg, den BYD mit dem Verkauf erschwinglicher Elektroautos an die breite Masse hat, blickt das Unternehmen verstärkt über China hinaus. Das Unternehmen hat bereits Pläne für den Verkauf seiner Fahrzeuge in ganz Europa angekündigt, darunter in Deutschland, Schweden, Norwegen, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien. BYD startet mit einem Trio von Elektroautos in Europa, sie kosten zwischen 38.000 und 72.000 Euro.

Das in Shenzhen ansässige Unternehmen BYD, das im vergangenen Jahr 1,86 Millionen reine Elektro- und Hybridautos, vor allem in China, verkauft hat, konzentriert seine Bemühungen auf Asien, Europa und Lateinamerika, um den Markt für umweltfreundliche Fahrzeuge zu dominieren. BYD, das seine eigenen Batterien und Halbleiter herstellt, plant nicht nur den Bau von Autofabriken, sondern auch den Bau eines Batteriewerks außerhalb Chinas, um eine eigene Lieferkette aufzubauen, die wirklich global ist und seine Werke in der ganzen Welt beliefern kann.

Quelle: Automotive News Europe – BYD mulls own Europe factory rather than taking over Ford plant

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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