Bundesnetzagentur korrigiert Smart-Meter-Zahlen von 2025

Bundesnetzagentur korrigiert Smart-Meter-Zahlen von 2025
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Zeitvariable Tarife, ein transparenteres Verbrauchsverhalten und eine effizientere Steuerung der Netze haben eine gemeinsame Voraussetzung: intelligente Messsysteme, die Viertelstundenwerte verlässlich aufzeichnen und an die berechtigten Stellen weiterleiten. Für Verbraucher:innen, die einen zeitvariablen Tarif nutzen möchten, ist die zuverlässige Datenübermittlung damit keine Nebensache, sondern technische Grundlage. Genau darauf legt die Bundesnetzagentur den Schwerpunkt, wenn sie heute die Ergebnisse ihrer halbjährlichen Abfrage zum Stand des Messstellenbetriebs in Deutschland veröffentlicht.

Der reine Einbau eines Geräts genügt aus Sicht der Behörde nicht, um die bestehenden Pflichten zu erfüllen. Die Geräte müssen nach der Installation auch tatsächlich in der Lage sein, die Messwerte zuverlässig zu erfassen und zu übermitteln.

Wie weit der Ausbau derzeit reicht, zeigen die Zahlen zum Stichtag 30. Juni 2026. Die Messstellenbetreiber meldeten der Behörde bundesweit insgesamt rund 54,1 Millionen Messlokationen. An etwa 3,17 Millionen davon sind bereits intelligente Messsysteme (Smart Meter) verbaut, das entspricht einer Quote von 5,9 Prozent. Bei den übrigen Messlokationen ist noch kein solches System installiert.

Parallel zum Ausbau läuft die Aufsicht. Seit März 2026 hat die Bundesnetzagentur gegen 434 Unternehmen Aufsichtsverfahren eingeleitet, weil diese die 20-Prozent-Quote nicht erfüllt haben. Bei 77 dieser Unternehmen lag die Quote bei null Prozent. Inzwischen konnten 150 Verfahren eingestellt werden. Als Gründe nennt die Behörde bislang beispielsweise, dass die Quote zwischenzeitlich erreicht wurde oder die Grundzuständigkeit übertragen worden ist.

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, ordnet die Entwicklung so ein: „Nach Eröffnung von Aufsichtsverfahren sehen wir nun, dass es bundesweit mit dem Rollout voran geht.“ Entscheidend sei, dass die intelligenten Messsysteme ihre Funktion erfüllen. „Sie müssen Viertelstundenwerte zuverlässig erfassen und übermitteln“, so Müller. Dann entfalteten sie ihren Nutzen für Verbraucher:innen, für die Netzbetreiber und für die Energiewende insgesamt. Um schnell zu einer größeren Systemeffizienz zu kommen, müsse der Rollout zudem weiter Fahrt aufnehmen. Zwei Punkte stehen damit nebeneinander: die Funktionsfähigkeit der Geräte und das Tempo des Ausbaus.

Wenn Messlokationen doppelt in der Statistik landen

Bei der Berechnung der aktuellen Rollout-Zahlen fiel auf, dass die Aggregation der Gesamtzahlen zum Stichtag 31. Dezember 2025 fehlerhaft war. Sie enthielt Mehrfachzählungen. Betroffen sind zum Beispiel Messlokationen, die sowohl eine installierte PV-Anlage von mehr als sieben kW als auch einen Verbrauch von mehr als 6000 kWh aufweisen. Die Bundesnetzagentur widmet der Datenkorrektur in ihrer Veröffentlichung einen eigenen Abschnitt.

Unter Berücksichtigung dieser Korrektur beträgt der Zuwachs im ersten Halbjahr 2026 rund 765.000 intelligente Messsysteme. Bezogen auf alle Messlokationen entspricht das einem Anstieg der Quote um 1,5 Prozentpunkte. Nicht betroffen sind die Quoten, die Grundlage der laufenden Aufsichtsverfahren sind. Diese Verfahren stützen sich damit weiterhin auf unveränderte Werte.

Mit Blick nach vorn ändern sich die Kennzahlen. Bislang orientierte sich der Rollout unter anderem an einer 20-Prozent-Zielmarke, und ihr Verfehlen war Anlass der Aufsichtsverfahren. Ab Ende 2026 werden neue Quoten maßgeblich, künftig liegt der Fokus auf den sogenannten „Zeitraumquoten“. Der Schwerpunkt wandert damit von der bisherigen Zielmarke zu den Zeitraumquoten.

Hinzu kommt ein Ziel mit längerem Horizont. Spätestens bis zum Jahr 2032 sollen 90 Prozent aller Pflichteinbaufälle mit intelligenten Messsystemen, gegebenenfalls ergänzt um Steuerungseinrichtungen, ausgestattet sein. Pflichteinbaufälle sind dabei jene Fälle, in denen der Einbau vorgeschrieben ist, und auf sie bezieht sich die Prozentangabe.

Quelle: Bundesnetzagentur – Bundesnetzagentur ver­öf­fent­licht halb­jähr­li­che Er­he­bung im Messwesen / Smart-Meter-Initiative – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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