Electra übernimmt Schnellladenetz von Mercedes-Benz

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Mercedes-Benz

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Electra übernimmt das gesamte europäische Schnellladenetz von Mercedes-Benz. Insgesamt wechseln 47 Ladeparks mit 374 Ladepunkten den Betreiber, darunter 31 Standorte in Deutschland sowie sechs in Österreich. Beginnend mit dem 1. November werden die bisherigen High-Power-Charging-Hubs des Stuttgarter Automobilherstellers Teil des Electra-Netzwerks. Für Kund:innen soll sich an den Standorten nichts am gewohnten Ladeerlebnis ändern.

Besonders deutlich zeigt sich der Schritt hierzulande, denn rund zwei Drittel der übernommenen Ladeparks liegen in Deutschland. Das Electra-Netz wächst in Deutschland von bislang 50 auf 81 Standorte. Unabhängig davon plant der Schnellladeanbieter für 2027 Investitionen in Höhe von 200 Millionen Euro im deutschen Markt. Electra-CEO Aurélien de Meaux spricht von einem „Meilenstein für Electra in Deutschland und ganz Europa“.

Für Mercedes-Benz verschiebt sich damit die Rolle im Ladegeschäft. Statt eigene Schnellladeparks zu betreiben, steuert der Hersteller künftig die digitale Integration über seinen Ladedienst MB.CHARGE Public bei, während Electra die Infrastruktur stellt. Nico Dettmer, globaler Leiter der Ladelösungen bei Mercedes-Benz, bezeichnet das Laden als „wesentlichen Bestandteil“ des Versprechens an die eigene Kundschaft.

Mercedes-Fahrer:innen profitieren davon über ein größeres Angebot unterwegs. Über den Dienst erhalten sie vereinfachten Zugang zu über 800 Electra-Stationen mit mehr als 5000 Ladepunkten in zehn europäischen Ländern. Je nach Tarif sind bevorzugte Ladekonditionen und die Reservierung kompatibler Ladepunkte direkt aus dem Auto vorgesehen. Gefunden werden können die Stationen über das Ladeökosystem an Bord oder die Mercedes-Benz App.

Die Kooperation soll mehrere Schritte des Ladevorgangs vereinfachen, von der Suche nach einer geeigneten Station bis zur Reservierung eines freien Ladepunkts. Nach Angaben der Partner gilt das insbesondere für Fahrten durch Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Italien und die Schweiz. Ladestopps sollen sich auf diese Weise besser planen lassen.

Electra wächst mit fertigen Premium-Standorten

Die Übernahme fällt in eine Phase, in der sich der Wettbewerb zwischen den Ladeparkbetreibern weiter verschärft. Electra baut sein Netz in dieser Lage nicht nur durch Neubau aus, sondern auch durch die Integration bereits bestehender Premium-Standorte. Mercedes-Benz habe die Ladeparks nach Qualitätsstandards errichtet, „die nur wenige Ladenetzwerke erreichen“, so de Meaux. Im Gegenzug öffnet Electra nach seinen Worten das gesamte eigene Netzwerk für Mercedes-Fahrer:innen.

Technisch verweist das Unternehmen auf eine Netzverfügbarkeit von über 98,5 Prozent. An ausgewählten Standorten seien Ladeleistungen von bis zu 600 kW möglich. Electra wurde 2020 gegründet und bezeichnet sich als Marktführer in Frankreich und Belgien. Mehr als 300 Ladeexpert:innen arbeiten nach eigenen Angaben für den Anbieter. 2024 zeichnete die Europäische Investitionsbank Electra als „European Scale-Up of the Year“ aus, 2025 folgte derselbe Titel von Sifted.

Auch die weiteren Ausbauziele sind bereits umrissen. Bis 2030 soll das Netz auf 15.000 Schnellladepunkte wachsen, vorrangig in urbanen und periurbanen Gebieten sowie entlang wichtiger Hauptverkehrsachsen. Finanziell stützt sich Electra auf eine Gesamtfinanzierung von über einer Milliarde Euro.

Quelle: Per Mail

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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