Smart Meter Light: Wer profitiert, wer nicht

Smart Meter Light: Wer profitiert, wer nicht
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Die Smart-Meter-Initiative (SMI) hat ein Konzeptpapier veröffentlicht, das aus ihrer Sicht zentrale Anforderungen an die Umsetzung des von der Bundesregierung angekündigten Smart Meter Light formuliert. Gegründet wurde die Initiative von den Energieanbietern Tibber, Octopus Energy, Rabot Energy und Ostrom. Das Papier reagiert auf den Beschluss der Regierungskoalition in der Reformagenda „Ein Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ von Anfang Juli, wonach Haushalte außerhalb des verpflichtenden Smart-Meter-Rollouts künftig ein kostengünstiges und cybersicheres Smart Meter Light erhalten sollen.

Im Zentrum der Vorschläge steht die Wirtschaftlichkeit. Nach Einschätzung der SMI sollte die jährliche Messstellengebühr für ein Smart Meter Light 40 Euro nicht überschreiten. Zum Vergleich: Eine klassische moderne Messeinrichtung (mME) kostet aktuell 25 Euro im Jahr. Um dieses Preisniveau zu erreichen, spricht sich die Initiative gegen eine BSI-Zertifizierung aus, wie sie für intelligente Messsysteme (iMSys) mit Smart Meter Gateway vorgeschrieben ist. Stattdessen fordert sie ein cybersicheres Gerät mit einem risikoadäquaten, abgestuften Schutzniveau, das nicht den Höchstanforderungen für steuerbare Anlagen entsprechen muss. Ein Smart Meter Light solle ausschließlich messen und übermitteln, Steuerungsvorgänge blieben demnach vollständig dem iMSys vorbehalten.

„Wir müssen die Energiewende endlich stärker an der Realität der Menschen ausrichten und nicht an theoretischen Idealbildern“, sagt Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Deutschland und Mitinitiator der Smart-Meter-Initiative. Mehr als zwei Drittel der Haushalte in Deutschland verfügten über keine steuerbare Verbrauchseinrichtung wie ein E-Auto, eine Wärmepumpe oder einen Heimspeicher und benötigten daher keine teuren Messsysteme mit Fernsteuerungsoption für Großgeräte. Die Entscheidung der Bundesregierung sei deshalb ein wichtiger Schritt, entscheidend sei nun eine pragmatische Umsetzung im Sinne der Verbraucher:innen.

Zeitnaher Datenzugriff soll Pflicht werden

Ein weiterer Baustein des Konzepts betrifft den Kund:innenfokus: Die Geräte sollen über eine lokale Schnittstelle, etwa via WLAN, verfügen, damit Haushalte zeitnah auf die eigenen Verbrauchsdaten zugreifen können. Für die Marktkommunikation sollen die neuen Zähler den TAF-7-Daten eines iMSys gleichgestellt werden, sie könnten Zählerstände ebenso viertelstündlich erfassen und übermitteln. Um doppelte Strukturen zu vermeiden, sollen dafür die bereits bestehenden Protokolle genutzt werden. Zudem soll jede Smart-Meter-Light-Lösung so ausgelegt sein, dass sie bei später entstehendem Steuerungsbedarf ohne vollständigen Zählertausch auf ein iMSys mit Smart Meter Gateway aufgerüstet werden kann.

Im Positionspapier (hier nachzulesen) diskutiert die SMI drei technische Umsetzungswege. Neben der Ergänzung bestehender digitaler, aber nicht kommunikationsfähiger Stromzähler um ein zusätzliches Auslesegerät sowie dem Einbau von Zählern, die über lokale Funknetze der Stromnetzbetreiber ausgelesen werden, hält die Initiative langfristig das in Europa bereits erprobte „Linky-Modell“ für am sinnvollsten. Dabei handelt es sich um einen Zähler mit werksseitig integriertem Kommunikationsmodul, wie er in Frankreich millionenfach im Einsatz ist. „Damit schaffen wir den beschleunigten Rollout mit der besten Balance aus Geschwindigkeit, überregionaler Kompatibilität, Cybersicherheit und Aufrüstbarkeit“, so Gierull.

Das Smart Meter Light richtet sich laut den Plänen der Bundesregierung an Haushalte, die nicht unter den bisherigen Pflicht-Rollout für Smart Meter fallen. Betroffen sind Haushalte mit einem Jahresverbrauch von weniger als 6000 Kilowattstunden ohne größere steuerbare Verbrauchseinrichtung wie ein E-Auto oder eine Wärmepumpe. Die einfachere Technik soll einen schnelleren und unkomplizierteren Einbau ermöglichen, gleichzeitig sollen auch die laufenden Betriebskosten deutlich unter denen eines vollwertigen iMSys liegen.

Quelle: Smart-Meter-Initiative – Per Mail

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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