BMW: E-Autos erneut mit großem Absatzerfolg

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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In ganz Deutschland herrscht E-Auto-Flaute. Ganz Deutschland? Nein, unbeugsame Bayern hören nicht auf, von Quartal zu Quartal immer mehr Elektroautos zu verkaufen. Mit diesem Intro – frei nach Asterix – lässt sich die aktuelle Halbjahresbilanz von BMW wohl mit am besten beschreiben. Denn die Münchner marschieren mit ihren E-Autos von Absatzerfolg zu Absatzerfolg, und das schon seit einigen Jahren.

Zur erfolgreichen aktuellen Halbjahresbilanz haben per Juni vor allem vollelektrische Autos und höherpreisige Modelle der Marken BMW und BMW M beigetragen, deren Auslieferungen jeweils zweistellig zulegten, berichtet BMW in entsprechender Mitteilung. So stiegen die Elektroauto-Auslieferungen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce um 24,6 Prozent auf 190.614 rein elektrische Autos. Mit nahezu 180.000 ausgelieferten Elektroautos stehe die Marke BMW weltweit an dritter Stelle und weise unter den Top 3 mit +34 Prozent zudem die höchsten Zuwächse aus. Insgesamt übergab das Unternehmen im Zeitraum von Januar bis Juni 1.213.276 Automobile aller Konzernmarken an Kundinnen und Kunden und erreichte damit das hohe Niveau aus dem Vorjahr (2023: -0,1 Prozent; Q2: 618.743 Eh.; -1,3 Prozent).

In einem herausfordernden Umfeld zeigt die BMW Group damit weiterhin ein hohes Maß an Resilienz und bestätigt nach sechs Monaten ihre Jahresprognose: Die EBIT-Marge Automobile liegt für das erste Halbjahr mit 8,6 Prozent im strategischen Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent (Q2: 8,4 Prozent). Ohne die Abschreibung aus der Kaufpreisallokation von BBA China erzielte die BMW Group eine EBIT-Marge im Automobilsegment von 9,6 Prozent (Q2: 9,4 Prozent). Die EBT-Marge auf Konzernebene lag mit 10,9 Prozent (Q2: 10,5 Prozent) über dem strategischen Zielwert von 10 Prozent. Mit anhaltend hohen Investitionen, vor allem in die Elektromobilität und die E-Autos der Neuen Klasse, will die BMW Group wie geplant weiter ihre Innovationskraft und ihr künftiges Modellportfolio stärken

„Wir werden BMW technologisch auf ein vollkommen neues Niveau heben“

Unser Anspruch ist seit jeher: Gerade bei Gegenwind setzt BMW sich positiv vom Wettbewerb ab. Die ersten sechs Monate bestätigen das: Unter den herausfordernden Rahmenbedingungen im ersten Halbjahr führen wir mit unserem Elektro-Wachstum das direkte Wettbewerbsumfeld an – und gleichzeitig liefern wir seit zehn Quartalen hohe Profitabilität im Zielkorridor“, sagte der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG, Oliver Zipse bei der Präsentation der Zahlen am Donnerstag in München. „Mit diesem hohen Maß an Resilienz können wir auch dann konsequent in unsere Zukunft investieren, wenn die gesamte Industrie durch raues Fahrwasser navigieren muss. So bleiben wir klar auf Kurs für unser größtes Zukunftsprojekt Neue Klasse, mit dem wir BMW ab nächstem Jahr technologisch auf ein vollkommen neues Niveau heben werden.

Für die Vorbereitungen für die Neue Klasse und die Elektrifizierung und Digitalisierung ihres Portfolios sowie ihrer globalen Standorte geht die BMW Group mit hohen Ausgaben in Vorleistung: Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen wuchsen deutlich auf knapp 4,2 Milliarden Euro (2023: 3,4 Milliarden Euro/ + 22,8 Prozent). Die Forschungs- und Entwicklungsquote (HGB) erhöhte sich entsprechend auf 5,7 Prozent (2023: 4,6 Prozent). Im Gesamtjahr erwartet die BMW Group den Höhepunkt bei den F&E-Leistungen und eine F&E-Quote oberhalb von 5,0 Prozent.

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BMW

Daneben wirkten sich höhere Herstellungskosten, aber auch gestiegene Personalkosten sowie Kosten für IT-Projekte auf das Konzernergebnis aus. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) betrug nach sechs Monaten 8,0 Milliarden Euro (2023: 9,4 Milliarden Euro; -14,2 Prozent; Q2: 3,9 Milliarden Euro; -8,6 Prozent). In diesem Zeitraum wies die BMW Group einen Überschuss von 5,7 Milliarden Euro (2023: 6,6 Milliarden Euro; -14,6 Prozent; Q2: 2,7 Milliarden Euro; -8,6 Prozent) aus.

Segment Automobile mit besserem Produktmix

Das hohe Absatzvolumen und positive Produktmix-Effekte führten dem Hersteller zufolge nach sechs Monaten zu gestiegenen Umsatzerlösen im Segment Automobile in Höhe von 63,0 Milliarden Euro (2023: 62,9 Milliarden Euro; +0,2 Prozent; währungsbereinigt: +1,8 Prozent; im Q2: 32,0 Milliarden Euro; +1,4 Prozent; währungsbereinigt: +2,1 Prozent). Vor allem in China beeinflusste eine gestiegene Wettbewerbsintensität in Verbindung mit zurückhaltender Konsumlaune die Umsatzerlöse.

Das EBIT des Segments erreichte nach sechs Monaten 5,4 Milliarden Euro (2023: 6,7 Milliarden Euro; -19,2 Prozent) und lag im zweiten Quartal mit 2,7 Milliarden Euro moderat unter dem Vorjahresniveau (Q2/ 2023: 2,9 Milliarden Euro; -7,4 Prozent). Höhere Herstellungs- und Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie die geplant höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beeinflussten das Segmentergebnis.

BMW investiert kräftig in die Zukunft

Vor allem die erhöhte Investitionstätigkeit beeinflusste den Free Cashflow des Segments Automobile, der im Zeitraum von Januar bis Juni 2,3 Milliarden Euro (2023: 3,1 Milliarden Euro/ -37,2 Prozent) betrug. Die Gesamtinvestitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen beliefen sich auf 5,0 Milliarden Euro (2023: 3,9 Milliarden Euro/ +27,1 Prozent) – der Anstieg um rund eine Milliarde Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringerte den Free Cashflow. Trotz Investitionen auf Höchstniveau strebt die BMW Group für das Gesamtjahr einen Free Cashflow von mehr als 6 Milliarden Euro an.

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Die BMW Group hat den Anspruch, führend bei Innovationen zu sein. Wir investieren heute mehr denn je, insbesondere in die Fahrzeuge der Neuen Klasse und in innovative Technologien. Wir treiben die Digitalisierung und Elektrifizierung unserer Werke voran und führen effizientere Prozesse in unserem operativen Geschäft ein“, sagte Finanzvorstand Walter Mertl. „Dabei behalten wir unseren Kurs profitablen Wachstums bei: Wir steuern konsequent unsere Kosten und erhöhen mit Digitalisierung und KI-Anwendungen unsere Effizienz.“

BMW Group bestätigt Jahresprognose

Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage nach ihren Autos bestätigt die BMW Group ihre Jahresprognose. Für das Gesamtjahr erwartet sie ein leichtes Wachstum ihrer weltweiten Auslieferungen an Kunden. In China rechnet die BMW Group im dritten Quartal mit einer beginnenden Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation. Für positive Impulse weltweit sollten im zweiten Halbjahr die neue 5er Reihe und die im Hochlauf befindliche Mini Familie sorgen.

Das Konzernergebnis vor Steuern soll demnach im Gesamtjahr leicht zurückgehen – dies sei auf den Anstieg der Herstellungskosten und Fixkosten, insbesondere Personalkosten und F&E-Aufwendungen, gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen. Auch der erwartete Preisrückgang auf den weltweiten Gebrauchtwagenmärkten werde voraussichtlich dazu beitragen. Im Segment Automobile sei im Gesamtjahr eine EBIT-Marge im Korridor von 8 bis 10 Prozent zu erwarten. Die genannten Ziele werden mit einer leicht steigenden Mitarbeiterzahl erreicht.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 31.07.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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