Das BMW Group Werk Regensburg hat vergangene Woche den offiziellen Startschuss für eine neue Wasserstoffinfrastruktur gesetzt. Werkleiter Armin Ebner gab das Signal gemeinsam mit dem Bayerischen Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger sowie Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger. Im Kern der Maßnahme steht die schrittweise Umstellung der gesamten Intralogistikflotte von Elektro- auf Wasserstoffantrieb bis zum Jahr 2031.
Ein wesentlicher Teil der neuen Infrastruktur ist bereits fertiggestellt. Über die vergangenen Monate wurden sechs Kilometer Edelstahlleitungen in den Produktionshallen verlegt. Die vollständige Installation soll im Herbst abgeschlossen sein. Das Herzstück des Systems bildet eine Außeneinheit mit Pufferspeicher, an die Wasserstoff künftig angeliefert wird. Insgesamt entstehen sechs dezentrale Indoor-Tankstellen entlang der Logistikwege in der Produktion.
Der schrittweise Anlauf beginnt mit einer Tankstelle, die zunächst in einem Testbetrieb in Betrieb geht. Bis Ende Oktober sollen die fünf weiteren Dispenser folgen, sodass die Anlage vollständig hochgefahren ist. Dann werden rund 85 wasserstoffbetriebene Logistikfahrzeuge in Presswerk, Karosseriebau und Fahrzeugmontage eingesetzt. Langfristig sollen alle derzeit rund 320 Flurförderfahrzeuge am Standort auf Wasserstoff umgestellt werden.
Zeitersparnis und freie Fläche als Argumente für Wasserstoff
Neben dem Energiemix spielen operative Vorteile eine zentrale Rolle bei der Entscheidung. Bei den aktuell elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist zweimal pro Schicht ein Batteriewechsel per Kran notwendig. Mit Wasserstoffantrieb entfällt dieser Aufwand, was laut BMW eine Zeitersparnis von rund einer Viertelstunde pro Tauschvorgang bedeutet. Hinzu kommt eine freiwerdende Werksfläche von rund 800 Quadratmetern, die bisher von Batterieladestationen belegt ist. Da die Fahrzeuge flexibler eingesetzt werden können, soll zudem die Gesamtflotte verkleinert werden.
Werkleiter Armin Ebner erklärte dazu: „Mit dem Einsatz von Wasserstoff gestalten wir unsere Intralogistik hoch flexibel und skalierbar. Die Betankung ist in kürzester Zeit möglich und erfolgt an dezentralen Tankstellen entlang der Logistikwege. Zudem erweitern wir den Energiemix im Werk.“ Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte, das Projekt bestärke das Engagement der Bayerischen Staatsregierung für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft: „Statt ideologische Vorgaben durchzuboxen, müssen wir Erneuerbare Energien technologieoffen und wirtschaftsfreundlich weiterentwickeln.“ Oberbürgermeister Thomas Burger sprach von einem „Pioniergeist“, der Regensburg und die Wirtschaft über die Stadtgrenzen hinaus stärke.
Das Projekt ist Teil des übergeordneten Konzepts der BMW iFactory, mit dem der Konzern seine Produktionsstandorte auf eine digitale und nachhaltige Ausrichtung umstellt. Der Standort Regensburg gehört zu den größten Automobilwerken Bayerns und fertigt dort unter anderem Modelle der BMW 3er- und 4er-Reihe.
Quelle: BMW – Pressemitteilung









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