Bentley bringt mit dem Torcal sein erstes Elektroauto an den Start. Bentley-CEO Frank-Steffen Walliser bringt die Ausrichtung auf den Punkt: „Der Torcal ist in erster Linie ein Bentley.“ Der SUV basiert auf derselben PPE-Architektur wie der Porsche Cayenne Electric und teilt mit ihm zentrale technische Komponenten, tritt aber eigenständig auf. Ab Frühjahr 2027 soll der Torcal in den Handel kommen, positioniert unterhalb des Bentayga. Ersten Einschätzungen zufolge dürfte der Einstiegspreis bei rund 200.000 Euro liegen, eine offizielle Preisliste hat Bentley bislang nicht veröffentlicht.
Angetrieben wird der Torcal von zwei permanenterregten Synchronmaschinen. An der Hinterachse sorgt ein Sperrdifferenzial mit je einer Lamellenkupplung pro Abtriebswelle für Traktion, vorne arbeitet ein offenes Differenzial. Die 800-Volt-Batterie besteht aus 192 Pouch-Zellen und liefert eine Nettokapazität von 113 Kilowattstunden. Nach WLTP-Norm reicht die Energie für bis zu 600 Kilometer. Geladen wird mit bis zu 400 kW Gleichstrom, wodurch der Ladestand in 16 Minuten von zehn auf 80 Prozent steigt. Schon sieben Minuten an einer Schnellladesäule genügen für rund 161 Kilometer zusätzliche Reichweite.

Zum Marktstart bietet Bentley den Torcal in zwei Versionen an. Das Basismodell leistet 604 kW (821 PS) bei einem Drehmoment von 1194 Newtonmetern und beschleunigt das rund 2,7 Tonnen schwere SUV in 3,4 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Mit Launch Control, 653 kW (888 PS) und 1350 Newtonmetern absolviert der Torcal S den Standardsprint in 2,9 Sekunden und erreicht 260 km/h. Auf noch schärfere Beschleunigungswerte verzichtet Bentley bewusst: „Eine noch brutalere Beschleunigung wird von vielen Kunden eher als unangenehm empfunden“, heißt es beim Hersteller.
Fahrwerk und Formensprache setzen eigene Akzente
Das Grundprinzip des Fahrwerks entspricht Porsche Active Ride aus dem Cayenne Electric, wurde für den Torcal jedoch neu abgestimmt. Zum Einsatz kommen Luftfedern und Zweiventildämpfer, deren Zug- und Druckstufe sich getrennt regeln lassen, klassische Querstabilisatoren entfallen zugunsten aktiver Dämpfer mit je einer Motor-Pumpen-Einheit pro Achse. Gegenüber der Porsche-Variante vergrößerten die britischen Techniker den Ölquerschnitt im Dämpfer und erreichten damit eine größere Spreizung zwischen den Fahrmodi. Serienmäßige Allradlenkung mit bis zu fünf Grad Lenkwinkel an der Hinterachse drückt den Wendekreis auf 11,1 Meter, optional sind Carbon-Silicon-Carbide-Bremsen mit 440-Millimeter-Scheiben vorn und 410-Millimeter-Scheiben hinten erhältlich. „Die Wahrheit liegt auf der Straße“, kommentiert Walliser die technische Auslegung.

Mit rund fünf Metern Länge fällt der Torcal etwa zwölf Zentimeter kürzer aus als der Standard-Bentayga, der Radstand ist jedoch drei Zentimeter länger, was großzügige Platzverhältnisse ermöglicht. Langer Radstand, kurze Überhänge und eine weit nach vorn gezogene Motorhaube prägen die Silhouette nach dem Prinzip der „aufrechten Eleganz“. Bei Dunkelheit lässt der beleuchtete Diamond-Kühlergrill die dreidimensionalen Kristalle schwebend wirken, während sich schmale horizontale Rückleuchtenbänder in die breiten hinteren Kotflügel ziehen. Als erstes Serienmodell trägt der Torcal zudem das modernisierte, schärfer und kantiger gestaltete Bentley-Emblem.
Merinowolle statt Hartplastik im Innenraum des Bentley Torcal
Innen kombiniert Bentley ein geschwungenes, zentrales OLED-Display mit AR-Head-up-Display, Gesichtserkennung und dem Smartphone als Fahrzeugschlüssel, physische Schalter bleiben für wichtige Funktionen erhalten. Erstmals lässt sich bei Bentley die Dreiersitzbank im Fond elektrisch umklappen. Anders als im Cayenne Electric verzichtet der Innenraum auf Hartplastik, stattdessen stehen optional Bezüge aus reiner Merinowolle sowie Dekore aus bis zu 1000 Lagen nachhaltig beschaffter Walnuss-Reststücke und Recyclingpapier zur Wahl.

Für die akustische Rückmeldung entwickelte Bentley die „Bentley Dynamic Symphony“: Musiker spielten unter anderem Schlagzeug, Bratsche und Bassgitarre ein, kleine Unregelmäßigkeiten blieben bewusst erhalten. Der Klang reagiert auf Drehmomentanforderung und Geschwindigkeit, wird im Sport-Modus intensiver und lässt sich vollständig abschalten, als Referenz dient der Rhythmus des bekannten 6,8-Liter-V8-Triebwerks.

Vier Fahrmodi, benannt Bentley, Comfort, Sport und Refresh, steuern neben Antrieb und Fahrwerk auch Licht, Klang, Klimatisierung, Luftstrom und Displayinformationen: Comfort blendet nahezu alle nicht notwendigen Anzeigen aus, Refresh erhöht Frischluftzufuhr und Helligkeit. Elektrische Türen, 25 Radar-, Kamera- und Sensorsysteme sowie ein trainierbarer Parkassistent mit automatischem Zurücksetzen auf engen Straßen ergänzen die Ausstattung.
Quelle: Per Mail









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