Bentley bereitet sich auf einen wichtigen Schritt vor: Der britische Luxusautomobilhersteller wird 2027 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen – einen kompakten SUV, der kleiner als der Bentayga ausfallen soll. Über den Preis des neuen Modells hat sich Bentley-Chef Mike Rocco nun erstmals konkreter geäußert. Am Rande der New York Auto Show 2026 sagte er im Interview mit dem Magazin The Drive, der Preis müsse „vergleichbar“ mit dem des Bentayga (ab 217.500 Euro in Deutschland) sein. Eine endgültige Zahl stehe zwar noch nicht fest, die Richtung aber schon.
Der Bentayga ist nicht nur das meistverkaufte Modell der Marke, sondern auch der Grund, warum das erste Elektroauto ebenfalls ein SUV wird. Rocco beschrieb die grundlegenden Erfolgsfaktoren im Automobilgeschäft als überschaubar: „Man braucht den richtigen Preis. Man braucht eine Bank, die ordentliche Restwerte bereitstellt, denn die Mehrheit der Autos wird geleast. Und man muss die richtige Volumenerwartung haben.“ Diese Logik gelte unabhängig vom Antrieb.
Rolls-Royce Spectre als mahnendes Beispiel
Dass der Preis über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann, macht Rocco an einem prominenten Beispiel fest. Bei Rolls-Royce seien die Bestellungen für den Spectre nach einem zunächst positiven Start „verdampft“ – ein Verlauf, den Bentley vermeiden will. Mit einer Preisgestaltung auf Bentayga-Niveau läge der SUV voraussichtlich unterhalb des Rolls-Royce-Coupés.
In Kundenumfragen in Miami und Los Angeles hätten acht von zehn Befragten angegeben, das elektrische SUV kaufen zu wollen. Auch bei einem Händlertreffen in Lissabon sei die Resonanz positiv gewesen, so Rocco. Das Interesse sei da – es gelte nun, es in tatsächliche Bestellungen umzuwandeln. Das Fahrzeug basiert voraussichtlich auf der PPE-Plattform des Volkswagen-Konzerns, die auch im Porsche Cayenne Electric zum Einsatz kommt. Die Markteinführung sei im dritten Quartal 2027 geplant.
Erst beobachten, dann handeln
Dass Bentley beim Einstieg in die Elektromobilität nicht zu den Ersten gehört, ist laut Rocco eine bewusste Entscheidung. Man habe Rolls-Royce bewusst den Vortritt gelassen, „weil wir sehen wollten, wie sich die Dinge entwickeln“. Ursprünglich hatte Bentley angekündigt, zwischen 2025 und 2030 fünf Elektroautos auf den Markt zu bringen und die Modellpalette bis 2030 vollständig zu elektrifizieren. Das Ziel wurde zwischenzeitlich auf 2035 verschoben. Rocco bestätigte nun, dass der E-SUV vorerst das einzige Elektromodell der Marke bleiben wird.
Herausforderungen bleiben: Rocco räumte ein, dass Reichweitenbedenken und Unsicherheiten rund um die Ladeinfrastruktur weiterhin zur Kaufzurückhaltung beitragen – verstärkt durch die elektrokritische Haltung der aktuellen US-Regierung. Die Marktbedingungen sind damit auch für Luxusanbieter nicht ohne Risiko.
Quelle: The Drive – Bentley’s Electric SUV Will Cost Bentayga Money, CEO Says









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