Audi-Manager: „Wir wollen alltagstaugliche E-Mobilität liefern“

Audi-Manager: „Wir wollen alltagstaugliche E-Mobilität liefern“
Copyright:

Audi AG

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Audi hat seit einigen Monaten mit dem e-tron sein erstes Elektroauto im Programm, viele weitere sollen folgen. In einem Interview mit dem Fachblatt Automobil-Industrie erklärten Jens van Eikels, der Leiter der Modellreihe e-tron, und Johannes Eckstein, Produktmarketing, was man bei der Produktion des e-tron gelernt hat und wie es bei der Marke mit den vier Ringen in Zukunft bei der Elektromobilität weitergehen soll.

„Von der Grundentscheidung bis zur Umsetzung hat ein Auto in der Regel eine Entwicklungszeit von circa vier Jahren“, so van Eikels über die Erfahrungen beim Entwicklungsprozess des e-tron. Das treffe nicht nur für Verbrenner, sondern auch für die in Sachen Antrieb/ Motor etwas einfach konstruierten Elektroautos zu: „Wenn man ein so komplexes Fahrzeug entwickelt, ist diese Entwicklungszeit gesetzt.“ Um auch die Zusammenarbeit mit Zulieferern und anderen Prozesspartnern zu optimieren, habe man diese „früh in die Projektarbeit einbezogen und wir haben uns auch am Produktionsstandort mit gemeinsamen Projekttagen eng vernetzt“, so van Eikels.

Beim e-tron habe sich Audi „bewusst dafür entschieden, eine ganze Menge inhouse zu machen. Zum Beispiel fertigen wir die Elektromotoren in Györ und montieren dort die Antriebsachsen.“ Auch bei der Hochvoltbatterie mache Audi, bis auf die Zellmodule als kleinste Einheit, „einen Großteil der Wertschöpfung selbst“. So habe Audi „rund um die Elektrifizierung Kompetenzen aufgebaut und weiterhin Beschäftigung sichergestellt.“

„Wir wollen dem Kunden den Umstieg auf die Elektromobilität so einfach wie möglich machen“

„Wir wollen dem Kunden den Umstieg auf die Elektromobilität so einfach wie möglich machen“, sagt Produktmanager Eckstein in dem Interview. Audi wolle „alltagstaugliche E-Mobilität liefern“. In Sachen Ladeinfrastruktur „vernetzen sich Ladetechnik und die digitalen Assets eines Fahrzeugs zunehmend“, sagt Eckstein. „Da gibt es noch Optimierungs- und viel Geschäftspotenzial.“

Gemeinsam mit Infrastrukturanbietern arbeite Audi „an Konzepten, die es den Kunden einfach machen sollen, Ladepunkte zu finden und während des Ladevorgangs bestimmte Dienste zu nutzen.“ Autohersteller können heute „ein größeres Spektrum abbilden, um auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen“, das biete einige Möglichkeiten für weitere Erlöse.

Ein Problem in Deutschland sei die Tatsache, dass es für Elektroauto-Fahrer schwierig bis unmöglich ist, in privat genutzten Tiefgaragen einen eigenen Ladepunkt zu installieren: „Das Regelwerk in Deutschland ist in diesem Punkt noch ausbaufähig“, sagt Eckstein. Es brauche „Richtlinien, die den Interessenten an Elektromobilität auch die Möglichkeit gibt, in gemeinschaftlich genutzten Parkräumen Lademöglichkeiten nachzurüsten.“

„Ein probates Mittel, einen Kaufanreiz für Elektrofahrzeuge zu schaffen“, sei auch der Aufbau von Ladeinfrastruktur bei Unternehmen und Arbeitgebern. Diese könnten „ohne geldwerten Vorteil in Deutschland Lademöglichkeiten schaffen“.

Quelle: Automobil-Industrie – Audi-Manager: „Machen beim E-Tron bewusst eine Menge inhouse“

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Audi Elektroautos

So holt der Audi A2 e-tron mehr Effizienz aus dem Antrieb

So holt der Audi A2 e-tron mehr Effizienz aus dem Antrieb

Sebastian Henßler  —  

Der Audi A2 e-tron kommt im WLTP auf 12,8 kWh je 100 Kilometer. Möglich machen das Siliziumkarbid-Halbleiter, dünnere Rotorbleche und ein optimiertes Getriebe.

Batterieprobleme bei VW: Auch Audi muss Tausende E-Autos zurückrufen

Batterieprobleme bei VW: Auch Audi muss Tausende E-Autos zurückrufen

Daniel Krenzer  —  

Audi muss Tausende Q4 e-tron wegen möglicher Batterieprobleme zurückrufen. Auch Fahrzeuge außerhalb der USA sind betroffen.

Kommentar: Audi baut in Georgia an der Vergangenheit

Kommentar: Audi baut in Georgia an der Vergangenheit

Sebastian Henßler  —  

Über Audis Auftritt mit Trump wurde viel gestritten. Kaum jemand fragt, was im Werk in Georgia gebaut wird und welche CO2-Last daraus für Jahrzehnte folgt.

Audi: Milliardenschwere US-Pläne stehen bereits auf der Kippe

Audi: Milliardenschwere US-Pläne stehen bereits auf der Kippe

Daniel Krenzer  —  

Audis milliardenschwere US-Pläne wackeln: Verbindliche Zusagen fehlen, und die Wahlkampfhilfe für Donald Trump sorgt für massive Kritik.

Audi zieht in China klare Grenzen zwischen seinen beiden Marken

Audi zieht in China klare Grenzen zwischen seinen beiden Marken

Daniel Krenzer  —  

Audi strukturiert sein China-Geschäft um: FAW übernimmt die klassische Marke Audi, SAIC konzentriert sich auf die neue Elektromarke AUDI.

US-Werk in Georgia: Was Audis Pläne für Neckarsulm bedeuten

US-Werk in Georgia: Was Audis Pläne für Neckarsulm bedeuten

Stefan Grundhoff  —  

Lange haben Gewerkschaften im VW-Konzern eine US-Fertigung verhindert. Nun folgt Audi BMW und Mercedes in die Südstaaten und investiert Milliarden in Georgia.

Humanoide Roboter übernehmen bei Audi, was lange scheiterte

Humanoide Roboter übernehmen bei Audi, was lange scheiterte

Sebastian Henßler  —  

Im Audi-Werk Ingolstadt greifen mobile humanoide Roboter Bauteile aus Behältern und legen sie in Sequenz. Vorab prüft ein virtueller Zwilling den Einsatz.