Audi hat für das erste Quartal solide Finanzkennzahlen vorgelegt – und gleichzeitig ein differenziertes Bild beim Antriebsmix gezeichnet. Während das Unternehmen in Deutschland und Europa Auslieferungszuwächse verbuchen konnte, gingen die Gesamtauslieferungen des Konzerns weltweit um 6,1 Prozent auf knapp 365.000 Fahrzeuge zurück. Der Umsatz sank um rund 8 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro, das operative Ergebnis stieg hingegen leicht auf 588 Millionen Euro – die operative Umsatzrendite verbesserte sich auf 4,2 Prozent.
Beim Antriebsmix zeigt sich eine bemerkenswerte Verschiebung: Plug-in-Hybride legten bei der Marke Audi im Jahresvergleich um knapp 160 Prozent zu – auf mehr als 30.000 ausgelieferte Einheiten. Vollelektrische Modelle hingegen kamen auf rund 42.000 Auslieferungen, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Als Ursache nennt Audi veränderte Förderbedingungen in den USA und China. Zusammengenommen lag der Elektro-Anteil – also Plug-in-Hybride und reine E-Autos gemeinsam – bei 20 Prozent der Gesamtauslieferungen.
Der Rückgang bei den E-Autos fällt dabei regional unterschiedlich aus. In Deutschland entwickelte sich das Geschäft mit vollelektrischen Modellen gegen den Trend: 12.223 ausgelieferte E-Autos bedeuten ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2025. In Nordamerika hingegen brach das Gesamtvolumen um 27 Prozent ein – auf 35.464 Fahrzeuge. Audi führt dies auf US-Zölle und den Wegfall von E-Auto-Förderungen zurück. In China, dem nach wie vor wichtigsten Einzelmarkt mit 127.109 Auslieferungen, stiegen die Lieferungen vollelektrischer Modelle hingegen um knapp 28 Prozent – obwohl das Gesamtvolumen dort um 12 Prozent zurückging.
Audi: Marktspezifische Strategie statt globalem Einheitsmodell
Vor diesem Hintergrund skizziert Audi-CEO Gernot Döllner einen deutlichen strategischen Kurswechsel. „In einer Welt, in der sich die Erwartungen unserer Kunden regional immer stärker unterscheiden, zeigt sich, dass das Geschäftsmodell ‚Weltauto‘ immer seltener trägt“, sagte er. Das erfordere marktspezifische Modelle und Antriebskonzepte. Konkret bedeutet das: Für China gibt es mit dem AUDI E7X ein exklusives Elektromodell, für Nordamerika kommt im Sommer der neue Audi Q9 als Verbrenner-fokussiertes Oberklasse-SUV, und für Europa folgt im Herbst mit dem Audi A2 e-tron ein elektrischer Einstieg.
Die Marken Bentley und Lamborghini entwickelten sich im Quartal gegenläufig. Bentley rutschte mit einem operativen Ergebnis von minus 26 Millionen Euro in die Verlustzone – US-Zölle und Restrukturierungskosten belasteten zusätzlich zum schwachen Marktumfeld in China und den USA. Lamborghini erzielte trotz eines Umsatzrückgangs auf 863 Millionen Euro weiterhin eine operative Rendite von 23,1 Prozent. Ducati verzeichnete ebenfalls rückläufige Zahlen, blieb aber mit 3,5 Prozent operativer Rendite knapp in der Gewinnzone.
CFO Jürgen Rittersberger formulierte die Lage des Konzerns direkt: „Unsere Ergebnisentwicklung zeigt klar, dass wir erheblichen Handlungsdruck haben.“ Kostendisziplin und geringere Rückstellungen im Zusammenhang mit CO₂-Regulierung wirkten sich im ersten Quartal positiv auf das operative Ergebnis aus. Der Netto-Cashflow verbesserte sich deutlich auf 883 Millionen Euro, nach minus 61 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Audi unverändert Umsatzerlöse zwischen 63 und 68 Milliarden Euro sowie eine operative Umsatzrendite zwischen 6 und 8 Prozent.
Quelle: Audi – Pressemitteilung









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