Audi-Betriebsrat: Nun muss der Vorstand liefern

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Im vergangenen Jahr wurde bei der Volkswagen-Tochter Audi eine sogenannte Zukunftsvereinbarung geschlossen, die unter anderem den Abbau von bis zu 7500 Stellen bis Ende 2029, jedoch auch Investitionen von rund acht Milliarden Euro in deutsche Standorte vorsieht. Nachdem Audi-Geschäftsführer Gernot Döllner sich nun dahingehend geäußert hat, dass diese Anstrengungen womöglich nicht ausreichen und mehr Einsparungen nötig werden könnten, dreht der Betriebsrat laut Automobilwoche den Spiegel nun in Richtung Vorstand um.

Gesamtbetriebsratschef Jörg Schlagbauer sagte demnach: „Mit klaren Maßnahmen wie etwa dem sozialverträglichen Stellenabbau leistet die Audi-Belegschaft einen nachhaltigen wirtschaftlichen Beitrag zur Festigung der Marke. Nun ist der Vorstand an der Reihe, seinen Verpflichtungen nachzukommen“. Sprich: Bevor der Betriebsrat bereit ist, über jedwede zusätzliche Einsparung seitens der Belegschaft zu sprechen, erwartet die Mitarbeitendenvertretung vom Automobilhersteller, dass die versprochenen Investitionen in deutsche Standorte auch getätigt und die Auslastung entsprechend der Absprachen erhöht werden. Eine nun neu aufgebaute Drohkulisse gegenüber der Belegschaft sei zum aktuellen Zeitpunkt inakzeptabel.

Zudem besteht der Audi-Betriebsrat darauf, dass es bald einen Nachfolger des eingestellten Audi A8 gibt und dieser in Neckarsulm gebaut wird – unabhängig davon, ob es sich dabei um einen Hybrid oder ein reines Elektroauto handeln wird. Dafür kämpfe der Betriebsrat „mit voller Kraft“.

Komplexe Probleme

Audi ist nicht aus einem einzelnen Grund heraus zum Sparen gezwungen, sondern aufgrund eines ganzen Bündels struktureller Probleme, die sich gegenseitig verstärken. Ein zentraler Punkt ist die zu hohe Kostenbasis. Intern wurde bereits deutlich gemacht, dass Audi „zu teuer produziert und entwickelt“. Das betrifft sowohl Entwicklungsprozesse als auch die Komplexität der Modellpalette. Entsprechend setzt das Unternehmen nun verstärkt auf Plattformstrategien, Kooperationen (etwa mit Porsche) und eine Verringerung von Varianten, um Kosten signifikant zu senken.

Hinzu kommen schwächere wirtschaftliche Rahmenbedingungen und sinkende Absatzzahlen. Audi verzeichnete zuletzt rückläufige Auslieferungen, unter anderem durch ein schwieriges Marktumfeld, geopolitische Einflüsse wie US-Zölle sowie eine verzögerte Wirkung neuer Modelle in wichtigen Märkten. Gerade international – etwa in China – ist der Wettbewerbsdruck hoch, was zusätzlich auf die Margen drückt.

Ein weiterer Treiber ist die Transformation zur Elektromobilität. Audi befindet sich mitten im Umbau seines Geschäftsmodells. Laut Unternehmensführung müssen dafür Strukturen, Prozesse und Technologien grundlegend verändert werden – ein kostspieliger und komplexer Umbau. Gleichzeitig erschweren politische Unsicherheiten, etwa Diskussionen rund um das Verbrenner-Aus, die Planungssicherheit. Auch externe Standortfaktoren spielen eine Rolle: hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und zunehmende Bürokratie belasten die Wettbewerbsfähigkeit – insbesondere am Standort Deutschland. Zusätzlich kommen operative Probleme hinzu, etwa hohe Logistikkosten oder ineffiziente Produktionsstrukturen einzelner Werke, die Anpassungen erschweren und die Kosten weiter erhöhen.

Quelle: Automobilwoche – „Vorstand an der Reihe“: Audi-Betriebsrat wehrt sich gegen zusätzliche Einschnitte

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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