E-Auto-Hersteller sind ständig darum bemüht ihre Fahrzeuge noch effizienter zu machen. Dementsprechend großes Aufsehen erregte VWs im September vorgestellte Studie unter dem Namen Mission Efficiency. Das auf dem MEB+ aufbauende Fahrzeug erreichte auf der Fahrt von Wolfsburg nach Wien einen cW-Wert von 0,158 und verbrauchte lediglich 6,89 Kilowattstunden pro 100 Kilometer.
Nun ist auch bekannt geworden, wer das verbaute Solardach entwickelt hat: Es kam vom niederländischen Unternehmen Lightyear. Dort entwickelte man das Photovoltaiksystem mit 370 Watt Leistung, welches in das Glasdach und die Heckscheibe des Mission Efficiency integriert ist. Der Strom wird durch die Lightyear Power Electronics ins Bordsystem eingespeist und kann die Reichweite unter guten Bedingungen um bis zu 30 Kilometer pro Tag erhöhen.
Zur besseren Einordnung der Leistung sei gesagt, dass 30 Kilometer bei einem Verbrauch von rund 6,48 kWh/100 km etwa 2 Kilowattstunden Strom am Tag entsprechen. Das sind knapp 4 Prozent der nutzbaren Batteriekapazität von 54,9 kWh.
Das Fahrzeug hinter Mission Efficiency
Beim Mission Efficiency handelt es sich zunächst einmal ganz klar um ein Konzeptfahrzeug, das nicht verkauft werden soll. Es basiert auf dem MEB+ mit Frontantrieb, wobei die 99-kW-E-Maschine und die Hochvoltbatterie vom ID. Polo übernommen wurden. Die Stirnfläche beträgt 2,08 Quadratmeter, das Coupé ist 4,775 Meter lang und verfügt über 4 Sitze.
Auf besagter Fahrt von Wolfsburg über Poznań und Olmütz nach Wien betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit 67,72 km/h und es wurde einmal geladen. Nun beansprucht VW in der Kategorie „Seriennahes, alltagstaugliches Viersitzer-Elektrofahrzeug“ sowohl die Weltrekorde für den niedrigsten cW-Wert als auch für eine Idealfahrt mit einem Verbrauch von 6,48 kWh/100 km und einen Realverbrauch von 6,89 kWh/100 km ohne Ladeverluste.
Eine vielversprechende Zusammenarbeit
Lightyear zufolge ist das Projekt bereits Ende des Sommers 2025 gestartet. Zunächst wurde gemeinsam mit VW Development und Group Innovation über die Ausrichtung der Solarzellen sowie Transparenz, Optik und die Geometrie des Glases entschieden. Im Anschluss entstanden in der ersten Phase erste Prototypen und die Glasform. Ende 2025 gingen dann auch erste Solarmodule an VW. Bis zum fertigen Mission Efficiency mit Solardach war dann jedoch noch einiges an Entwicklungs- und Integrationsarbeit nötig.
Dem Lightyear-Solaringenieur Nelis Geurts zufolge habe das Projekt gezeigt, in welchem Ausmaß ein effizientes Modul die Reichweite erhöhen und gleichzeitig noch zum Design des Autos passen kann. Der Mission Efficiency soll dem Unternehmen nun auch als Referenz dienen, um Solarmodule und Ladesysteme für Fahrzeuge anderer Hersteller zu entwickeln.
Ursprünglich war Lightyear ja mit seinem Solarauto Lightyear 0 bekannt geworden, welches einmal rund 250.000 Euro kosten sollte. Von diesem Weg hat man sich jedoch endgültig abgewandt. Ob VW und andere Hersteller die Solartechnik in Zukunft auch in Serienfahrzeuge integrieren bleibt derweil noch abzuwarten.
Quellen: Lightyear – Pressemitteilung / Volkswagen – Pressemitteilung







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