VW: 40 Prozent der Bestellungen in Europa sind E-Autos

VW: 40 Prozent der Bestellungen in Europa sind E-Autos
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Elektroauto-News

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

In Europa verschiebt sich die Nachfrage im Volkswagen-Konzern spürbar in Richtung Elektroauto. Rund 40 Prozent des Auftragsbestands entfallen dort inzwischen auf vollelektrische Modelle, der Elektro-Bestand hat sich gegenüber dem Jahresende 2025 verdoppelt. Bei den Auslieferungen fährt jedes fünfte Konzernauto rein elektrisch vom Hof. Wer über Europa hinausblickt, sieht allerdings ein deutlich gemischteres Bild, wie die aktuell veröffentlichten Zahlen für Januar bis September zeigen.

Martin Sander, Mitglied der Erweiterten Konzernleitung für den Vertrieb, nennt zwei Treiber für die Entwicklung im Heimatmarkt: “die derzeit hohen Kraftstoffpreise und das größere Angebot an Einstiegsmodellen”. Zu Letzteren zählt die Electric Urban Car Family aus VW ID. Polo, ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval. Für die vier Modelle gingen kurz nach der Einführung knapp 150.000 Bestellungen ein. Die Auftragseingänge für E-Autos in Europa stiegen von Juli bis September um mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Über sämtliche Antriebe gerechnet lag das Plus nach drei Quartalen bei vier Prozent.

Das schlägt sich bereits in den Auslieferungen nieder. Zwischen Januar und September übergab der Konzern in Europa 586.100 Elektroautos, ein Zuwachs von 12,1 Prozent. Im dritten Quartal beschleunigte sich das Wachstum auf knapp 20 Prozent. Der Elektro-Anteil an den europäischen Auslieferungen stieg nach neun Monaten von 18 auf 20 Prozent. Unter den weltweit meistverkauften Stromern des Konzerns führt der Škoda Elroq mit 92.200 Einheiten, gefolgt vom VW ID.4/ID.5 mit 81.900 und dem Škoda Enyaq mit 72.700 Exemplaren.

Ein Blick auf die einzelnen Marken zeigt jedoch deutliche Unterschiede. Škoda steigerte seine weltweiten Elektro-Auslieferungen um 41,3 Prozent auf 167.400 Autos, Seat/Cupra legte um 13,5 Prozent zu, VW Nutzfahrzeuge um 23,4 Prozent. Die Kernmarke Volkswagen Pkw dagegen lieferte mit 212.200 E-Autos 26,3 Prozent weniger aus als im Vorjahr. Auch Audi (minus zwölf Prozent) und Porsche (minus 20,8 Prozent) verloren im Elektrosegment.

Außerhalb Europas bröckelt das Elektro-Geschäft

Global betrachtet relativiert sich der europäische Aufschwung. Weltweit lieferte der Konzern bis Ende September 678.700 Elektroautos aus, ein Minus von 5,4 Prozent zum Vorjahr. Rund 86 Prozent davon entfielen auf Europa, die übrigen Märkte gaben teils kräftig nach.

Besonders deutlich fällt der Rückgang in den USA aus. Dort sanken die Auslieferungen von E-Autos um 78,4 Prozent auf 14.900 Einheiten, zwischen Juli und September betrug das Minus sogar 86,4 Prozent. Volkswagen verweist auf den Auslauf staatlicher Förderprogramme, der den gesamten US-Markt für Elektroautos deutlich schrumpfen ließ, sowie auf die anhaltende Belastung durch Importzölle. In China ging der Absatz rein elektrischer Modelle um 42,5 Prozent auf 48.900 Einheiten zurück.

Für den chinesischen Markt zeichnet Sander dennoch ein differenzierteres Bild. Die “neuen, lokal entwickelten Elektromodelle” begännen dort ihre Wirkung zu entfalten, im Sommerquartal habe der Konzern rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Autos übergeben als ein Jahr zuvor. Gefragt waren nach Konzernangaben vor allem Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender. Vollelektrische Modelle kamen im selben Zeitraum mit 18.000 Einheiten dagegen auf 30,1 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Auf beide teilelektrischen Antriebsarten zusammen entfielen weltweit 368.000 Auslieferungen, rund 23 Prozent mehr als bis September 2025.

Volle Auftragsbücher treffen auf ein schrumpfendes Gesamtgeschäft

Über alle Antriebsarten hinweg kam Volkswagen in den ersten neun Monaten auf 6,01 Millionen ausgelieferte Autos und lag damit neun Prozent unter dem Vorjahreswert von 6,6 Millionen. Zuwächse in Südamerika (plus 4,3 Prozent) sowie in West-, Zentral- und Osteuropa reichten nicht aus, um die Rückgänge in China (minus 30,2 Prozent) und Nordamerika (minus vier Prozent) auszugleichen. Den Einbruch in China führt das Unternehmen auf den deutlich rückläufigen Gesamtmarkt zurück, insbesondere im Geschäft mit Verbrennern.

Europa insgesamt kam auf 2,96 Millionen Auslieferungen, ein Anstieg um 1,7 Prozent, in Deutschland lag der Zuwachs bei 0,9 Prozent. Der gesamte Auftragsbestand auf dem Kontinent wuchs gegenüber Ende 2025 um rund elf Prozent. In den USA wiederum gingen die Auslieferungen über alle Antriebe um 7,8 Prozent zurück, ein Umfeld, das der Konzern von der Zollsituation und einer veränderten Regulatorik geprägt sieht.

Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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