Die staatliche Förderung privater Wallboxen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Während der Bund lange Zeit den Aufbau privater Ladeinfrastruktur unterstützte, ist dieser Weg inzwischen beendet. Seit 2024 können Privatpersonen keine Zuschüsse der KfW mehr beantragen, wenn sie zu Hause eine Ladestation installieren wollen. Damit ist ein zentrales Förderinstrument entfallen, das vor allem Eigenheimbesitzer beim Einstieg in die Elektromobilität begleitet hatte.
Hintergrund war das Programm „Solarstrom für Elektroautos“, das 2023 aufgelegt wurde und gezielt die Kombination aus Photovoltaikanlage, Stromspeicher und Wallbox förderte. Der Bund stellte dafür rund 300 Millionen Euro bereit. Anspruch hatten ausschließlich Haushalte mit selbst genutztem Elektroauto oder verbindlicher Bestellung, sofern alle Komponenten fabrikneu installiert wurden. Die Förderung setzte sich aus pauschalen Zuschüssen für Solaranlage, Speicher und Ladepunkt zusammen. Zusätzlich war ein Innovationsbonus für bidirektionales Laden vorgesehen. In der Spitze konnten so bis zu 10.200 Euro ausgezahlt werden. Mit dem Auslaufen des Programms endete jedoch auch diese umfassende Unterstützung.
Seitdem hat sich der Fokus der Förderlandschaft verschoben. Private Haushalte müssen bundesweit ohne einheitliche Unterstützung auskommen, finden jedoch auf Landes- und kommunaler Ebene weiterhin Anlaufstellen, wie der ADAC ermittelt hat.
Neue Perspektive ab 2026: Mehrfamilienhäuser im Fokus
Besonders im Bereich von Mehrfamilienhäusern rückt das Thema erneut in den Blick. Die Bundesregierung hat im Rahmen des „Masterplans Ladeinfrastruktur 2030“ ein neues Förderprogramm angekündigt, das ab 2026 starten soll. Ziel ist es, Eigentümer:innen und Wohnungseigentümergemeinschaften beim Aufbau von Ladepunkten in Tiefgaragen und auf Stellplätzen zu unterstützen. Geplant ist auch die Förderung von Maßnahmen zur Verstärkung von Netzanschlüssen sowie der elektrischen Gebäudeinfrastruktur. Konkrete Fördersätze und Bedingungen sollen Anfang 2026 veröffentlicht werden.
Bis zur Einführung dieses Programms beschränkt sich die finanzielle Unterstützung auf einzelne Bundesländer. In Baden-Württemberg richtet sich die Förderung an Wohnungseigentümergemeinschaften. Bezuschusst wird dort allerdings nicht die Wallbox selbst, sondern ausschließlich die notwendige Elektroinstallation bis zum jeweiligen Ladeplatz, inklusive intelligenter Lastmanagementsysteme. Pro Ladepunkt sind Zuschüsse von bis zu 2500 Euro möglich, die über die landeseigene Förderbank beantragt werden.
Nordrhein-Westfalen verfolgt einen breiteren Ansatz. Über das Programm „ElektroMobilitätNRW“ können Vermietende, Mietende sowie Eigentümer von Garagen und Stellplätzen Zuschüsse erhalten. Voraussetzung ist, dass die Ladestation mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird, etwa über einen Ökostromtarif oder eine eigene Photovoltaikanlage. Das Land übernimmt bis zu 40 Prozent der Kosten für Kauf, Einbau und Anschluss der Wallbox, inklusive Energiemanagementsystem, gedeckelt auf 1500 Euro pro Ladepunkt. Zusätzlich werden Grundinstallationen in größeren Garagenanlagen sowie Netzanschlüsse mit separaten Fördersätzen unterstützt.
Kommunale Programme und Rolle der Stadtwerke
Ergänzend dazu existieren zahlreiche kommunale Programme. Städte, Gemeinden und Stadtwerke setzen dabei auf unterschiedliche Modelle. Manche gewähren direkte Zuschüsse zum Kauf oder zur Installation, andere arbeiten mit Stromgutschriften oder vergünstigten Tarifen. Beispiele finden sich unter anderem in Düsseldorf, Konstanz oder Mainz. In Heidelberg ist ein entsprechendes Programm derzeit ausgesetzt, da der Haushalt für 2026 noch nicht freigegeben ist.
Diese lokalen Angebote verfolgen häufig auch wirtschaftliche Interessen. Energieversorger binden Kund:innen, die mit einem Elektroauto einen höheren Strombedarf haben, langfristig an ihre Tarife. Fachleute raten dennoch zu einem sorgfältigen Vergleich, da ein einmaliger Zuschuss von einigen Hundert Euro einen dauerhaft teureren Stromvertrag nicht ausgleicht. Spezielle Autostromtarife können zwar sinnvoll sein, sollten aber ebenso kritisch geprüft werden.
Quelle: ADAC – Wallbox-Förderung: Wo es aktuell Zuschüsse gibt und was 2026 kommt








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