Porsche-Chef Michael Leiters hat im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Klarheit zur Zukunft mehrerer Elektromodelle geschaffen. Der elektrische 718 kommt trotz früherer Zweifel des Managers, die Zahl der Taycan-Varianten wird verringert, und für einen Nachfolger oberhalb von 911 und Cayenne sieht Leiters vor allem in den USA Potenzial. Damit positioniert der seit Januar amtierende Porsche-Chef sein Unternehmen neu, während der Sportwagenhersteller gleichzeitig ein umfangreiches Sparprogramm umsetzt.
Beim elektrischen 718 hatte Leiters selbst ursprünglich einen Stopp erwogen. Nun wird das Auto doch gebaut, „weil es wirtschaftlich die beste Lösung ist und ein phantastisches Auto werden wird“, erklärte er im Gespräch. Beim Taycan kündigte Leiters an, die Anzahl der Varianten zu verringern. Für ein Modell oberhalb des Cayenne und ein weiteres oberhalb des 911 sieht er insbesondere den US-Markt als vielversprechend an. Die dortigen Importzölle könne Porsche zum Teil über höhere Preise kompensieren.
Sparprogramm soll Unternehmen robuster machen
Die neue Strategie „Sportwagenschmiede 2035“ läuft laut Leiters in drei Phasen. In der ersten Phase stehen Kostensenkungen und eine robustere Aufstellung im Vordergrund. Die zweite Phase bringt neue Produkte, darunter einen neuen Verbrenner-Macan, der voraussichtlich 2028 oder 2029 spürbar zu Umsatz und Profitabilität beitragen soll. Damit setzt Porsche parallel zur Elektrifizierung weiterhin auf Verbrennungsmotoren in einzelnen Baureihen.
Im Rahmen des sogenannten Zukunftspakts sollen fast 9000 Stellen abgebaut werden. Leiters bezeichnete diesen Schritt als „schmerzhaft, aber gleichzeitig ausgewogen“. Das Programm soll über die kommenden zehn Jahre verteilt Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe bringen und Porsche dadurch mehr finanzielle Flexibilität für Investitionen verschaffen. Gleichzeitig einigte sich das Unternehmen mit dem Betriebsrat auf eine Beschäftigungssicherung bis 2035. Leiters verwies zudem darauf, dass Porsche weitgehend in Deutschland produziere und für eine eigene Fertigung in einzelnen Zielmärkten schlicht zu klein sei.
Abhängigkeit vom VW-Konzern bleibt bestehen
Zum Verhältnis mit dem Mutterkonzern Volkswagen wurde Leiters deutlich: Porsche könne „allein in der heutigen Form nicht überleben“ und profitiere von gemeinsamen Investitionen sowie Größenvorteilen innerhalb des VW-Konzerns. Die Zusammenarbeit mit Konzernchef Oliver Blume und Audi-Chef Gernot Döllner bezeichnete er als ausgezeichnet. Das Zukunftspaket werde vom Aufsichtsrat breit getragen und berücksichtige auch die Interessen des Gesamtkonzerns.
Nach innen will Leiters Porsche wieder stärker wie einen Mittelständler führen. Ausgaben sollen genauer geprüft werden, zudem strebt er eine Unternehmenskultur mit kleineren, eigenverantwortlich handelnden Einheiten an, die dem Konzern mehr Agilität verschaffen sollen.
Quelle: FAZ – „Porsche kann in der heutigen Form allein nicht überleben“ / Auto Motor und Sport – „Porsche kann allein nicht überleben“









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