Warum Porsche trotz Absatzeinbruch mehr verdient

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Sebastian Henßler
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Die Porsche AG hat für das erste Halbjahr 2026 ein durchwachsenes Bild vorgelegt. Der Konzernumsatz sank auf 17,23 Milliarden Euro nach 18,16 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig kletterte das operative Konzernergebnis von 1,01 Milliarden auf 1,35 Milliarden Euro, die operative Umsatzrendite stieg von 5,5 auf 7,8 Prozent.

Vorstandschef Michael Leiters führt das auf konsequente Arbeit der vergangenen sechs Monate zurück: „Das Zukunftspaket ist ein zentraler Baustein, um Porsche langfristig wettbewerbsfähiger, effizienter und widerstandsfähiger zu machen.“ Finanzvorstand Jochen Breckner ergänzt, das Kostenmanagement und die Value-over-Volume-Strategie zeigten erste positive Effekte, weshalb die Jahresprognose trotz herausfordernden Marktumfelds bestätigt werde.

Hinter der verbesserten Rendite steht auch ein Rückgang der Belastungen aus der strategischen Neuausrichtung: Diese lagen im ersten Halbjahr bei rund 100 Millionen Euro netto, nach rund 800 Millionen Euro im Vorjahr. Möglich wurde das durch Verhandlungen mit Lieferanten, die Rückstellungen aus dem Vorjahr in Höhe von rund 300 Millionen Euro auflösten und damit laufende Transformationskosten von etwa 400 Millionen Euro größtenteils kompensierten. Für das zweite Halbjahr 2026 kündigt Breckner allerdings neue Rekalibrierungskosten in dreistelliger Millionenhöhe an, die sich 2027 wiederholen sollen. „Wir sind aber überzeugt: Diese Ausgaben werden sich bald auszahlen“, so der Finanzvorstand.

Auslieferungen sinken deutlich, Elektro-Anteil ebenfalls

Deutlich schwächer fällt die Absatzseite aus. Porsche lieferte im ersten Halbjahr 122.306 Autos aus, ein Rückgang von 16,5 Prozent gegenüber den 146.391 Fahrzeugen des Vorjahreszeitraums. Der Anteil rein batteriebetriebener Elektroautos am Automobilgeschäft fiel von 23,5 auf 19,4 Prozent. Damit bewegt sich der Sportwagenhersteller weiter von der einst für Zuffenhausen ausgerufenen Elektrifizierung weg, ein Kurs, der sich bereits in der jüngsten Modellpolitik zeigt: Für den 911 hat Leiters eine rein elektrische Version wiederholt ausgeschlossen und setzt stattdessen auf Verbrenner und Performance-Hybrid.

Trotz sinkender Stückzahlen verbesserte sich der Netto-Cashflow im Automobilbereich auf 1,02 Milliarden Euro nach 394 Millionen Euro im Vorjahr, die entsprechende Marge stieg von 2,4 auf 6,7 Prozent. Porsche begründet dies mit höheren Mittelzuflüssen aus dem laufenden Geschäft, einem disziplinierten Working-Capital-Management und geringeren Investitionsabflüssen. Die Nettoliquidität im Automobilbereich lag zum Halbjahresende bei 7,3 Milliarden Euro, zusätzlich wurden die Pensionspläne um 250 Millionen Euro ausfinanziert.

Strategie „Sportwagenschmiede 35“ nimmt Formen an

Die neue Unternehmensstrategie soll am 7. Oktober auf einem Capital Markets Day vorgestellt werden. Bereits jetzt hat Porsche die Zahl der Vorstandsressorts von acht auf sieben reduziert und das Ressort Car-IT zum 1. Juli in die Forschung und Entwicklung integriert. Grundlage der Strategie ist das mit Gesamtbetriebsrat, IG Metall und Südwestmetall verhandelte Zukunftspaket, das für Zuffenhausen und Weissach eine kumulierte Investition von 2,1 Milliarden Euro bis 2035 vorsieht und im Gegenzug betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2035 ausschließt. Finanziert wird das Paket unter anderem über gekürzte Tariferhöhungen, ein schrumpfendes Weihnachtsgeld und den sozialverträglichen Abbau von 5000 Stellen, überwiegend über Fluktuation und Altersteilzeit.

Für das Gesamtjahr 2026 hält Porsche an seiner Prognose fest: Umsatzerlöse zwischen 35 und 36 Milliarden Euro, eine operative Umsatzrendite von 5,5 bis 7,5 Prozent sowie ein BEV-Anteil im Automobilbereich zwischen 24 und 26 Prozent. Ob diese Marke angesichts des aktuellen Rückgangs auf 19,4 Prozent im ersten Halbjahr erreichbar ist, dürfte auch beim Capital Markets Day im Oktober zur Sprache kommen, ebenso wie die Frage, wie sich der um 32 Prozent eingebrochene Absatz in China auf die Jahresziele auswirkt.

Quelle: Porsche – Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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