Warum Hitze E-Auto-Batterien kaum etwas anhaben kann

Warum Hitze E-Auto-Batterien kaum etwas anhaben kann
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Steigende Temperaturen und stundenlange Staus auf der Autobahn gehören im Sommer für viele Autofahrer:innen zum Alltag. Wer dabei mit dem Elektroauto unterwegs ist, den beschäftigt häufig eine zusätzliche Frage: Steht der Wagen bei 40 Grad Celsius im Stau, sinkt dann die Leistung der Batterie? Und wie viel Reichweite kostet eine Klimaanlage, die im Stillstand permanent kühlen muss? Antworten darauf liefert Johannes Hattendorff, Batteriespezialist beim deutschen Automobilzulieferer Webasto, im Gespräch mit Vision Mobility.

Grundlage für die Antwort ist das Thermomanagement, das in jedem Elektroauto verbaut ist. Zahlreiche Sensoren erfassen an verschiedenen Stellen des Batteriesystems fortlaufend die aktuelle Temperatur, sodass die Batterie stets in einem optimalen Bereich zwischen 15 und 35 Grad Celsius gehalten werden kann. Im Winter heizt das System, im Sommer übernimmt es die notwendige Kühlung. „Das kostet etwas Leistung, stellt aber sicher, dass die Batterie selbst bei extremen Außentemperaturen keinen Schaden nimmt und leistungsfähig bleibt“, erklärt Hattendorff.

Die Kühlung wirkt sich laut dem Batteriespezialisten sogar auf die Lebensdauer aus, da eine gut temperierte Batterie langsamer altert und problemlos die gesamte Fahrzeuglebensdauer übersteht. Für die Sicherheit der Batterie sind hohe Temperaturen ebenfalls kein Problem, kritisch wird es erst deutlich über 100 Grad Celsius. Im Stand muss die Batterie zudem „nur“ die Klimatisierung des Innenraums versorgen, entwickelt dadurch wenig Eigenwärme und lässt sich entsprechend gut kühlen.

Wenn die Batterie ins Schwitzen kommt

Bei hohen Temperaturen sinkt sogar der Innenwiderstand der Batterie, wodurch sie grundsätzlich leistungsfähiger wird. Allerdings kosten Kühlung und Klimatisierung des Fahrgastraums Strom, was die Reichweite etwas verringert. Eine Einschränkung kann laut Hattendorff beim Laden von Elektroautos früherer Generationen auftreten: Bei hoher Ladeleistung am Schnelllader erhitzen sich deren Batterien stärker. Reicht die Kühlung während des Ladevorgangs nicht aus, regelt das Fahrzeug die Ladeleistung herunter, um ein Überhitzen zu vermeiden.

Ein ähnlicher Effekt kann beim langsamen Laden an der heimischen Wallbox oder Steckdose auftreten, wenn das geparkte Auto nicht aktiv gekühlt wird. In jedem Fall sorgt die Ladesteuerung dafür, dass die Batterie nicht überhitzt und keinen Schaden nimmt, wofür der Ladevorgang mitunter etwas länger dauert. Bei modernen Fahrzeugen stellt das Laden bei hohen Außentemperaturen laut Hattendorff jedoch grundsätzlich kein Problem mehr dar.

Die Klimaanlage als heimlicher Reichweitenfresser

Wie stark die Klimaanlage tatsächlich zu Buche schlägt, hat der ADAC in umfangreichen Tests untersucht. Demnach zieht eine Klimaanlage bei großer Hitze von 35 Grad Celsius bis zu 1,5 Kilowattstunden, wenn sie die Innentemperatur bei 20 Grad Celsius halten soll. Zum Vergleich: Ein eher sparsames Elektroauto verbraucht auf 100 Kilometern etwa 15 Kilowattstunden, auf der Autobahn liegt der Wert bei 18 bis 20 Kilowattstunden. Wer also vier Stunden im Stau steht und die Klimaanlage dabei durchgehend arbeiten lässt, verliert Strom für gerade einmal 40 Kilometer Reichweite.

Für Autofahrer:innen, die ihr Elektroauto regelmäßig erst bei einem Akkustand von 15 bis 20 Prozent Restkapazität nachladen, ergibt sich daraus laut Hattendorff dennoch ein Hinweis: Wer diese Reserve einplant, sollte auch bei brütender Hitze nicht in die Situation geraten, die Klimaanlage aus Sorge um die Reichweite abschalten zu müssen.

Quelle: Vision Mobility – Drei Fragen an Johannes Hattendorf, Webasto: E-Autos kommen mit Hitze gut klar

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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