Mercedes-Benz und das taiwanische Batterieunternehmen ProLogium haben eine Testvereinbarung unterzeichnet, die dem deutschen Automobilhersteller einen bevorzugten Zugang zu den neuesten Feststoffzellen des Partners sichert. Im Mittelpunkt steht die vierte Generation der sogenannten Superfluidized All Inorganic Solid State Battery Cell Technology, kurz Gen4-Batterie. Die Vereinbarung wurde laut einer am 24. September 2026 veröffentlichten Mitteilung geschlossen und baut auf einer fast zehnjährigen Zusammenarbeit der beiden Unternehmen auf. Für Mercedes-Benz ist der frühe Zugriff auf die Zelltechnologie ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer möglichen Serienanwendung in Elektroautos.
Die Gen4-Zellen sollen fünf zentrale Eigenschaften miteinander verbinden: intrinsische Sicherheit, hohe Leistungsfähigkeit, hohe Energiedichte, skalierbare Fertigung und eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur. Die Sicherheitsarchitektur basiert auf einem nicht brennbaren, anorganischen Elektrolyten sowie einer keramischen Separatortechnologie, ergänzt durch einen proprietären aktiven Sicherheitsmechanismus von ProLogium. Zusätzlich sollen die Zellen schnelles Laden, eine hohe Leistungsabgabe und ein gutes Verhalten bei niedrigen Temperaturen ermöglichen.
Im Rahmen der neuen Vereinbarung wird die Gen4-Technologie umfangreichen elektrischen, thermischen und sicherheitsrelevanten Tests unterzogen. Diese finden sowohl in eigenen Einrichtungen von Mercedes-Benz als auch bei spezialisierten externen Prüfinstituten statt. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob sich die Technologie grundsätzlich für den Einsatz in künftigen Fahrzeugen eignet.
Eine gewachsene Partnerschaft über zehn Jahre
Die Verbindung zwischen Mercedes-Benz und ProLogium reicht bis ins Jahr 2016 zurück. Aus früher Zellentwicklung und gemeinsamer technischer Validierung ist über die Jahre eine strategische Partnerschaft geworden: Mercedes-Benz ist inzwischen Investor bei ProLogium und mit einem Sitz im Board of Directors vertreten. Bereits validiert wurden mehrere Zellformate, darunter Pouch-Zellen, erste Zellen der nächsten prismatischen Generation sowie die sogenannte Bi-Polar-Technologie des Herstellers. Auch die frühere GEN3-Technologie, eine Hybrid-Feststoff-Generation mit mehr als zehn Jahren kommerzieller Praxiserfahrung in verschiedenen Branchen, war Teil dieser Zusammenarbeit.
Vincent Yang, Gründer und Chief Executive Officer von ProLogium, ordnet die aktuelle Vereinbarung in diese Entwicklung ein: „Über nahezu ein Jahrzehnt hat sich unsere Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz von früher Zellentwicklung und Validierung bis zum Testen unserer neuesten Gen4-Technologie für künftige Fahrzeuganwendungen entwickelt.“ Wahrer Wert entstehe aus seiner Sicht erst, wenn jahrelange Innovation in skalierbare Fertigung und marktfähige Produkte übersetzt werde, so Yang weiter.
Auch Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG und dort als Technologievorstand für Entwicklung und Beschaffung zuständig, betont die Rolle der Partnerschaft: „Unsere langjährige Partnerschaft mit ProLogium ist ein starkes Beispiel dafür, wie wir die beste Expertise zusammenbringen, um Batterietechnologien der nächsten Generation voranzutreiben.“
Fabriken in Taiwan und Nordfrankreich im Aufbau
Mercedes-Benz unterstützt laut Mitteilung sowohl den Ausbau des ProLogium-Werks in Dünkirchen als auch die von ProLogium angestrebte Börsennotierung an der Nasdaq. Parallel zur technischen Entwicklung baut ProLogium seine Fertigungskapazitäten kontinuierlich aus.
Die Taoke-Gigafactory im taiwanischen Taoyuan hat die Fertigungsvalidierung im Gigawattstunden-Maßstab bereits abgeschlossen und unterstützt sowohl C-Muster als auch Demo-Fahrzeugprogramme sowie eine spätere kommerzielle Produktion. In Nordfrankreich entsteht mit der Gigafactory in Dünkirchen ein zweiter Produktionsstandort, dessen erste Bauphase im Februar 2026 mit dem Spatenstich begann. Nach Fertigstellung der ersten Phase soll die Anlage bis 2030 eine jährliche Kapazität von vier Gigawattstunden erreichen, die maximale Ausbaukapazität liegt bei bis zu 44 Gigawattstunden. Unterstützung erhält das Projekt sowohl von der französischen Regierung als auch von der Europäischen Union.
Quelle: ProLogium – Per Mail









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