Lithium: Wadephul will engere Zusammenarbeit mit Bolivien

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Tobias Stahl
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Seine Lateinamerika-Reise will Außenminister Johann Wadephul auch nutzen, um Deutschlands Abhängigkeit von Rohstoffen aus China zu verringern. Mit Blick auf den Batterierohstoff Lithium will Wadephul eine engere Partnerschaft mit Bolivien anstreben. „Bolivien ist reich an Rohstoffen, vor allem im Bereich Lithium, das für unsere Energiewende, für die Elektromobilität und für viele andere Felder in Deutschland unverzichtbar ist“, so der CDU-Politiker am Montag.

In der bolivianischen Stadt Santa Cruz will Wadephul mit dem Staatspräsidenten Rodrigo Paz Pereira sprechen. Zudem seien Treffen mit dem neuen Außenminister Fernando Hugo Aramayo und mit Wirtschaftsvertretern geplant, berichtet Zeit Online. Präsident Paz, der als moderater Reformer gilt und Mitglied der christdemokratischen Partei ist, hatte im Oktober eine Stichwahl gewonnen und sieht sich in seinem Land mit einer langjährigen Wirtschaftskrise konfrontiert. Bolivien ist rund dreimal so groß wie Deutschland, hat jedoch nur etwa zwölf Millionen Einwohner und zählt zu den ärmsten Ländern Südamerikas.

Bolivien will sich dem Weltmarkt öffnen: Wadephul verspricht „volle Unterstützung“

Wadephul erklärte, Präsident Paz habe angekündigt, Bolivien zur Welt hin zu öffnen. „Darin hat Bolivien unsere volle Unterstützung“, so der Außenminister. Das Land könne als Mercosur-Mitglied zudem perspektivisch dem EU-Mercosur-Abkommen beitreten, das sich auf der Zielgeraden befinde. „Das wäre ein zusätzlicher Booster für die deutsch-bolivianischen Wirtschaftsbeziehungen.“

Lithium ist einer der wichtigsten Rohstoffe für die Elektromobilität, da das Metall für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien benötigt wird. Auch in batteriebetriebenen, elektronischen Geräten wie Smartphones oder Laptops sowie in der Solar- und Windenergie wird Lithium benötigt. Laut Daten der Internationalen Energieagentur IEA zeichnet Australien für rund 33 Prozent des weltweit abgebauten Lithiums verantwortlich, gefolgt von China mit 23 Prozent und Chile mit 12 Prozent. Bei der Raffinierung und Weiterverarbeitung hält China indes einen Weltmarktanteil von 57 Prozent.

Bolivien hat mehr Lithium als Chile – die Förderung gilt jedoch als schwierig

Auch Bolivien ist reich an Lithium, allerdings liegt der Rohstoff fast ausschließlich unterirdisch und wird bisher nicht in nennenswertem Umfang exportiert. Anlässlich seines Amtsantritts versprach Paz Anfang November, Bolivien zu einem bedeutenden Lithiumexporteur zu machen, um die Wirtschaftskrise des Landes zu bekämpfen. Laut einem Bericht von Bloomberg plante Paz‘ Team zunächst, bestehende, undurchsichtige Verträge mit chinesischen und russischen Unternehmen zu überprüfen, Reserven zu zertifizieren und neue Gesetze zum Lithiumabbau zu erlassen. Angesichts einer Marktüberversorgung und logistischer Einschränkungen dürfe das Binnenland jedoch keine Zeit verlieren, zitiert Bloomberg Experten und scheidende Regierungsvertreter.

„Bei Null anzufangen, würde enorme Kosten verursachen“, so der ehemalige bolivianische Präsident Luis Arce in einem Interview. „Wir könnten den Anschluss verpassen.“ Paz steht nun unter Druck, schnell etwas gegen die hohe Inflationsrate in dem südamerikanischen Land zu unternehmen, an der auch die ehemals sozialistische Regierung nach rund zwei Jahrzehnten scheiterte. Das Versprechen der neuen Regierung, bestehende Lithiumverträge mit China und Russland zu überprüfen, fällt auch mit Paz‘ Plan zusammen, die Beziehungen zu den USA wiederherzustellen. Die Diskussion um den Batterierohstoff hatte im Vorfeld der Präsidentschaftswahl zu politischen Spannungen geführt.

Zwar verfügt Bolivien über doppelt so große Lithiumvorkommen wie das benachbarte Chile, allerdings ordnen Experten des US Geological Survey die Ausbeutung dieser Vorkommen noch nicht als wirtschaftlich rentabel ein. Die in Salzlake suspendierten Vorkommen weisen demnach einen hohen Magnesiumgehalt auf, wodurch die Lithiumgewinnung teurer wird. Zudem ist der nächste Hafen in Chile knapp 500 Kilometer entfernt.

Zeit Online – Wadephul will stärkere Lithium-Zusammenarbeit mit Bolivien / Bloomberg – Bolivia Is Rethinking Lithium Deals with China, Russia in US Pivot

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Tobias Stahl

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Tobias Stahl kann sich für alle Formen der Fortbewegung begeistern, aber nachhaltige Mobilität begeistert ihn besonders. Da ist es kein Wunder, dass er schon seit 2019 über E-Autos, erneuerbare Energien und die Verkehrswende berichtet.

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