Automatisiertes Fahren: VW zieht offenbar Stecker bei Bosch-Allianz

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Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 2 min

Der deutsche Automobilhersteller Volkswagen steht laut übereinstimmenden Medienberichten vor dem Aus der gemeinsamen Entwicklungsallianz mit Zulieferer Bosch für automatisiertes Fahren. Die sogenannte „Automated Driving Alliance“ (ADA), die 2022 über die Softwaretochter Cariad gestartet wurde, soll wegen ausbleibender Fortschritte und im Zuge des verschärften Sparkurses beendet werden. Offiziell bestätigt ist die Trennung bislang nicht. Cariad und Bosch betonen lediglich, Entwicklungspartnerschaften regelmäßig auf ihre strategische Ausrichtung zu überprüfen.

Nach Informationen aus dem Umfeld des Projekts sollen inzwischen rund 1,5 Milliarden Euro in die Kooperation geflossen sein. Dennoch gilt die entwickelte Technologie intern offenbar nicht mehr als wettbewerbsfähig – insbesondere bei modernen Fahrerassistenzsystemen der Stufe Level 2++, die freihändiges Fahren in bestimmten Situationen ermöglichen. Volkswagen soll deshalb bereits nach einem neuen Technologiepartner suchen und diesen möglichst bis September unter Vertrag nehmen.

Die mögliche Trennung passt zum derzeitigen Umbau des Konzerns. Volkswagen verfolgt ein umfassendes Sparprogramm, überprüft Investitionen und Entwicklungsprojekte und will Kosten deutlich senken, um wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Vor diesem Hintergrund dürfte auch die Entscheidung gegen eine weitere gemeinsame Entwicklung mit Bosch gefallen sein.

Herber Rückschlag für Bosch

Gleichzeitig verändert Volkswagen seine Softwarestrategie grundlegend. Bereits heute arbeitet der Konzern eng mit dem US-Elektroautohersteller Rivian zusammen. Das milliardenschwere Joint Venture soll künftig die Software- und Elektronikarchitektur kommender Elektrofahrzeuge prägen. Auch die Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Xpeng geht über eine reine Fahrzeugkooperation hinaus: Gemeinsam entwickeln beide Unternehmen unter anderem Elektronikarchitekturen und Assistenzsysteme speziell für den chinesischen Markt.

Gerade Xpeng gilt beim automatisierten Fahren als einer der technologisch führenden chinesischen Hersteller. Sollte Volkswagen künftig stärker auf externe Partner setzen, könnte die Bedeutung solcher Kooperationen weiter wachsen. Statt möglichst viele Schlüsseltechnologien selbst zu entwickeln, zeichnet sich zunehmend eine Strategie ab, bei Software und automatisiertem Fahren auf spezialisierte Technologiepartner zurückzugreifen.

Für Bosch wäre das Ende der Allianz ein herber Rückschlag. Der Zulieferer investiert seit Jahren massiv in Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren und war in den vergangenen Jahren ebenfalls durch Sparmaßnahmen und Stellenabbau in die Schlagzeilen geraten. Volkswagen wiederum würde einen weiteren Schritt weg von der ursprünglich verfolgten Strategie gehen, möglichst viel Softwarekompetenz selbst über Cariad aufzubauen. Die Kooperationen mit Rivian und Xpeng zeigen stattdessen, dass der Konzern inzwischen deutlich stärker auf externe Innovationspartner setzt – auch, um den technologischen Rückstand gegenüber der Konkurrenz schneller aufzuholen.

Quelle: Automobilwoche – VW prüft Zukunft der Bosch-Allianz fürs automatisierte Fahren

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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