VW prüft Gotion-Beteiligung am Batteriewerk Valencia

VW prüft Gotion-Beteiligung am Batteriewerk Valencia
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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 3 min

Volkswagen führt einem Bericht zufolge fortgeschrittene Gespräche mit dem chinesischen Batteriehersteller Gotion über eine mögliche Beteiligung des Unternehmens am Batteriewerk in Valencia. Das berichtete die spanische Fachpublikation La Tribuna de Automoción am Montag unter Berufung auf Branchenkreise. Das Werk wird von PowerCo betrieben, der noch jungen Batteriesparte des Wolfsburger Automobilherstellers.

Dem Bericht zufolge waren im Rahmen des Prozesses hochrangige Besuche vor Ort zu verzeichnen. Gotion-Vorstandschef Li Zhen habe die Anlage persönlich besichtigt, um den Betrieb zu bewerten. Genauere Angaben zum zeitlichen Ablauf oder zum Umfang einer möglichen Beteiligung macht der Bericht nicht. PowerCo äußerte sich auf Anfrage von Reuters nicht direkt zu den Details.

Das Unternehmen bestätigte lediglich, dass Gespräche mit Partnern grundsätzlich stattfinden. „PowerCo prüft regelmäßig strategische Möglichkeiten, einschließlich möglicher Kooperationen mit Partnern“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Gotion äußerte sich zunächst nicht, die Anfrage erreichte das Unternehmen außerhalb der Geschäftszeiten.

Das Werk in Valencia soll den Angaben zufolge Ende des Jahres die Produktion aufnehmen und die Fertigung anschließend schrittweise hochfahren. Es handelt sich um eines der zentralen Projekte, mit denen Volkswagen seine Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern in der Zellfertigung verringern will.

Eigene Batteriefertigung als strategisches Ziel

PowerCo wurde von Volkswagen gegründet, um in Europa eine eigenständige Batterieproduktion aufzubauen. Der Konzern reagiert damit auf den wachsenden Abstand zu Wettbewerbern wie BYD und Tesla, die in der Zellfertigung bereits deutlich weiter vorangeschritten sind. Eine unabhängige Lieferkette gilt als wichtiger Baustein, um im Elektroauto-Segment aufzuholen.

Der Zeitpunkt der Gespräche fällt in eine Phase, in der Volkswagen unter erheblichem Kostendruck steht. Der Konzern hat angekündigt, sein umfangreiches Investitionsportfolio zu straffen und die Automobilproduktion in Europa zurückzufahren. Vor diesem Hintergrund gewinnen Kooperationen mit externen Partnern an Bedeutung, auch wenn sie dem ursprünglichen Ziel einer vollständig eigenständigen Batteriefertigung teilweise entgegenlaufen.

Laut dem Bericht von La Tribuna de Automoción könnte Gotion im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens sogar eine Mehrheitsbeteiligung am Standort Valencia übernehmen. Diese Darstellung steht im Widerspruch zu einer Aussage eines PowerCo-Sprechers, wonach das Unternehmen keine Pläne verfolge, die Kontrolle über den Standort abzugeben. Eine Einordnung, welche der beiden Angaben den aktuellen Stand der Verhandlungen genauer wiedergibt, lässt sich auf Basis der vorliegenden Informationen nicht vornehmen.

Gotion zählt zu den größten Batterieherstellern Chinas und ist in Europa bereits an mehreren Standorten aktiv, unter anderem in Deutschland. Eine Beteiligung am Werk in Valencia würde die Präsenz des Unternehmens auf dem europäischen Markt weiter ausbauen und zugleich Volkswagens ursprüngliche Strategie einer unabhängigen Zellproduktion in einem zentralen Punkt relativieren.

Quelle: Reuters – Volkswagen in talks with Chinese partner on Spanish battery plant, trade outlet reports

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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