Batterierecycling in Deutschland: Projekt „Sherlock“ beginnt

Batterierecycling in Deutschland: Projekt „Sherlock“ beginnt
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Fraunhofer ISC

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Wie das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) vor wenigen Tagen bekanntgab, wurde das Projekt „Sherlock“ begonnen, was als Abkürzung für „Systematische und hochpräzise Evaluierung von Schwarzmassen aus dem Recycling von Lithium-Ionen-Batterien sowie Aufbereitung für eine optimierte und clevere Kreislaufführung“ steht. Die Laufzeit des Projekts ist bis zum März 2029 begrenzt und wird mit 2,65 Millionen Euro finanziert. Mit dem Projekt Sherlock soll das Batterierecycling verbessert werden.

Die Projektkoordination obliegt dem Unternehmen Pure Devices, während das Fraunhofer ISC für die Co-Koordination verantwortlich ist. Zu den weiteren Projektpartnern gehören das Unternehmen Phase Vision, das MEET Batterieforschungszentrum der Universität Münster, das Öko-Institut e.V., die Physikalisch-Technische Bundesanstalt sowie die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung. Zusätzlich wird das Projekt durch Partner aus der Recyclingbranche unterstützt.

Verbesserte Recyclingprozesse durch Güteklassen

Im Rahmen von Sherlock soll eine präzise Charakterisierung von Schwarzmassen stattfinden, wobei die Ergebnisse für effizienteres Batterie-Recycling genutzt werden können. Unter Schwarzmasse versteht man ein Zwischenprodukt, welches im Prozess des Recyclings von Batterien entsteht. Das feinkörnige Material enthalte laut Pressemitteilung des Fraunhofer ISC wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Kobalt und Graphit. Die Zusammensetzung variiere abhängig von verschiedenen Faktoren wie Batterietyp, Alterungszustand, Nutzungshistorie und Recyclingprozess. Genau diese Varianz der Zusammensetzung erschwere das Recycling der einzelnen Bestandteile, da die schwarze Masse zunächst getrennt werden muss. Auch Verunreinigungen können eine Rolle spielen. Wenn das Recycling nicht sauber durchgeführt wird, kann die Qualität der wiedergewonnenen Rohstoffe leiden.

Daher sollen im Rahmen des Projekts Sherlock standardisierte Güteklassen für Schwarzmasse entwickelt werden, die sowohl in Forschungslaboren als auch in der Praxis zuverlässig einsetzbar sein sollen. Das heißt: Die Schwarzmasse kann anhand dieser Klassen genau eingeteilt und bewertet werden, was sie vergleichbar macht. Daraus leiten sich schließlich Empfehlungen zum Recycling der jeweiligen Güteklasse ab. Der Prozess des Recyclings sowie die Qualität der Rezyklate wird dabei im Idealfall verbessert. Schließlich solle die Klassifizierung auch in DIN- und ISO-Normungsausschüsse eingebracht werden, so das Fraunhofer ISC.

Im Rahmen des Projekts werden reale industrielle Schwarzmassen sowie gezielt hergestellte Modellmaterialien mit definierten Eigenschaften herangezogen. So sollen spezifische Verunreinigungen sowie ihre Auswirkungen systematisch untersucht und neue Verfahren entwickelt werden, um diese Verunreinigungen zu entfernen. Bei der Analyse der Schwarzmasse auf ihre strukturellen, magnetischen und chemischen Eigenschaften setzt das Projekt auf etablierte Verfahren sowie innovative Analysemethoden.

Ein besonderer Fokus, so die Pressemitteilung, liege zudem auf der Untersuchung der Einflüsse von Störstoffen auf direkte und hydrometallurgische Recyclingverfahren. Das Projekt bewerte dabei das Potenzial hybrider Recyclingprozessketten, die beide Ansätze gezielt kombinieren, um die Effizienz des Recyclings zu steigern.

Batterie-Recycling als politisches Interesse

Elektromobilität ist in der europäischen Politik ein inzwischen verankertes und gefördertes Interesse. Der zentrale Bestandteil eines Elektroautos ist der Akku, der zum Teil aus seltenen und schwer zugänglichen Rohstoffen besteht. Um Elektromobilität nachhaltiger zu gestalten und europäische Lieferketten unabhängiger von Auslandsimporten zu machen, treibt die EU daher das Batterierecycling in Form von vorgeschriebenen Recycling-Quoten voran.

Durch die Optimierung können dabei nicht nur Rohstoffe eingespart werden, sondern auch ausgestoßenes CO2: Um bis zu 25 Prozent könnten die Treibhausgasemissionen gesenkt werden, so das Fraunhofer ISC. Das Fraunhofer-Institut ist in mehreren Forschungsprojekten ähnlicher Art beteiligt und forscht beispielsweise zu Circular Design, also kreislauforientiertem Produktdesign.

Quelle: Fraunhofer ISC – Pressemitteilung vom 31. August 2026

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Maria Glaser

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Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

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