Elektrofahrzeuge, die sich ohne Fahrer selbstständig über große Logistikflächen bewegen, könnten künftig den Transport zwischen Automobilwerken, Häfen und Verladeanlagen erleichtern. Der deutsche Automobilhersteller Volkswagen hat dazu gemeinsam mit der Deutschen Telekom, dem finnischen Technologieunternehmen Unikie und dem Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) ein mehr als zweijähriges Forschungsprojekt im Hafen Emden abgeschlossen.
Im Mittelpunkt des vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekts „AutoLog“ stand einer aktuellen Pressemitteilung zufolge die Frage, wie sich automatisierte Fahrzeugbewegungen sicher in bestehende Logistikabläufe integrieren lassen. Auf einer Testfläche nahe dem Emder Hafen erprobten die Partner die Technologie unter realen Bedingungen. Neben Parkflächen und Fahrwegen gehörte dazu auch ein stark frequentierter Kreisverkehr. Eine besondere Herausforderung war das Zusammenspiel fahrerloser Fahrzeuge mit herkömmlich gesteuerten Autos.
„AutoLog zeigt, welches Potenzial automatisiertes Fahren für unsere Logistik hat“, erklärt Christian Vollmer, Volkswagen-Markenvorstand für Produktion und Logistik. Entscheidend sei, neue Technologien nicht nur im Labor zu entwickeln, sondern ihre Praxistauglichkeit im laufenden Betrieb zu überprüfen.
5G-Netz der Telekom wurde genutzt
Technisch setzt das System auf mehrere miteinander verknüpfte Komponenten. Die Softwarelösung von Unikie koordiniert die Fahrzeugbewegungen anhand eines digitalen Abbilds der Logistikflächen. Für die Kommunikation kommt das öffentliche 5G-Netz der Telekom zum Einsatz, ergänzt um zusätzliche Funktionen. Die Datenverarbeitung erfolgt über eine sogenannte Edge-Cloud-Infrastruktur, die kurze Reaktionszeiten ermöglichen soll.
„Das Zusammenspiel von latenzarmer, verlässlicher Konnektivität, Edge-Infrastruktur und intelligenter Fahrzeugsteuerung schafft die technische Grundlage“, erläutert Telekom-Manager Klaus Werner. Perspektivisch ließen sich damit Fahrzeugtransporte vom Werk über Schiene und Schiff bis zur Auslieferung automatisieren.
Dass die Technologie nicht auf Hafenflächen beschränkt bleiben muss, zeigt ein weiterer Versuch am Audi-Standort Ingolstadt. Dort erprobten die Projektpartner erfolgreich das automatisierte Verladen von Fahrzeugen auf Eisenbahnwaggons. Dabei kommt es insbesondere auf die präzise Positionierung der Fahrzeuge an.
Mit dem Abschluss von AutoLog ist allerdings noch keine flächendeckende Einführung verbunden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zunächst in die Weiterentwicklung der Technologie einfließen. Langfristig könnten automatisierte Fahrzeugbewegungen die Logistik der Automobilindustrie effizienter, flexibler und sicherer machen. Konkrete Termine für einen regulären Einsatz nennt Volkswagen bislang nicht.
Quelle: Volkswagen – Pressemitteilung vom 28. Oktober 2026








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