Das Bundesverkehrsministerium und die Autobahn GmbH wollen den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur entlang der deutschen Autobahnen weiter vorantreiben. Dafür sollen zusätzliche Flächen an unbewirtschafteten Rastanlagen für private Investoren freigegeben werden. Die Ausschreibungen sollen im Frühjahr 2027 beginnen.
Auf Initiative von Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sollen private Ladeinfrastrukturbetreiber künftig weitere Schnellladestandorte unmittelbar an Autobahnen errichten können. Ziel ist es, Elektroautofahrern zusätzliche Lademöglichkeiten ohne größere Umwege anzubieten. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesverkehrsministeriums hervor.
Die geplante Vergabe soll in einem wettbewerblichen Verfahren erfolgen. Dabei können die privaten Betreiber selbst über den Umfang und die Ausstattung ihrer Ladeinfrastruktur entscheiden. Nach Angaben des Ministeriums sollen auf diese Weise Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe angestoßen werden.
„Mit der Freigabe weiterer Flächen für Pkw-Ladesäulen an unbewirtschafteten Rastanlagen schaffen wir zusätzliche schnelle Lademöglichkeiten direkt an der Autobahn“, erklärt Bilger. Das spare Elektroautofahrern Zeit und Umwege. Zugleich kündigt der Minister ein möglichst einfaches Vergabeverfahren an, bei dem eine angemessene Qualität und transparente Ladepreise sichergestellt werden sollen.
Die Autobahn GmbH will dazu in Kürze eine Marktkonsultation starten, bei der die Eckpunkte des Vorhabens mit potenziellen Investoren besprochen werden. Die eigentliche Ausschreibung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Konkrete Angaben zur Zahl der zusätzlichen Standorte oder Ladepunkte macht das Ministerium bislang nicht.
Ergänzung zum Deutschlandnetz
Die neuen Standorte sollen das bereits laufende Deutschlandnetz ergänzen. Im Rahmen dieses Programms entstehen bundesweit rund 9000 Schnellladepunkte an mehr als 1000 Standorten. Davon entfallen rund .000 Ladepunkte auf 200 unbewirtschaftete Autobahnrastanlagen. Für das Gesamtprogramm stellt der Bund rund 2,3 Milliarden Euro bereit.
Der Ausbau entlang der Autobahnen hat inzwischen einen wichtigen Zwischenstand erreicht: Ende September wurde an der A81 in Baden-Württemberg der 100. Schnellladepark des Deutschlandnetzes an einer unbewirtschafteten Rastanlage eröffnet. Die neuen Ausschreibungen sollen somit über die bisher vergebenen 200 Autobahnstandorte hinaus zusätzliche Kapazitäten schaffen.
Damit setzt der Bund verstärkt auf privat finanzierte Ladeinfrastruktur. Die weitere Verdichtung des Schnellladenetzes ist insbesondere für den wachsenden Bestand an Elektroautos relevant. Entscheidend für den Erfolg wird allerdings sein, ob attraktive Standorte gefunden werden und die Betreiber ausreichende Netzanschlusskapazitäten erhalten. Auch die angekündigten transparenten Ladepreise dürften für die Nutzer eine wichtige Rolle spielen. Bis in diesem Zuge tatsächlich zusätzliche Ladepunkte entstehen, wird angesichts des erst für 2027 vorgesehenen Ausschreibungsbeginns noch einige Zeit vergehen. Doch der Ausbau der Ladeinfrastruktur geht auch so zügig voran.
Quelle: Bundesministerium für Verkehr – Pressemitteilung vom 22. Oktober 2026








Wird geladen...