China-Duell: Nio EL6 oder Xpeng G9 – welches E-SUV ist besser?

China-Duell: Nio EL6 oder Xpeng G9 – welches E-SUV ist besser?
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Xpeng

Daniel Krenzer
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  —  Lesedauer 3 min

Nio ist schon länger auf dem deutschen Markt aktiv, im Mai betrat mit Xpeng ein weiterer vergleichsweise kleiner chinesischer Autohersteller die Bühne. Die Auto Motor und Sport (AMS) hat für die Ausgabe 22/2024 die beiden SUV-Modelle Nio EL6 und Xpeng G9 gegeneinander antreten lassen. Während Nio auf Wechselakkus setzt, bietet Xpeng 800-Volt-Technik mit extrem hohen Ladegeschwindigkeiten. Es ist also auch ein Duell der Lade-Weltanschauungen.

Zum Duell angetreten sind der Nio EL6 Long Range mit Allradantrieb und 360 kW (490 PS) Systemleistung gegen den ein ganzes Stück braver motorisiert daherkommenden Xpeng G9 Long Range mit Hinterradantrieb und 230 kW (313 PS). Beide Elektroautos sind knapp 4,90 Meter lang und haben einen brutto gut 100 kWh großen Akku an Bord. Mit 74.500 Euro ist der Nio etwas teurer als der Xpeng, der als Testwagen auf 67.560 Euro Listenpreis kommt.

Beim Testverbrauch liegen beide E-SUV dicht beisammen. Der Nio benötigte mit dem Allradantrieb erwartungsgemäß etwas mehr Strom, mit 27 kWh zu 25,7 kWh beim Xpeng ist die Differenz aber gar nicht allzu groß. Daraus ergeben sich realistische Reichweiten von 366 Kilometern für den EL6 sowie 404 Kilometern für den G9.

318 kW an der Ladesäule

An der Ladesäule zeigte der Xpeng G9 im Test, wo der DC-Hammer hängt. 318 kW Ladeleistung waren in der Spitze drin, 213 kW betrug der Ladeschnitt zwischen 10 und 80 Prozent. Der Nio musste sich mit 172 kW maximal und 140 kW im Schnitt begnügen. 200 frische Kilometer lud der G9 in 15 Minuten nach, beim EL6 dauerte dies stolze zehn Minuten länger. Dafür wäre an einer Wechselstation nach etwa fünf Minuten ein frischer, nahezu voller Akku an Bord.

Nio-EL6-SUV
Nio

Bei den Bewertungen liegen beide Elektroautos in keiner Kategorie so richtig weit auseinander, doch es gibt klare Schwerpunkte bei den Vor- und Nachteilen. So überzeugt der Xpeng bei der Karosserie, dem Komfort sowie Umwelt- und Kostengesichtspunkten, der Nio hingegen liegt bei Sicherheit, Antrieb und Fahrverhalten vorne.

Am Ende ist es eine ganz knappe Kiste. Der Nio EL6 holt 537 von 1000 möglichen Punkten, beim Xpeng G9 sind es mit 541 Zählern gerade einmal vier mehr. Die Eigenschaftswertung geht aber noch knapp an den Nio – unter anderem, weil im Xpeng noch keine deutsche Spracherkennung sowie kein Head-up-Display vorhanden war. Durch sein besseres Preis-Leistungsverhältnis sichert sich der G9 als Newcomer jedoch den Sieg im China-Duell.

Quelle: Auto Motor und Sport (Ausgabe 22/2024, S. 76 bis 83) – Made in China

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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